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  • Abteilung 5
    08.03.2019
    Regierungspräsidium Freiburg informiert zum Stand der Arbeiten für die Schutzmaßnahmen in Kappel-Grafenhausen (Ortenaukreis) am Polder Elzmündung
    Bohrungen für die letzten Schutzbrunnen bis in 25 Meter Tiefe // Setzen der Schächte soll im Mai 2019 abgeschlossen sein

    Etwa 25 interessierte Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung des Regierungspräsidiums (RP) Freiburg am heutigen Freitag (8. März) zu einem Informationstermin über den Stand der Bauarbeiten für die Schutzmaßnahmen in Kappel. Anwohner und Bürger konnten sich direkt vor Ort ein Bild über die Baumaßnahmen machen.

    Torben Ott, Bernhard Lonsdorfer und Philipp Schäfer erläuterten die Pläne des Regierungspräsidiums und den Stand der Arbeiten. Interessierte Zuhörer waren auch Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinde Kappel-Grafenhausen und der Bürgerinitiative „Trockene Keller“.

    Die Experten standen Rede und Antwort zur technischen Umsetzung des Brunnen- und Leitungsbaus. Fragen zur Sicherheit bei Stromausfall und der Funktionsweise bei einem Einsatz des Hochwasserrückhalteraums Elzmündung waren von großem Interesse. Das RP, als Betreiberin des künftigen Rückhalteraumes Elzmündung, sorgt durch den Bau und Betrieb der Schutzbrunnen in Kappel dafür, dass bei Betrieb des Rückhalteraumes keine zusätzlichen schadbringenden Grundwasseranstiege entstehen können.

    Der Bau der ersten beiden Schutzbrunnen wurde im Jahr 2016 mit Abschluss der Pumpversuche fertiggestellt. Auf Basis der Pumpversuchsergebnisse wurden die Brunnengalerien, bestehend aus insgesamt zehn Schutzbrunnen mit Ablaufleitungen in die Elz, weiter geplant.

    „Zu Beginn der Baumaßnahmen wurden im August bis Oktober 2017 an allen Brunnenstandorten Erkundungsbohrungen bis in eine Tiefe von rund 30 Metern durchgeführt und der jeweilige Untergrundaufbau detailliert ermittelt“, erläuterte Philipp Schäfer, Projektingenieur beim RP für die Schutzmaßnahmen.

    Anschließend wurden die Druckrohrleitungen verlegt. Die Druckrohrleitungen verlaufen entlang der beiden Brunnengalerien und verbinden sich in Richtung Auslassbauwerk zu einer großen Rohrleitung mit einem Durchmesser von 900mm. Die Verlegearbeiten der insgesamt 900 Meter Leitungen wurden bereits in der ersten Jahreshälfte 2018 abgeschlossen. Das Auslassbauwerk ist nahezu fertig gestellt. Zum Abschluss wird noch ein kleiner Teich als Auslassbecken hergestellt, von dem aus das Wasser dann in die Elz abfließen kann.

    Derzeit wird für die letzten Schutzbrunnen, die auf der Grundlage der Erkundungsbohrungen optimal an die lokalen Untergrundverhältnisse angepasst wurden, bis in die Tiefe von etwa 25 Meter mit einem Durchmesser von zwei Metern gebohrt. In das Bohrloch wird dann der Brunnenfilter mit einem Durchmesser von 1,2 Meter eingebaut. In den Zwischenraum wird sogenannter Filterkies eingefüllt. Bei den meisten Brunnen sind die Arbeiten inzwischen abgeschlossen.

    Parallel wurde bereits mit dem Setzen der Brunnenschächte begonnen. Diese konnten bei der Baustellenbegehung besichtigt werden. Das Setzen der Schächte wird voraussichtlich im Mai 2019 abgeschlossen sein.

    Im Zuge der bevorstehenden Umsetzung der Stromversorgungs- und Steuertechnik werden die Trafostationen hergestellt und an das Mittelspannungsnetz angeschlossen. Zudem werden alle bereits verlegten Strom- und Steuerkabel fachgerecht miteinander verbunden. „Alle Leitungen liegen im Bereich der vorhandenen Wege unter Gelände, welches nach Abschluss der Baumaßnahme wiederhergestellt wird“, so Bernhard Lonsdorfer, Projektleiter für den Rückhalteraum Elzmündung. Dies gilt auch für alle landwirtschaftlichen Flächen, die vorübergehend für die Baumaßnahme benötigt wurden.

    „Nach Abschluss aller Arbeiten können die Schutzmaßnahmen auch auf Wunsch der Gemeinde Kappel-Grafenhausen unabhängig vom Betrieb des Rückhalteraumes zum Schutz der Ortslage eingesetzt werden “, erläuterte Torben Ott. Die Gemeinde und das Regierungspräsidium haben hierzu im Jahr 2011 eine Vereinbarung abgeschlossen.

    Der Leiter der Projektgruppe Offenburg des Integrierten Rheinprogramms Torben Ott konnte auch zahlreiche Mitglieder des Polderbeirates begrüßen. Er bekräftigte noch einmal die Absicht des RP, kontinuierlich über die weiteren Arbeiten zu informieren. „Wir wollen mit Ihnen im Gespräch bleiben“, so Ott, der sich über die positive Resonanz und den angeregten Austausch bedankte.

    Weitere Informationen:

    Das Integrierte Rheinprogramm ist ein Konzept des Landes Baden-Württemberg mit dem Ziel vorrangig umweltverträglichen Hochwasserschutz zu erreichen. Dazu sind auf den ehemaligen Überflutungsflächen zwischen Basel und Mannheim 13 Rückhalteräume erforderlich. Mit dem Bau des Hochwasserrückhalteraumes Elzmündung wird einer dieser Rückhalteräume realisiert. Erste Baumaßnahmen sind bereits abgeschlossen. Dazu gehören die Sanierungen der Hochwasserdämme VII auf seiner Gesamtlänge von der Kläranlage Nonnenweier bis in den Süden von Wittenweier sowie VI auf Gemarkungen Kappel-Grafenhausen und Rhinau, die Sanierung der denkmalgeschützten Mühlbachschleuse im Hochwasserdamm VII bei Wittenweier, sowie zahlreiche ökologische Ausgleichsmaßnahmen auf den Gemarkungen Kappel-Grafenhausen und Rhinau.
    Fertiggestellt ist das zentrale Einlassbauwerk, mit dem Wasser aus dem Rhein in den Rückhalteraum geleitet wird. Der dortige Fischpass ist seit Juni 2018 in Betrieb. Weitere Baumaßnahmen wie der Abschlussdamm auf Gemarkung Schwanau, die Anpassung des Rheinseitendammes entlang des Rückhalteraumes sowie aktuell die Schutzmaßnahmen in der Ortslage Kappel sind ebenfalls im Bau. Die Fertigstellung des gesamten Rückhalteraumes ist für Ende 2021 geplant.​

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