Befehle des Menübands überspringen
Zum Hauptinhalt wechseln
Sie sind hier: RP Internet »Freiburg »Abteilung 7 »Pressemitteilung
RP Freiburg,  Schule und Bildung
  • Abteilung 7
    08.09.2017
    Schuljahresbeginn 2017/2018: Informationen des Regierungspräsidium Freiburg über aktuelle Entwicklungen in der Schullandschaft im Regierungsbezirk Freiburg

    ​Das baden-württembergische Kultusministerium hat am 06.09.2017 in zwei Pressemitteilungen Informationen zum Schuljahresbeginn veröffentlicht. Das Regierungspräsidium Freiburg ergänzt diese wie gehabt in einer Zumeldung. Schwerpunktthema ist dieses Mal die Unterrichtsversorgung und welche Maßnahmen ergriffen worden sind, um dem gegenwärtigen Engpass abzuhelfen.

    Der Regierungsbezirk Freiburg ist in die Verwaltungsbezirke Südlicher Oberrhein, Hochrhein-Bodensee und Schwarzwald-Baar-Heuberg eingeteilt und gliedert sich darüber hinaus in neun Landkreise sowie den Stadtkreis Freiburg.

    Die rund 1100 öffentlichen Schulen werden vom Regierungspräsidium Freiburg, Abteilung 7 und fünf Staatlichen Schulämtern betreut, gesteuert und verwaltet.

    An unseren Schulen werden etwa 280.000 Schülerinnen und Schüler aktuell von rund 22.700 Lehrkräften unterrichtet.

    Die Zahl der Schüler und ihre Verteilung

    Der von den Statistikern erwartete Rückgang der Schülerzahlen macht sich im Regierungsbezirk auch in diesem Schuljahr nicht bemerkbar. Die Anmeldezahlen bleiben nahezu gleich. In diesem Schuljahr werden rund 17.105 Erstklässler eingeschult – 2016 waren es 17.215 Erstklässler.

    Beim Übergang in die weiterführenden Schulen sind die Anmeldungen zur Haupt- und Werkrealschule (HWRS) weiterhin angestiegen auf 2032 Schülerinnen und Schüler – im vergangenen Schuljahr 16/17 gab es 1.714 Anmeldungen in Klasse 5 der HWRS, im Jahr davor waren es 1.567.

    Die Haupt- und Werkrealschulen werden bei zu geringer Anmeldung in Klasse 5 nicht postwendend aufgelöst. Sie bestehen solange, bis der letzte Jahrgang den Abschluss erreicht hat.

    Auch in den Realschul-Eingangsklassen (Klasse 5) verändert sich die Anmeldezahl nur unwesentlich. Es gibt dieses Jahr 6.307Anmeldungen statt 6.489 im vergangenen Jahr.

    An den öffentlichen Gymnasien im Regierungsbezirk Freiburg wurden dieses Mal 7.128 Fünftklässler angemeldet. Im Vorjahr waren es 6.967, im Jahr 15/16 waren es 6.870 Fünftklässler.

    An den Gemeinschaftsschulen (GMS) wurden in diesem Schuljahr rund 2.237 Schülerinnen und Schüler neu angemeldet. Im vergangenen Schuljahr wurden 2.440 Schülerinnen und Schüler aufgenommen. Somit ist derzeit ein leichter Rückgang der Schülerzahlen in der GMS um ca.200 Schülerinnen und Schüler  zu verzeichnen.

    Die derzeitigen Anmeldezahlen der Gemeinschaftsschule in den einzelnen Schulämtern (SSA) im Schuljahr 2017/2018

    SSA FR 303
    SSA KN 537
    SSA LÖ 614
    SSA OG 417
    SSA DS 366
    gesamt 2237

    Wie sieht es mit der Unterrichtsversorgung aus?

