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RP Freiburg, Umwelt
  • Abteilung 5
    17.07.2017
    Zwei Jahre Bau am Rückhalteraum Elzmündung bei Schwanau (Ortenaukreis): Bilanz und Überblick über den bisherigen Baufortschritt
    Regierungspräsidium Freiburg informiert über den Stand der Arbeiten // Austausch mit Bevölkerung geht weiter

    ​Der Hochwasserrückhalteraum Elzmündung ist ein wesentlicher Bestandteil des Integrierten Rheinprogrammes (IRP). Dieser Rückhalteraum kann nach seiner Fertigstellung 5,3 Millionen Kubikmeter Wasser zurückhalten und so zum Schutz der Unterlieger maßgeblich beitragen. Vor fast genau zwei Jahren – am 24. Juli 2015 – begannen die Baumaßnahmen mit einem symbolischen Spatenstich im Bereich des zukünftigen Einlassbauwerkes. Welche Baufortschritte sind inzwischen zu sehen?

    Zentrales Einlassbauwerk

    Seit Ende 2015 baut das Regierungspräsidium Freiburg das zentrale Einlassbauwerk nördlich der Rheinfähre Rhinau im heutigen Rheinseitendamm. Damit wird im Hochwasserfall das Wasser aus dem Rhein in den künftigen Rückhalteraum geleitet. Umfangreiche Kampfmittelerkundungen haben die Bauzeit um etwa ein halbes Jahr verzögert. Der erste – zum Rhein hin gelegene – Bauabschnitt wurde im Frühjahr 2017 fertiggestellt. „Die Sicherheit des Rheinseitendammes ist auch während des Baus jederzeit sichergestellt. Nach aktuellem Stand wird das Einlassbauwerk bis Ende 2017 fertiggestellt sein.“, so der Projektleiter für den Rückhalteraum Bernhard Lonsdorfer.

    Der Rheinseitendamm wird voraussichtlich ab Anfang 2018 wieder für Fußgänger und Radfahrer freigegeben, sobald die Bauarbeiten beendet sind.

    Sanierung der Hochwasserdämme VI und VII („Tulla-Dämme“)

    Die Sanierung des Hochwasserdammes VI im Naturschutzgebiet Taubergießen ist weitestgehend abgeschlossen. Die Arbeiten im Naturschutzgebiet wurden mit großer Sorgfalt und in enger Abstimmung mit den Gemeinden durchgeführt. Die Sanierung des Hochwasserdammes von der Kläranlage Nonnenweier bis in den Süden von Wittenweier konnte bereits Anfang 2016 fertiggestellt werden. In diesem Zuge wurde auch die historische Einlassschleuse in den Mühlbach bei Wittenweier denkmalgerecht saniert.

    Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer beim Setzen eines historischen Hochwassersteines im Rahmen ihres Gemeindebesuches in Schwanau im April 2016

    Umgestaltung Mündungsbauwerk Ottenheimer Altrhein

    An der Mündung des Ottenheimer Altrheins in den Rhein wurde im Frühjahr 2017 ein neuer Beckenpass fertiggestellt. Hier können jetzt die Fische aus dem Rhein in das fischökologisch hochwertige Altrheinsystem einwandern. Über den Fischaufstieg wurde eine Brücke errichtet damit auch die Spaziergänger und Fahrradfahrer die beliebte Strecke wieder erleben können. Der befestigte Leinpfad unmittelbar neben der Brücke wurde auf einer Länge von 41 Metern abgesenkt. Hierdurch kann bei Hochwasser und bei Einsatz des Rückhalteraumes das Wasser aus dem oberhalb liegenden Waldgebiet schneller und besser abfließen.

    Schutzmaßnahmen in den Ortslagen

    Für die Orte Kappel, Wittenweier und Nonnenweier wurden insgesamt neun Referenzbrunnen gebaut und anschließend Pumpversuche durchgeführt..  Für die Schutzmaßnahmen in Kappel laufen derzeit die Ausschreibungen. Im September 2017 wird voraussichtlich mit den Bauarbeiten begonnen.

    Laufende Baumaßnahmen

    Die Erhöhung des Bermenweges entlang des Rheinseitendammes begann Ende Juni 2017 auf den Gemarkungen Rhinau und Kappel. Zeitgleich wird auch der Querriegel zwischen dem Hochwasserdamm VI und dem Rheinseitendamm – die sogenannte Engstelle Kappel - auf Gemarkung Kappel erstellt.

    Auf Gemarkung Schwanau ist der Abschlussdamm des Rückhalteraumes Elzmündung ebenfalls im Juni 2017 in Bau gegangen. Die erforderlichen Rodungsarbeiten hierzu erfolgten bis Ende Februar. Um die Flächen für den Bau des Abschlussdammes zu erhalten, musste eine Besitzeinweisung der im Eigentum der Gemeinde Schwanau befindlichen Flächen erwirkt werden, um den Hochwasserschutz zügig realisieren zu können.

    Dialog mit Gemeinden und Bürgerschaft

    Für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit wurde ein „Polderbeirat“ eingerichtet, in dem sich das Regierungspräsidium als Bauherr, die Gemeinden und alle vom Bau des Rückhalteraumes betroffenen Interessensvertreter austauschen können. Neben den Gemeinden Kappel-Grafenhausen und Rhinau sind die Bürgerinitiative „Trockene Keller“, Landwirte, Förster, Fischer und Jagdpächter im Polderbeirat vertreten. Oberstes Ziel ist es, miteinander im Gespräch zu sein und frühzeitig Informationen auszutauschen.

    Zu regelmäßig stattfindenden „Tagen der offenen Baustellen“ lädt das Regierungspräsidium den Polderbeirat, wie auch interessierte Bürgerinnen und Bürger der Gemeinden ein, sich ein Bild der Baumaßnahmen vor Ort zu machen. Der nächste Tag der offenen Tür findet am Donnerstag, 20. Juli, auf der Baustelle des nördlichen Abschlussdammes des Rückhalteraumes zwischen Nonnenweier und Ottenheim statt.

    Einschränkungen während der Bauzeit

    Während der Bauzeit kommt es zeitweise zu Beeinträchtigungen im Bereich der Baustellen, entlang der Baustraßen und in den Durchfahrten der Ortslagen. Für den überregionalen Rheinauewanderweg und die Verbindung von der Kläranlage Nonnenweier zum Hauptwehr Gerstheim wurde eine Umleitung eingerichtet. Für die entstehenden Unannehmlichkeiten für Anwohner und Verkehrsteilnehmer bittet das Regierungspräsidium Freiburg auch weiterhin um Verständnis.

    „Die Baumaßnahmen für den gesamten Rückhalteraum Elzmündung werden bei planmäßigem Verlauf voraussichtlich Ende 2020 abgeschlossen sein. Wir wissen, die Bauphase ist auch mit Veränderungen und Beeinträchtigungen verbunden. Deshalb werden wir weiterhin den engen Dialog mit den Gemeinden und deren Bürgern pflegen und frühzeitig über alle Aktivitäten informieren“, blickt Harald Klumpp, Leiter der Projektgruppe Offenburg für das Integrierte Rheinprogramm, optimistisch auf die kommenden Baujahre.

    Bild 2 Bild 3 Bild 4 Übersichtslageplan