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RP Freiburg, Umwelt
  • Abteilung 5
    08.09.2017
    Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer weiht bei einem Vor-Ort-Termin das Regenrückhaltebecken in Hohberg-Diersburg (Ortenaukreis) ein
    Land fördert die Realisierung des Schutzkonzepts mit einem hohen Fördersatz von 70 Prozent und steuert allein in Hohberg mehr als 3,5 Millionen Euro bei // Gemeinden sollen sich dem Risikomanagement im Rahmen der Vorsorge widmen

    ​Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer hat bei einem Vor-Ort-Termin im Hohberger Ortsteil Diersburg (Ortenaukreis) bei der Einweihung des Hochwasserrückhaltebeckens die Notwendigkeit einer aktiven eigenen Vorsorge und eines Risikomanagements durch die Gemeinden betont. Mit dem Bau des Rückhaltebeckens war eine direkte Förderung von 1,855 Millionen Euro bei förderfähigen Kosten von 2,65 Millionen Euro durch das Land verbunden, heißt es in einer Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Freiburg.

    Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer: „Das Land unterstützt die Kommunen und Gemeinden bei der Risikovorsorge gegen Hochwasser mit gezielten Investitionen. Mit der Entwicklung eines Schutzkonzepts für Niederschopfheim und Diersburg hat die Gemeinde ihre Hausaufgaben gemacht und den Bau von zwei Rückhaltebecken in die Wege geleitet. Die Investitionen in Höhe von 5,1 Millionen Euro gewährleisten einen 100-jährlichen Hochwasserschutz und sind sehr gut angelegt. Das Land hat mit einem Fördersatz von 70 Prozent mehr als 3,5 Millionen Euro davon übernommen und stärkt so den Ländlichen Raum.“ Weitere 450.000 Euro stammen aus dem Ausgleichsstock.

    Das Rückhaltebecken in Niederschopfheim ist bereits 2013 eingeweiht worden, während das Zulassungsverfahren für das Becken in Diersburg deutlich aufwendiger gewesen ist. Im Januar 2015 konnte der Planfeststellungsbeschluss endlich erlassen werden und im September 2015 der Förderbescheid ausgefertigt werden. Mit dem ersten Spatenstich ging es am 7. Oktober 2015 in Bau und ist nun betriebsbereit. Nach Auskunft des verantwortlichen Ingenieurbüros wird auch der Kostenrahmen eingehalten, was bei dem Termin mit Abgeordneten aus der Region, Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitikern aus verschiedenen Gemeinden, der beteiligten Firmen und der Bevölkerung mitgeteilt wurde.

    Nach Angaben von Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer erschöpft sich ein erfolgreicher Hochwasserschutz jedoch nicht in passiven Maßnahmen zum Hochwasserschutz, sondern sollte vielmehr aktiv ergänzt durch ein eigenes Risikomanagement bei der Einsatz- und Alarmplanung der Gemeinden. „Das Land möchte die Kommunen bei der Vorsorge gegen Hochwasser gezielt unterstützen und hat daher das Instrument des Risikomanagements entwickelt. In den Plänen stellen die Regierungspräsidien zusammen, welche Maßnahmen zur Minderung des Risikos die einzelnen Akteure treffen sollen. Zwei zentrale Aufgaben der Kommunen sind dabei die Information von Bevölkerung und Wirtschaft über die Risiken sowie die Planung von Krisenmanagement durch Alarm- und Einsatzpläne“, erläuterte Schäfer.

    Hilfe leiste das Land dabei auch durch gezielte Fortbildung in Workshops und durch die Bereitstellung des Flut-Informations- und Warnsystem (FLIWAS). Sie ermunterte die Kommunen und Gemeinden, diese Werkzeuge und Hilfestellungen in Anspruch zu nehmen und bot dabei ihnen die Unterstützung der Landesverwaltung an. Insbesondere die neue Version von FLIWAS 3.0 biete den Gemeinden eine Fülle von Einsatzdaten über Wetter, Pegelstände, Lage an den Rückhaltebecken und allgemeine Lageberichte, die anwenderfreundlich und angepasst an die Bedürfnisse der Kommunen ausgerichtet werden könnte. „Inzwischen haben sich zahlreiche Gemeinden im Land für die Einführung von FLIWAS entschieden, weil sie vom Nutzen dieses Programms überzeugt sind“, so Schäfer.