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  • Abteilung 4
    07.02.2018
    Regierungspräsidium Freiburg setzt Sanierung der Fahrbahn auf der A 5 südlich der Tank- und Rastanlage Mahlberg (Ortenaukreis) fort
    3,7 Kilometer langer Abschnitt der Autobahn wird grundhaft erneuert / Baustelle dauert bis Anfang Dezember 2018

    Das Regierungspräsidium (RP) saniert auf der A 5 ein 3,7 Kilometer langes Teilstück zwischen den Anschlussstellen Lahr und Ettenheim. Die Sanierung soll am 19. Februar in südlicher Verlängerung des bereits 2017 sanierten Abschnitts südlich der Rastanlage Mahlberg beginnen und dauert bis voraussichtlich Anfang Dezember 2018, heißt es in einer Pressemitteilung der Behörde. Staugefahr besteht insbesondere Ende Februar bis Anfang März. Grund hierfür ist der Aufbau von Verkehrssicherungen an diesen Tagen, wodurch den Verkehrsteilnehmern nur jeweils ein Fahrstreifen zur Verfügung steht.

    Bereits 1998 ist die Fahrbahndecke in diesem Bereich saniert worden. Damals wurde die bestehende Betonfahrbahn mit einer 20 Zentimeter starken Asphaltkonstruktion überbaut. Diese Sanierung wurde als Provisorium der vorhandenen Fahrbahn angesehen, da mit einem sechsstreifigen Ausbau der Autobahn zu rechnen war. Nun sind mittlerweile 20 Jahre vergangen, der Verkehr und insbesondere der LKW-Anteil haben in dieser Zeit in hohem Maße zugenommen. Im nun gültigen Bundesverkehrswegeplan ist der Autobahnabschnitt zwischen Offenburg und Riegel im sogenannten „Weiteren Bedarf mit Planungsrecht (WB*)“ eingestuft. Dies bedeutet, dass das RP zwar den sechsstreifigen Ausbau planen darf, aber die Baumaßnahme erst ab dem Jahr 2030 realisieren kann. Um einen Sanierungsstau zu vermeiden, hat sich deshalb das RP dazu entschlossen, die nun 20 Jahre alte Fahrbahn abschnittsweise von Offenburg bis Riegel schon jetzt zu sanieren.

    Damit die Gelder für die Fahrbahnsanierung sinnvoll eingesetzt werden können, wurden vom RP bereits grundlegende Entscheidung für den sechsstreifigen Ausbau getroffen: Die komplette Fahrbahn wird ausgebaut, recycelt und im Vollausbau an die zukünftige Höhenlage wiederhergestellt. Die Mitteltrennung im Mittelstreifen wird mit einer Betongleitwand ebenfalls an den zukünftigen Querschnitt abgestimmt. Somit müssen beim späteren Ausbau jeweils nur noch die zusätzliche Standspur je Fahrtrichtung erweitert werden. Dies bedeutet einen deutlich schnelleren Baufortschritt und die Gelder der jetzigen Fahrbahnsanierung werden bereits in den späteren Ausbau investiert.

    Zwischen Anschlussstelle Ettenheim und Rastanlage Mahlberg wird auf der West- und Ostfahrbahn (vier Fahrstreifen und zwei Standspuren) die Strecke saniert. Parallel zu den Erneuerungsarbeiten erfolgt eine Verbreiterung von jetzigen 11,30 Meter auf jeweils zwölf Meter (Ost- und Westfahrbahn), die sich im Wesentlichen auf den Mittelstreifen erstreckt. Das ermöglicht künftig eine bessere und sichere Verkehrsführung während der einzelnen Bauphasen.

    Die vorhandene Asphaltkonstruktion mit der darunter liegenden Betonfahrbahn wird ausgebaut und zu einem Recyclingmaterial vor Ort aufbereitet. Dieses Material wird anschließend wieder als Frostschutzschicht eingebaut. Die neue 34 Zentimeter starke Asphaltkonstruktion besteht aus 22 Zentimeter Asphalttragschicht, acht Zentimeter Asphaltbinder- und vier Zentimeter Asphaltdeckschicht. Insgesamt werden in diesem Abschnitt etwa 84.000 Tonnen Betonrecycling aufbereitet und knapp 87.000 Tonnen Asphalt eingebaut.

    Die in diesem Streckenabschnitt befindlichen drei Brücken werden ebenfalls saniert. Die vorhandenen Schutzplanken im Mittelstreifen und am Außenrand werden komplett umgerüstet und auf den neusten Stand der Technik gebracht. Dabei wird im Mittelstreifen die vorhandene einfache Distanzschutzplanke durch eine zweifache Gleitwand aus Beton ersetzt, die auch einem möglichen LKW-Durchbruch standhält. 

