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RP Freiburg, Umwelt
  • Abteilung 5
    10.03.2017
    Regierungspräsidium Freiburg beginnt im April mit der Umgestaltung des Müllener Wehrs in Oberkirch-Nussbach (Ortenaukreis)
    Ausgleichsmaßnahme für den Neubau der Ortsumfahrung B28 bei Oberkirch // Durchgängigkeit der Rench zur Lachswanderung wird wieder hergestellt

    ​Das Regierungspräsidium Freiburg wird im April mit den Bauarbeiten zur Umgestaltung des Müllener Wehrs in Oberkirch-Nussbach beginnen. Das alte Wehr wird nach den neuesten technischen und ökologischen Standards erneuert, so dass dort die Durchgängigkeit der Rench wiederhergestellt wird und Fische, wie beispielsweise der Lachs flussaufwärts wandern können, heißt es in einer Pressemitteilung der Behörde.

    Auch der Hochwasserschutz und die Wasserkraftanlagen am Mühlkanal werden vom Umbau profitieren. Der Anteil, der zur Verbesserung der Gewässerökologie dient, wird als Ausgleichsmaßnahme für den Neubau der B28 Ortsumfahrung Oberkirch aus den Mitteln des Bundesverkehrsministeriums finanziert.

    Die Bauarbeiten werden voraussichtlich im April mit der Stromverlegung ans Wehr beginnen. Ab Mai sind die Arbeiten im Gewässer vorgesehen. Vor allem wegen möglicher Hochwasserabflüsse in der Rench ist die Baustelle sehr witterungsabhängig. Wenn alles planmäßig läuft, so die beim Landesbetrieb Gewässer verantwortliche Projektleiterin Elisabeth Korb, können die Arbeiten bis zum Jahresende abgeschlossen werden. Neben dem Umbau des Wehres, das nun eine automatisch gesteuerte Wehrklappe erhält und dem Einbau eines fischschonenden Rechens, werden auch ein Fischauf- und -abstieg neu gebaut. Die Aufträge für die Bauarbeiten in Höhe von insgesamt rund 1,14 Million Euro wurden an die Firma Wiegert und Bähr GmbH aus Renchen und die Firma Rendler Bau GmbH aus Offenburg vergeben. Damit liegt das Auftragsvolumen um etwa 170.000 Euro über der bisherigen Kostenschätzung.

    Während der Bauzeit kann es zeitweise zu Beeinträchtigungen kommen, so das Regierungspräsidium. Während der gesamten Bauzeit wird der linke Damm (in Fließrichtung) ganz oder abschnittsweise für den öffentlichen und landwirtschaftlichen Verkehr gesperrt sein. Als alternativen Verbindungsweg zwischen Oberkirch und Stadelhofen können Fußgänger und Radfahrer den rechten Damm benutzen. Eine entsprechende Ausschilderung wird vor der Sperrung installiert. Gegebenenfalls kann es durch Schwerlasttransporte zu weiteren kurzzeitigen Sperrungen und Umleitungen im Umkreis der Baustelle kommen. Über etwaige Umleitungen wird vorab rechtzeitig informiert.

    Während des Einbaus des Fischpasses und des Rechens, muss der Zulauf zum Mühlkanal geschlossen werden. Während dieser Zeit kann keine Wasserkraft betrieben werden. In Absprache mit den Müllener Wehrgenossen wird der Bauablauf so optimiert, dass der Ausfall so kurz wie möglich gehalten wird.

    Weitere Informationen:

    Wehranlagen stellen Wanderhindernisse für Fische dar. Beim „Aufstieg“, d.h. bei der Wanderung vom Rhein in den Schwarzwald, scheitern sie oft an der Höhe der Bauwerke, beim Abwärtsschwimmen können sie über die Mühlkanäle in die Turbinen geraten. Wanderfreudige Arten wie beispielsweise der Lachs sind daher in der Rench verschwunden. Die Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit und die Abgabe einer ausreichenden Mindestwassermenge am Müllener Wehr ist deswegen ein wichtiger Baustein bei der Revitalisierung der Rench und für die Erreichung des guten ökologischen Zustands, wie ihn die europäische Wasserrahmenrichtlinie fordert.

    Auf der linken Seite der Rench (in Fließrichtung) wird ein Fischaufstieg errichtet, die den von unten nach oben wandernden Fischen die Umgehung des Wehrs ermöglicht. Durch den Bau eines Horizontalrechens mit vollautomatischer Rechenreinigungsanlage am Einlauf in den Mühlkanal werden die Fische – aber auch Treibgut davon abgehalten, in den Mühlkanal und somit in die Turbinen zu geraten. Abwärtswandernde Fische folgen der Hauptströmung und werden durch den Horizontalrechen in den sogenannten „Fischabstieg“ geleitet. Somit können die Fische schadlos nach unten gelangen.

    Eine bewegliche, automatisch gesteuerte Wehrklappe ermöglicht die Haltung eines konstanten Wasserstandes und somit die gezielte Wasseraufteilung zwischen Mühlkanal und Rench. Bei Hochwasserabfluss legt sich diese Wehrklappe automatisch. Eine gegenüber heute um 60 Zentimeter tiefer gelegte feste Wehrschwelle in Kombination mit der Klappe verbessert somit den Hochwasserschutz.