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RP Freiburg, Umwelt
  • Abteilung 5
    06.11.2020
    Bauarbeiten im Hochwasserrückhalteraum Breisach/Burkheim nehmen Fahrt auf
    Symbolischer Spatenstich im Burkheimer Rheinwald auf das Frühjahr 2021 verlegt
     Die Modellierung des alten Blauwasserbetts im November 2020

    Wie das Regierungspräsidium Freiburg (RP) mitteilt, haben die ersten Baumaßnahmen im Rückhalteraum begonnen. "Der Start der Bauarbeiten ist ein weiterer bedeutender Schritt im Integrierten Rheinprogramm, der uns zeigt, dass wir mit den wichtigen, international vereinbarten Hochwasserschutzmaßnahmen am Oberrhein vorankommen“, sagte Umweltminister Franz Untersteller. Aufgrund der aktuellen Coronaentwicklung wurde der bei solch großen Projekten obligatorische Spatenstich auf das Frühjahr 2021 verschoben.    

    Im Vorfeld des für den Bau notwendigen Planfeststellungbeschlusses stand das RP mit den Anliegergemeinden Breisach am Rhein, Vogtsburg im Kaiserstuhl und Sasbach am Rhein sowie der Bürgerinitiative für eine verträgliche Retention Breisach/Burkheim e.V. in regelmäßigem Austausch. „Ich weiß um die Haltung der Region und um das klare Bekenntnis einen Beitrag zum Hochwasserschutz zu leisten. Ebenso weiß ich um die kritische Bewertung der Ökologischen Flutungen zur Anpassung des Naturraums. Ich bin zuversichtlich, dass die offenen Fragen hinsichtlich des Rückhalteraums in den laufenden Verhandlungen geklärt und entschieden werden“, so Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer.   

    Anstelle der vom Land beantragten Ökologischen Flutungen für die Anpassung des Naturraums wollen die Kommunen und die „Bürgerinitiative für eine verträgliche Retention Breisach/Burkheim e.V.“ jedoch allein eine Durchströmung von Schluten im Rückhalteraum Breisach/Burkheim erreichen.   

    Im Planfeststellungsbeschluss des Landratsamtes Breisgau-Hochschwarzwald vom Mai wurde dies berücksichtigt: Bereits vor dem Probebetrieb des Rückhalteraums wird mit einer frühzeitigen Durchströmung von Schluten („Schlutentest“) begonnen. Die Wirkungen dieses Schlutentests werden durch ein Monitoring begleitet, das zeigen wird, ob die Schlutenlösung eine naturschutzfachlich vertretbare Alternative zu den Ökologischen Flutungen sein kann. Bei der Auswahl des Gutachters, der die Wirkungen des Schlutentests bewertet, werden die Gemeinden einbezogen.     

    Damit der Schlutentest beginnen kann, müssen zuerst die Schutzmaßnahmen in der Ortslage von Burkheim und am Jägerhof fertiggestellt sein. So werden betriebsbedingt zusätzlich schadbringende Grundwasseranstiege beim Schlutentest und beim späteren Betrieb des Rückhalteraumes verhindert. Die Erkundungsbohrungen an den späteren Standorten der Schutzbrunnen haben bereits begonnen. „Wir werden auch weiterhin über die laufenden und geplanten Baumaßnahmen informieren und den guten und konstruktiven Dialog intensiv weiterpflegen“, so Harald Klumpp, Referatsleiter des Integrierten Rheinprogramms.    

    Weitere wichtige Bauabschnitte sind die Errichtung eines ersten Einlassbauwerks und die Verlegung der Blauwasser in ihr altes Gewässerbett. „Mit der Verlegung der Blauwasser stellen wir die Durchwanderbarkeit für Fische und andere Wasserlebewesen wieder her. Es wird außerdem neue Überflutungsfläche geschaffen, die durch den Bau des Sportplatzes des SV Burkheim am neuen Standort verloren geht“, so der für den Rückhalteraum zuständigen Ingenieur Volker Holschbach.     

    Als weitere Schritte stehen der Abschluss der laufenden Erkundungsbohrungen in Burkheim und am Jägerhof in Breisach an. Die Ergebnisse sind Grundlage für die Dimensionierung der Schutzmaßnahmen, die künftig betriebsbedingte, zusätzlich schadbringende Grundwasseranstiege vermeiden sowie die europaweite Ausschreibung der Ausführungsplanung.    

    Ein erstes INFOblatt – Sachstand und erste Baumaßnahmen – wird aktuell vom RP herausgegeben und an diesem Wochenende mit den Gemeindemitteilungsblättern in Breisach, Vogtsburg und Sasbach verteilt. 

    Die Gesamtinvestitionskosten für den Rückhalteraum Breisach/Burkheim belaufen sich auf 118 Millionen. Euro (Stand 2018). Der Bund trägt aus verschiedenen Fördertöpfen des Bundesverkehrsministeriums und des nationalen Hochwasserschutzprogramms rund drei Viertel der Gesamtkosten des Integrierten Rheinprogramms. Ein weiteres Viertel bezahlt das Land.

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