    Der Streckenabschnitt der Autobahn verläuft zum Teil durch Waldstücke, in denen die unter Naturschutz stehende Wildkatze nachweislich vorkommt. Erst im Januar 2017 wurden zwei Wildkatzen überfahren. Damit dies in Zukunft nicht mehr passieren kann, wird parallel zu den Sanierungsarbeiten ein Wildkatzenschutzzaun auf einem Betonfundament neu gebaut, den die Tiere auch nicht überklettern können. Die Zaunpfosten werden auf das Streifenfundament auf gedübelt und sind im Hinblick auf den späteren sechsstreifigen Ausbau der Autobahn auch demontierbar und somit wiederverwendbar. Der Zaun wird beidseitig mit eine Gesamtlänge von etwa fünf  Kilometern hergestellt.

    Die Bauarbeiten beginnen am Montag, 19. Februar mit der Baustelleneinrichtung und Vorarbeiten im Bereich der Rastanlage Mahlberg-Ost. Am 20. Februar wird auf einer Länge von etwa 800 Metern die Verkehrssicherung im Bereich der Rastanlage in Richtung Karlsruhe aufgebaut, wodurch den Verkehrsteilnehmern nur ein Fahrstreifen zur Verfügung steht. Am Tag darauf, den 21. Februar wird dies analog auf der Westseite in Richtung Basel der Fall sein. An diesen Tagen muss mit erheblicher Verkehrsbehinderung gerechnet werden.

    Anschließend stehen die Bauarbeiten im Mittelstreifen an. Dazu muss der Autobahnverkehr für die jeweilige Fahrtrichtung nach Basel bzw. nach Karlsruhe nach außen verschwenkt werden. Somit wird der Mittelstreifen frei und die Bauarbeiten können zügig ausgeführt werden -  diese Verkehrsführung nennt man 2s+2s.

    Bevor es zu dieser Verkehrsführung kommt, muss zuerst noch die bestehende Verkehrssicherung zurückgebaut werden und die neue Verkehrssicherung aufgebaut werden. Der Abbau in Fahrtrichtung Basel wird am 26. Februar sein. In Fahrtrichtung Karlsruhe wird ab dem 27. Februar bis spätestens 3. März die alte Verkehrssicherung abgebaut und anschließend direkt die neue Verkehrssicherung für den 2s+2s Verkehr eingerichtet. Vom 5. März bis 8. März ist der Aufbau der 2s+2s Verkehrsführung in Fahrtrichtung Basel geplant.

    Probleme werden beim Ab- und Aufbau dieser Bauphasen erwartet, da hierzu Standspur und rechte Fahrspur gesperrt werden müssen. Dadurch steht dem Verkehrsteilnehmer für wenige Tage Ende Februar bis Anfang März wieder nur eine Fahrspur je Fahrtrichtung zur Verfügung. Das Regierungspräsidium Freiburg rechnet mit Stauungen von bis zu zehn Kilometern Länge. Um diese Bauphase jedoch so kurz wie möglich zu halten, wird von der ausführenden Baufirma ein Zwei-Schichtbetrieb ausgeführt. 

    Ab dem 21. März werden die gesamten vier Fahrspuren auf den östlichen Teil der Autobahn verlegt, somit ist das Baufeld für die eigentlichen Fahrbahnsanierungsarbeiten auf der westlichen Seite der Autobahn frei. Diese Bauphase soll Ende Juli abgeschlossen sein, danach wird der östliche Teil der Autobahn grundhaft saniert. Die gesamten Bauarbeiten für das Sanierungsprojekt soll Anfang Dezember 2018 fertig gestellt sein.

    Das RP Freiburg wird die im Streckenabschnitt befindliche Tank- und Rastanlage Mahlberg-Ost zeitgleich um- bzw. ausbauen. Hier werden neben dem laufenden Bau von Lärmschutzwänden auch weitere LKW-, Bus-, und Wohnmobilstellplätze hergestellt. Außerdem werden die Beleuchtungsanlage und die Aufenthaltsflächen erneuert. Auf dem Areal ist daher mit erheblichen Lärmbelästigungen zu rechnen. Zudem werden weniger Stellplätze zur Verfügung stehen und die Durchfahrtsbreiten müssen an manchen Tagen auf maximal 2,75 Meter verringert werden.

    Der Bund als Baulastträger der Autobahn investiert dieses Jahr insgesamt rund 18 Millionen Euro in die beiden Maßnahmen.
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