    Die Einstellungszahlen im Regierungsbezirk Freiburg an den öffentlichen Schulen sind mit rund 1.100 neu eingestellten Lehrkräften erneut hoch. (Vorjahr: 1.360). Aktuell sind noch offene Stellen im Internet ausgeschrieben. Etwa 180 Stellen konnten aufgrund der angespannten Bewerbersituation bisher nicht besetzt werden. Davon betroffen sind insbesondere die Grundschulen und Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren.

    Durch eine intensive, frühzeitige und umfassende Werbung auf dem Lehrkräftemarkt für Personen, die für das berufliche Schulwesen geeignet waren, sowie eine flexibel und schnell agierende Lehrereinstellung, konnten in diesem Jahr alle 200 Stellen an den beruflichen Schulen besetzt werden.
     
    Derzeitige Stellensituation im Regierungsbezirk Freiburg

    Stand: 31.08.2017 Stellen insgesamt, besetzte Stellen, besetzte Stellen mit unbefristeten Verträgen, besetzte Stellen mit Zeit-Verträgen noch offene Stellen
         
    Grundschule 400 250 160 90 150

    Sonderpädagogische Bildungs-und Beratungszentren 150 120 75 45 30

    Berufliche Schulen 200 200 110 90 0

    Weitere Maßnahmen zur Sicherung der Unterrichtsversorgung

    Zur Sicherung der Unterrichtsversorgung wurden neben den unbefristeten Einstellungen bereits ca. 250 befristete Verträge zusätzlich abgeschlossen. Darüber hinaus wurde eine große Zahl an Teilzeitanträgen zur Erhöhung des Lehrauftrags genehmigt. Weiterhin werden bisher beurlaubte Lehrkräfte gebeten, vorzeitig aus deren Beurlaubung in den Schuldienst zurückzukehren. Ebenso konnten erneut Pensionäre für Lehraufträge gewonnen werden. Das Einstellungsverfahren für das Schuljahr 2017/18 ist allerdings noch nicht abgeschlossen und endet erst am 30. September.

    Etwa 150 Stellen im Grundschulbereich und 30 Stellen im Bereich der Sonderpädagogischen Bildungs-und Beratungszentren sind noch nicht besetzt.

    Durch schulorganisatorische Maßnahmen wird die Unterrichtsversorgung nach Einschätzung des Regierungspräsidiums Freiburg in allen Schularten weitgehend gewährleistet, aber es gibt nur wenige Reserven, falls es zu krankheitsbedingten Ausfällen kommen wird. Wegen des Bewerbermangels sind  Engpässe vor allem im Ländlichen Raum vor allem in den Kreisen Waldshut, Tuttlingen und Rottweil gegeben. Schwierigkeiten erwartet das Regierungspräsidium im ganzen Bezirk hinsichtlich der Gewinnung von Vertretungslehrkräften, um krankheits- und schwangerschaftsbedingte Ausfälle von Lehrkräften aufzufangen. Die Schulverwaltung hat in den vergangenen Wochen alles getan und tut weiterhin alles, um die Unterrichtsversorgung sicherzustellen.

    Die Schulabteilung des Regierungspräsidiums Freiburg erwartet eine im Wesentlichen gesicherte Unterrichtsversorgung. Dies ist jedoch nach Schulart differenziert zu betrachten. Während die Gymnasien, die Schulen des Sekundarstufen I Bereichs (Realschulen, Gemeinschaftsschulen, Haupt-und Werkrealschulen) und die Beruflichen Schulen mit ausreichend Lehrpersonal versorgt sind, kommt es zu Engpässen in den Grundschulen und in der Sonderpädagogik.

    Insbesondere im Ländlichen Raum im Grundschulbereich und der Sonderpädagogik stehen einem großen Angebot an Stellen vergleichsweise wenige Bewerber gegenüber, sodass es auch im Schulbereich eine größere Herausforderung bleibt, geeignete und für den Einsatz im ländlichen Raum bereite Bewerber und Bewerberinnen zu gewinnen.

