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  • Abteilung 5
    22.02.2018
    Regierungspräsidium Freiburg informiert in Sitzung des Gemeinderats Neuried über Planung des Hochwasserrückhalteraumes Ichenheim/Meißenheim/Ottenheim
    Fachplanungen sollen Zug um Zug vorangetrieben werden // Antrag auf Planfeststellung erfolgt voraussichtlich 2019

    Harald Klumpp, Panajotis Katinakis und Torben Ott vom Regierungspräsidium  Freiburg haben in einer Sitzung des Gemeinderates Neuried über die konzeptionelle Planung des Rückhalteraumes Ichenheim/Meißenheim/Ottenheim (IMO) berichtet. Ziel der Mitarbeiter des Integrierten Rheinprogramms ist es, die Fachplanungen zu vertiefen und Zug um Zug die Antragsunterlagen für den Planfeststellungsantrag voranzubringen, heißt es in einer Pressemitteilung der Behörde.

    Bereits am 22. November 2016 hatte das Regierungspräsidium zu einem Bürgerabend in der Festhalle Meißenheim eingeladen. Dabei konnten sich die Bürgerinnen und Bürger über den Planungsstand des Hochwasserrückhalteraums informieren und ihre Anregungen einbringen. Am 19. Oktober 2017 fand ein weiterer Bürgerabend in Schwanau-Ottenheim statt. Auf der Tagesordnung stand das Thema „Konzeption“. Im Nachgang zu diesem Termin wurde nun die konzeptionelle Planung des Rückhalteraumes in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats Neuried am Mittwochabend (21. Februar) vorgestellt. 

    Torben Ott, Leiter der Projektgruppe Offenburg, informierte die Rätinnen und Räte und die anwesenden Bürgerinnen und Bürger, wie der Rückhalteraum funktionieren soll und welche technischen Bauwerke dafür erforderlich sind. Die Standorte für das Einlass- und das Auslassbauwerk stehen fest. Dazu wurden mit Variantenuntersuchungen hydraulische und ökologische Randbedingungen abgeprüft. Die Vorplanungen für die beiden zentralen Bauwerke sind nahezu abgeschlossen, so dass mit der Entwurfsplanung begonnen werden kann. 

    Die Erhebungen für die Umweltplanung wurden im Laufe des letzten Jahres abgeschlossen. Aus ökologischer Sicht sehen die Planer die Reaktivierung und Aufwertung vorhandener Schluten vor, so dass auch bei kleinen Ökologischen Flutungen eine großflächige Überflutung und damit eine Anpassung an die künftigen Verhältnisse stattfinden können.

    Der eigentliche Hochwasserrückhalteraum selbst befindet sich auf den Gemarkungen Schwanau-Ottenheim und Meißenheim, jedoch liegt ein Teil des Abstrombereichs auf Gemarkung Ichenheim. „Demzufolge sind auch Maßnahmen auf Gemarkung Ichenheim vorgesehen“, erläuterte  Projektleiter für den Rückhalteraum Panajotis Katinakis. Beispielsweise müssen die Gewässer und vorhandene Durchlassbauwerke an die künftigen Abflussbedingungen angepasst werden. Ferner soll ein Dammverteidigungsweg an den Hochwasserdamm X angelegt werden. Die dazu erforderlichen Baugrunderkundungen sind abgeschlossen.

    „Wir werden weiterhin den engen Dialog mit den Gemeinden und deren Bürgern pflegen und frühzeitig über die weiteren Planungsschritte informieren“, so Harald Klumpp, Referatsleiter für das Integrierte Rheinprogramm beim Regierungspräsidium Freiburg. Nach der Sommerpause 2018 ist ein weiterer Bürgerabend zur Information über die Anpassung und Ertüchtigung der Hochwasserdämme vorgesehen. Der Antrag auf Planfeststellung ist nach Angaben der Behörde voraussichtlich 2019 vorgesehen.

    Hintergrundinfos:

    Das Integrierte Rheinprogramm (IRP) ist ein Konzept des Landes Baden-Württemberg, mit dem umweltverträglicher Hochwasserschutz erreicht und die Auen renaturiert werden sollen. Das IRP basiert auf einer 1982 geschlossenen Vereinbarung zwischen Deutschland und Frankreich. Auf ehemaligen Überflutungsflächen sind zwischen Basel und Mannheim insgesamt 13 Rückhalteräume erforderlich.

    Der Rückhalteraum Ichenheim/Meißenheim/Ottenheim (IMO) ist ein wesentlicher Bestandteil für den Hochwasserschutz am Oberrhein. Er trägt dazu bei, dass bei einem Hochwasserereignis der Schutz der Menschen und Infrastruktur nördlich von Iffezheim wieder so hergestellt wird, wie er vor dem Bau der Staustufen bestanden hat. 

    Der Rückhalteraum IMO erstreckt sich von Süd nach Nord auf den Gemarkungen Schwanau-Ottenheim, Meißenheim und Neuried-Ichenheim. Im Westen wird er von der Stauhaltung Straßburg und im Osten von den Rheinhauptdämmen IX und X (sog. Tulladämme) begrenzt. Die Flächen im Rückhaltraum waren bis zur Inbetriebnahme der Staustufe Straßburg 1970 natürliches Überschwemmungsgebiet des Rheins. Mit dem Rückhalteraum IMO können bei einer maximalen Überflutungsfläche von 390 Hektar insgesamt 5,8 Millionen Kubikmeter Hochwasser zurückgehalten werden.
     

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