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RP Freiburg, Umwelt
  • Abteilung 5
    24.06.2020
    Wutach bei Stühlingen wird naturnah ausgebaut
    Regierungspräsidentin Schäfer gibt Startschuss für die Umgestaltung auf deutscher Seite

    Gemeinsam mit dem Schaffhauser Regierungsrat Martin Kessler, dem Waldshuter Landrat Martin Kistler, dem Stühlinger Bürgermeister Joachim Burger und dem Schleitheimer Gemeinderatspräsidenten Hans Rudolf Stamm hat Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer am Mittwoch mit einem symbolischen Spatenstich die Bauarbeiten zur Umgestaltung der Wutach beim Stühlinger Ortsteil Weizen (Kreis Waldshut) gestartet. Der Landesbetrieb Gewässer des Regierungspräsidiums Freiburg (RP) wird die Wutach in diesem grenzüberschreitenden Flussrenaturierungsprojekt auf einer Strecke von rund einem Kilometer zwischen dem Wiizemer Steg und den Sportanlagen des SV Weizen für ca. 1,3 Millionen Euro in einen naturnahen Zustand versetzen. Die Bauarbeiten sollen im März 2021 abgeschlossen werden. 

    „Mit dieser Renaturierung wird die Wutach in diesem Bereich den von der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie geforderten guten ökologischen Zustand erfüllen. Ein Blick auf die Schweizer Seite zeigt, dass schon nach wenigen Jahren kaum mehr erkennbar ist, dass hier der Mensch Hand angelegt hat“, sagte Regierungspräsidentin Schäfer. Mit dieser Umgestaltung der Wutach auf deutscher Seite gebe es künftig im Gewässerrandstreifen und im Fluss selbst bald wieder gute Lebensräume, von denen die Insekten-, Vogel-, Fisch- und Pflanzenwelt profitieren werde.  

    Bereits im Jahr 2014 wurde die Wutach auf Schweizer Seite naturnah umgestaltet. Mit der Umgestaltung auf der deutschen Flussseite wird nun auch hier die Sohl- und Uferstruktur verbessert und die Strömungsvielfalt der Wutach erhöht. Im Vorfeld hat das Land Baden-Württemberg die benötigten Flächen erworben.  

    „Um die eigendynamische Entwicklung des Gewässers anzustoßen, wird nun die beim früheren Ausbau durch massive Befestigung in ein Korsett gezwängte Wutach wieder entfesselt. Bei den Bauarbeiten wird das Mittelwasserbett aufgeweitet und die harte Verbauung aus dem Gewässerbett und den Ufern entfernt. Vor allem entstehen drei Verzweigungsbereiche. Die heutigen Ufer werden zu Inseln. Dies wird jedoch nichts Statisches sein, wir geben nur den Impuls, dem Gewässer seine natürliche Flusslandschaft mit eigendynamischer Entwicklung wieder selbst zu gestalten. Im Laufe der Zeit sollen sich wieder naturnahe Bedingungen einstellen und natürliche Gleit- und Prallufer entwickeln können. Dabei entstehen neue, vielfältige Lebensräume im Wasser, am Ufer und in den Randstreifen“, erklärte Flussmeister Christoph Dörflinger vom RP. 

    Das RP weist darauf hin, dass es durch den Baustellenverkehr trotz der eingerichteten Umleitungen für Wanderer und Radfahrer zu Behinderungen entlang der betroffenen Abschnitte der landwirtschaftlichen Wege kommen kann.