    Die Situation: Hoher Personalbedarf und weiterhin knappes Personal

    Momentan gibt es in Baden-Württemberg eine überproportional hohe Pensionierungswelle, die noch etwa drei bis vier Jahre deutlich spürbar sein wird. Gleichzeitig werden zur Umsetzung bildungspolitischer Vorgaben zusätzliche neue Stellen benötigt. Landesweit werden für Ganztagsschulen, Inklusion, die Stärkung der Kernkompetenzfächer in den Grundschulen, die Einführung des Aufbaukurses Informatik und die Stärkung der Realschulen 740 zusätzliche Stellen geschaffen. Zudem sinken die Schülerzahlen entgegen der Prognosen nicht, da die Geburtenzahlen wieder steigen und durch die Integration auch mehr Lehrer gebraucht werden. Gleichzeitig gibt es eine geringere Zahl von Neubewerbern, was durch die Umstrukturierung des Lehramtsstudiums wegen des Ausfalls eines ganzen Jahrgangs durch die Verlängerung der Ausbildungszeit um ein Jahr zusätzlich verschärft worden ist.

    Warum klärt sich die Situation erst nach und nach?

    Wie sich die Unterrichtsversorgung in den verschiedenen Schularten konkret darstellt, klärt sich erst nach Beginn des Schulbetriebs im Herbst 2017, wenn die Schulen definitiv wissen, wie viele Kinder und Jugendliche zu ihnen kommen. Bis Ende September erfassen die Schulen die tatsächlichen Schülerzahlen und melden diese an die Schulämter und Regierungspräsidien.

    Oft gibt es Änderungen, etwa wenn Schüler sich kurzfristig zum Besuch einer anderen Schule entschließen und sich nicht oder mit Verspätung dort abmelden, wo sie eigentlich erwartet werden. Von der tatsächlichen Schülerzahl hängt wiederum die Klassenstärke ab und wie viele Klassen tatsächlich gebildet werden können.

    Was unternimmt das Land Baden-Württemberg zur Lehrergewinnung?

    Das baden-württembergische Kultusministerium hat im Juli ein umfangreiches Maßnahmenpaket vorgestellt, um dem Mangel an Lehrkräften entgegenzuwirken:

    • Aufstockung der Teilzeitbeschäftigung
    • Kritische Prüfung von zukünftigen Teilzeitanträgen
    • Öffnung der Verdienstgrenze für Pensionäre
    • Hinausschieben der Altersgrenze für angehende Pensionäre
    • Einsatz angehender Lehrerinnen und Lehrer
    • Bindung von VKL/VABO-Lehrkräften
    • Rückkehr aus Beurlaubung
    • Befristeter Einsatz sogenannter Ein-Fach-Lehrkräfte

    Wegen eines Überangebots von Anwärtern im Gymnasialbereich wird den Bewerberinnen und Bewerbern eine Qualifizierung für den Grundschulbereich angeboten: 800 potenzielle Interessenten hat es landesweit gegeben, davon hatten sich 100 für diese Möglichkeit interessiert. Insbesondere an den berufliche Schulen wird die Chance genutzt, Quereinsteiger für den Schuldienst zu gewinnen. Außerdem ist es erklärtes Ziel der Landesregierung, die Zahl der Abordnungen deutlich zu verringern, um diese Lehrer für den Unterricht einsetzen zu können.

    Weitere Maßnahmen betreffen die Flexibilisierung des Einstellungsverfahrens für Lehrer: So können bis zu 100 Prozent der zu besetzenden Stellen im Ländlichen Raum schon im Dezember ausgeschrieben werden. Bewerberinnen und Bewerber können künftig auch über das Ende der Frist am 31. März im Hauptverfahren berücksichtigt werden.

    Außerdem haben auch Anwärterinnen und Anwärter aus anderen Bundesländern die Möglichkeit, auf Basis vorläufiger Bescheinigungen am Bewerbungsverfahren teilzunehmen (bislang erst nach dem zweiten Staatsexamen). Darüber hinaus gibt es einen Ausgleich zwischen den Stellenkontingenten der Regierungspräsidien, um die unterschiedliche Bedarfslage durch eine bessere Steuerung der Einstellung zu optimieren.

