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  • Biosphärengebiet Schwarzwald
    11.09.2020
    Umweltminister Untersteller im Kleinen Wiesental: Projekte des Biosphärengebiet Schwarzwald vorbildlich für die landesweite Stärkung der Artenvielfalt
    Förderung des Landes dient der Offenhaltung der Landschaft im Großschutzgebiet

    Zum Start seiner Biodiversitätstour hat Umweltminister Franz Untersteller am Freitag Projekte im Biosphärengebiet Schwarzwald besucht. Im Kleinen Wiesental (Kreis Lörrach) ging es insbesondere um den Erhalt der Artenvielfalt, die Offenhaltung der Landschaft durch Beweidung sowie um die Vorbildwirkung des Großschutzgebiets, da zahlreiche Regelungen des neuen Biodiversitätsstärkungsgesetzes des Landes im Südschwarzwald bereits praktiziert werden. 

    Gemeinsam mit dem Ersten Landesbeamten Ulrich Hoehler vom Landratsamt Lörrach, Bürgermeister-Stellvertreter Klaus Worms und Christoph Huber von der Biosphären-Geschäftsstelle ging es zunächst zur Fischerhütte am Nonnenmattweiher. Dort besichtigten alle gemeinsam eine Extensivweide mit gemischter Rinder- und Ziegenbeweidung, die sich als Allmendfläche im Gemeindeeigentum befindet und von einem Landwirt mit Pflegevertrag offengehalten wird. „Das Land unterstützt die Landwirte beim Erhalt der Artenvielfalt über vertragliche Regelungen. Nur durch regelmäßige mechanische Gehölzentfernungen kann der naturschutzfachlich hochwertige Magerrasen auch in Zukunft erhalten werden“, betonte Minister Untersteller. 

    Zweite Station war eine Waldweide auf einer Fläche von sieben Hektar, die seit 2004 durch gezielte Pflege wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt werden soll. An dem Projekt beteiligt sind die Gemeinde Kleines Wiesental, das Landratsamt Lörrach, der Landschaftserhaltungsverband Lörrach, das Biosphärengebiet und das Regierungspräsidium Freiburg. Die Fläche wurde durch Entnahme von Bäumen aufgelichtet, gezielt beweidet und so über einen längeren Zeitraum an seine althergebrachte Nutzung herangeführt. Ziel war es, den aus der letzten Eiszeit stammenden Moränenwall zu öffnen. So können die Reste der noch vorhandenen Vegetation einer Flügelginsterweide mit Arnika und Silberdistel gesichert und ihre Verbreitung in der Fläche ausgedehnt werden. Gemeinsam mit dem Forst wurde eine praxisnahe Lösung erarbeitet, um den angrenzenden Buchenwald zu schonen. 

    Gleichzeitig ging es am Beispiel des Naturschutzgebiets Nonnenmattweiher um den Nutzungsdruck durch Erholungssuchende. Die Ranger des Biosphärengebiets sind dort mit ehrenamtlichen Naturschutzwarten wie Hartmut Heise im Einsatz, um die Besucher über das Vorkommen seltener Tier- und Pflanzarten aufzuklären und zur Rücksichtnahme aufzurufen. Weiteres Thema war die erfolgreiche Zusammenarbeit des Biosphärengebiets mit dem Landschaftserhaltungsverband Lörrach bei der Erhaltung historischer Weidbuchenbeständen, bei der Offenhaltung der Landschaft und bei gemeinsamen Veranstaltungen. 

    Zum Schluss führte Landwirt Werner Rützler eine im Rahmen des Förderprogramms des Biosphärengebiets mit Landesmitteln unterstützte Hangspezialmaschine vor. Diese wird auf steilen Lagen eingesetzt, um die Flächen zu bewirtschaften. „Über das Förderprogramm des Biosphärengebiet werden Landwirte bei der Pflege artenreicher Flächen in exponierter Lage unterstützt. Damit haben wir im Biosphärengebiet Standards für die Kooperation von Naturschutz und Landwirtschaft gesetzt, die durch das neue Biodiversitätsstärkungsgesetz landesweit umgesetzt werden sollen“, stellte Minister Untersteller fest.

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