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  • Abteilung 5
    04.07.2019
    Baustellenbesichtigung beim Rückhalteraum Elzmündung bei Schwanau (Ortenaukreis)
    Regierungspräsidium Freiburg informiert zum Stand der Arbeiten für das Durchlassbauwerk W2 in Wittenweier (Ortenau)

    Rund 40 interessierte Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung des Regierungspräsidiums (RP) Freiburg zu einem Infotermin über den Stand der Bauarbeiten für das Durchlassbauwerk W2 in Wittenweier. Anwohner und Bürger konnten sich direkt vor Ort ein Bild über die Baumaßnahme machen, heißt es in einer Pressemitteilung der Behörde.

    Torben Ott, Bernhard Lonsdorfer und Andrea Rosenfelder erläuterten die Pläne des Regierungspräsidiums und den Stand der Arbeiten. Interessierte Zuhörer waren auch Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinde Schwanau. Die Experten standen Rede und Antwort zur technischen Umsetzung des Durchlassbauwerks. Themen zur Steuerung des Ingenieurbauwerks und des gesamten Hochwasserrückhalteraums Elzmündung waren von großem Interesse.

    Seit Juni 2018 entsteht als Teil des Querriegels Wittenweier das Durchlassbauwerk W2 in der Elz. Der Bau des Querriegels mit den Bauvorhaben W1 und W2 ist notwendig, damit der Durchfluss des Hochwasserrückhalteraums gesteuert werden kann. Das Bauwerk W2 besteht aus drei Durchlässen, wovon zwei mit Regelungseinrichtungen ausgestattet sind.

    „Zu Beginn wurde als erstes eine Baustraße inklusive Rampenabfahrt vom Rheinseitendamm hergestellt. Nach Fertigstellung der Zufahrt konnten vom westlichen Ufer Ablagerungen von Sand und Kies in der Elz abgetragen werden. Dies war für den Gewässerabfluss während der Baumaßnahme erforderlich“, erläuterte Andrea Rosenfelder, Projektingenieurin beim RP. Im Zuge der Baustelleneinrichtung wurde die Dammscharte im Hochwasserdamm VII zurückgebaut.

    In einem zweiten Schritt waren im östlichen Bereich des Baufeldes umfangreiche Untersuchungen auf Kampfmittel notwendig. Nach einer Unterwassersondierung und Bergung aller Verdachtspunkte aus der Elz wurde das aufgeschüttete Baufeld mit Bohrungen tiefensondiert und einzelne Verdachtspunkte nachgegraben. Bei diesen Arbeiten wurde eine Panzerfaust geborgen, gesichert und dem Kampfmittelbeseitigungsdienst zur Entsorgung übergeben.

    Nachdem die Untersuchungen auf Kampfmittel abgeschlossen waren, konnte Anfang 2019 mit dem Einbau der Spundwände begonnen werden. Anschließend erfolgte innerhalb des entstandenen Spundwandkastens der Aushub bis auf die Unterkante der Unterwasserbetonsohle. Von einem in der Baugrube schwimmenden Ponton wurden mit einem Spezialbohrgerät Mikropfähle zur Sicherung der Unterwasserbetonsohle hergestellt. Für die 80 Zentimeter dicke Unterwasserbetonsohle wurde von Spezialtauchern 440 Kubikmeter Beton eingebaut.

    „Die Mikropfähle sind die Auftriebssicherung der Unterwasserbetonsohle beim Lenzen der Baugrube“, erklärte Bernhard Lonsdorfer, Projektleiter für den Rückhalteraum Elzmündung. „Beim Leerpumpen der Baugrube wurde das abgepumpte Wasser über eine Neutralisationsanlage geführt.“ Nach der Herstellung der Bodenplatte werden aktuell die ersten Stahlbetonbauteile bewehrt, geschalt und betoniert. Das Bauvorhaben Durchlassbauwerk W2 soll bis Mitte 2020 fertiggestellt sein.

    Von Torben Ott, Leiter der Projektgruppe Offenburg des Integrierten Rheinprogramms, wurde ausgeführt, dass seit Mai 2019 auch auf der westlichen Seite des Querriegels Wittenweier das Durchlassbauwerk W1 gebaut wird. „Nach Abschluss beider Baumaßnahmen werden diese durch einen Damm verbunden. Damit wird für Fahrradfahrer und Fußgänger eine direkte Verbindung zum Rheinseitendamm möglich.“

    Torben Ott konnte auch zahlreiche Mitglieder des Polderbeirates begrüßen. Er bekräftigte noch einmal die Absicht des RP, kontinuierlich über die weiteren Arbeiten zu informieren. „Wir wollen mit Ihnen im Gespräch bleiben“, so Ott, der sich für die positive Resonanz und den angeregten Austausch bedankte.

    Weitere Informationen:

    Das Integrierte Rheinprogramm ist ein Konzept des Landes Baden-Württemberg mit dem Ziel, vorrangig umweltverträglichen Hochwasserschutz zu erreichen. Dazu sind auf den ehemaligen Überflutungsflächen zwischen Basel und Mannheim 13 Rückhalteräume erforderlich. Mit dem Bau des Hochwasserrückhalteraums Elzmündung wird einer dieser Rückhalteräume realisiert.

    Seit dem Baubeginn im Jahr 2015 sind erste Baumaßnahmen bereits abgeschlossen. Dazu gehören die Sanierungen der Hochwasserdämme VII von der Kläranlage Nonnenweier bis in den Süden von Wittenweier sowie VI auf den Gemarkungen Kappel-Grafenhausen und Rhinau und die Sanierung der denkmalgeschützten Mühlbachschleuse im Hochwasserdamm VII bei Wittenweier. Umgesetzt wurden mittlerweile zahlreiche ökologische Ausgleichsmaßnahmen auf den Gemarkungen Kappel-Grafenhausen und Rhinau.

    Fertiggestellt ist ebenfalls das zentrale Einlassbauwerk, mit dem Wasser aus dem Rhein in den Rückhalteraum geleitet werden kann. Der dortige Fischpass ist seit Juni 2018 in Betrieb. Nahezu fertiggestellte Baumaßnahmen sind der Abschlussdamm auf Gemarkung Schwanau, die Engstelle in Kappel  und die Anpassung des Bermenwegs vom Rheinseitendamm entlang des Rückhalteraums. Im Bau  sind aktuell die Schutzmaßnahmen in den Ortslagen Kappel und Nonnenweier. Die Fertigstellung des gesamten Rückhalteraumes ist für Ende 2021 geplant.​

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