    Mittel- bis langfristige Maßnahmen sind ebenfalls vorgesehen: So sollen Haupt- und Werkrealschullehrerinnen und –lehrer künftig verstärkt an den Sonderpädagogischen Beratungs- und Betreuungszentren (SBBZ) eingesetzt werden, weil immer weniger Schüler die Haupt- und Werkrealschulen besuchen. Qualifizierungslehrgänge und ein Aufbaustudium sind für Lehrkräfte vorgesehen, die noch keine sonderpädagogische Ausbildung absolviert haben. Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter sollen verstärkt im Ländlichen Raum eingesetzt werden, um dem dort bestehenden Mangel abzuhelfen.

    Der Zugang soll für Lehrkräfte aus Nicht-EU-Staaten erleichtert werden. Außerdem sind künftig verpflichtende qualifizierte Planungsgespräche zwischen Schulleitung und Schulverwaltung gebe, um die Ressourcen bedarfsgerecht einzusetzen. Im Rahmen der Gesamtsteuerung ist vorgesehen, verstärkt Abordnungen und Versetzungen in schlechter versorgten Gebieten vorzunehmen. Schließlich sollen Bedarfs- und Einstellungsplanung weitsichtiger gestaltet werden, sodass ein Vorlauf von mindestens sechs Jahren entsteht. Das Land hat außerdem den geplanten Abbau von Stellen rückgängig gemacht, da die Annahme sinkender Schülerzahlen sich als falsch herausgestellt hat. Zudem werden mehr Ausbildungsschulen im ländlichen Raum angesiedelt. Dadurch erhofft sich das Ministerium eine frühzeitige Bindung der jungen Menschen im ländlichen Raum.

    Vorbereitungsklassen für Flüchtlinge

    Im Regierungsbezirk Freiburg werden aktuell in allgemeinbildenden Schulen 6.366 geflüchtete Kinder und Jugendliche in rund 409 Vorbereitungsklassen unterrichtet. Im vergangenen Schuljahr waren es 411 Klassen.

    Im Schuljahr 14/15 haben die Beruflichen Schulen mit vier Vorbereitungsklassen (VABO = Vorbereitung Arbeit und Beruf Ohne Deutschkenntnisse) begonnen, zum beginnenden Schuljahr 16/17 hatte das RPF 112 VABO-Klassen eingerichtet und 1.843 Schülerinnen und Schüler darin aufgenommen. Im Schuljahr 2017/2018 beginnen die Beruflichen Schulen mit 130 VABO-Klassen mit rund 2.144 Schülerinnen und Schüler.

    Ganztagsschulen

    Für das neue Schuljahr haben viele kleine Grundschulen vom Ganztagsschulgesetz Gebrauch gemacht und die darin ermöglichte Wahlform des offenen Angebots gewählt. Neu dabei sind in diesem Jahr 13 Grundschulen, eine Werkrealschule und ein Gymnasium. Das neue Ganztagsschulgesetz sieht für Grundschulen ein verbindliches oder offenes Angebot vor. Beim offenen Angebot haben die Schulen die Wahlmöglichkeit: Sie können für einzelne Klassen an drei Tagen sieben bis acht Stunden anbieten oder das Gleiche an vier Tagen.

    Die Teilnahme am Ganztagsbetrieb erfordert eine Anmeldung. Bei Anmeldung der Schülerin oder des Schülers am Ganztagsbetrieb ist die Teilnahme für ein Schuljahr verbindlich. Führt die Grundschule einen Ganztag in verbindlicher Form, dann ist der Ganztagsbetrieb für die gesamte Grundschule eingerichtet und alle Schülerinnen und Schüler nehmen daran teil. Viele Grundschulen haben einen Teil der ihnen zur Verfügung stehenden Lehrerwochenstunden monetarisiert, um externes Personal in ihr Ganztagesangebot einbinden zu können.