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RP Freiburg, Umwelt
  • Abteilung 5
    07.11.2017
    Regierungspräsidium Freiburg übersendet der Stadt Kenzingen (Kreis Emmendingen) einen Förderbescheid über 1,82 Millionen Euro für Hochwasserschutz im Ortsteil Nordweil
    Erster Bauabschnitt für die Optimierung des Hochwasserschutzes sieht umfangreiche Maßnahmen vor // Nach Umsetzung des geplanten Konzepts 100-jährlicher Hochwasserschutz gewährleistet

    ​Das Regierungspräsidium Freiburg hat der Stadt Kenzingen (Kreis Emmendingen ) einen Förderbescheid über 1,82 Millionen Euro für Hochwasserschutz im Ortsteil Nordweil übersandt. Damit kann Kenzingen den ersten Teil eines Konzepts zur Optimierung des Hochwasserschutzes wie geplant umsetzen, heißt es in einer Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Freiburg.

    Umweltminister Franz Untersteller: „Die extremen Regengüsse in den Jahren 2016 und 2017 haben uns eindrucksvoll vor Augen geführt, welch dramatische Auswirkungen ein Hochwasser für Leib und Leben, für unsere Umwelt und für die Wirtschaft haben kann.“ Er sei überzeugt, dass sich die Hochwasserproblematik mit dem Klimawandel künftig noch weiter verschärfen werde. Der Minister betonte: „Um die Risiken zu minimieren und drohende Schäden zu begrenzen, ist es enorm wichtig, dass sowohl das Land als auch die Kommunen in Maßnahmen zum Hochwasserschutz investieren. Jeder Euro für den Hochwasserschutz ist ein gut angelegter Euro.“

    Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer: „Um die massiven Hochwasserprobleme in Nordweil in den Griff zu bekommen, hat Kenzingen seine Hausaufgaben gemacht und eine Modelluntersuchung mit einem detaillierten Schutzkonzept erarbeitet. Wir unterstützen die Stadt mit einem Höchstfördersatz von 70 Prozent bei den zuwendungsfähigen Ausgaben. Wenn alle Maßnahmen wie geplant bis 2023 umgesetzt sind, gibt es einen Schutz vor einem 100-jährlichen Hochwasser.“

    Der Ortsteil Nordweil hatte immer wieder mit Hochwassern zu kämpfen, die teilweise zu Überflutungen im Ortskern geführt haben. Daraufhin ist eine vertiefte Untersuchung gemacht worden, die zeigte, dass selbst bei Ereignissen, wie sie statistisch alle zwei bis fünf Jahre vorkommen, Überflutungen möglich sind. Dies hat damit zu tun, dass Einlaufbauwerke und Verdolungen von Gewässern überlastet sind. An der Steige waren massive Erosionen an einem Wirtschaftsweg aufgetreten, die den dortige Einlaufbereich verstopften und eine erhebliche Verschmutzung in Nordweil zur Folge hatten.

    Was wird gemacht? Leider ist es wegen der beengten Verhältnisse nicht möglich, die Verdolungen zu öffnen. Deshalb werden die Einlaufbereiche vergrößert, die Verdolungen in der Herrenberg- und Hochwaldstraße aufgeweitet und zwei Gerollfänge oberhalb der Ortslage gebaut. Außerdem sollen ein Gewässergraben und ein angrenzender Weg hochwassersicher ausgebaut werden. Diese Maßnahmen können nicht in einem Rutsch realisiert, sondern sollen nacheinander veranlasst werden. Insgesamt plant die Stadt Kenzingen Investitionen in den Hochwasserschutz von rund 6,5 Millionen Euro, die jedoch aus haushaltstechnischen Gründen in zwei Abschnitte aufgeteilt werden sollen. Ergänzt wird das Konzept durch einen sogenannten Alarm- und Einsatzplan der Kommune, um das Restrisiko bei extremen Hochwasserereignissen zu minimieren.