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  • Abteilung 2
    27.10.2020
    Stromnetzinfrastruktur in der Gemeinde Eichstetten soll optimiert werden
    Runder Tisch beim Regierungspräsidium: Stromnetzbetreiber beschließen Gründung einer Arbeitsgemeinschaft
     Die Fünf-Bogen-Brücke in Eichstetten, Foto: Gemeinde Eichstetten

    Auf Initiative des Landesumweltministeriums und des Regierungspräsidiums Freiburg (RP) haben die Stromnetzbetreiber Amprion GmbH, Netze BW GmbH und TransnetBW GmbH am Dienstag eine gemeinsame Erklärung zur Gründung einer Arbeitsgemeinschaft unterzeichnet. Ziel ist es, Vorschläge zur Optimierung der Stromnetzinfrastruktur im Bereich Eichstetten zu erarbeiten. Wie das RP mitteilt, wurde die Vereinbarung im Rahmen eines Runden Tischs mit Vertretern der Gemeinde Eichstetten sowie der örtlichen Bürgerinitiative, der Landesbehörden, des Landratsamtes Breisgau-Hochschwarzwald und der Bundesnetzagentur beschlossen. Aufgrund der aktuellen Corona-Lage fand die Veranstaltung als Online-Konferenz statt.    

    Ende vergangenen Jahres hatte sich Michael Bruder, Bürgermeister der Gemeinde Eichstetten, an das Umweltministerium gewandt. Er bat darum, die geplanten Maßnahmen zum Ausbau der Stromnetzinfrastruktur auf der Gemarkung der Gemeinde zum Anlass zu nehmen, die städtebauliche Situation der Gemeinde nachhaltig zu verbessern. Unterstützt wurde dieses Anliegen von der örtliche Bürgerinitiative „Umspannwerk Eichstetten – So nit“. 

    „Die Strukturen in Eichstetten mit verschiedenen Leitungen und mehreren Umspannwerken in unmittelbarer Nähe zum Siedlungsbereich sind über Jahrzehnte gewachsen“ stellte Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer eingangs fest. „Die raumordnerische und städtebauliche Situation der Gemeinde lässt sich nur in einer Gesamtbetrachtung und in gemeinschaftlicher Herangehensweise verbessern“, erläuterte sie weiter. Sie dankte allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihre Bereitschaft, sich für so eine Gesamtbetrachtung zu öffnen.     

    Die Herausforderung bei der Umsetzung von Verbesserungsoptionen besteht darin, dass die Ausbaumaßnahmen jeweils von unterschiedlichen Vorhabenträgern in jeweils eigenständigen Verfahren umgesetzt werden. Einige Vorhaben stehen aufgrund des für die Energiewende notwendigen Stromnetzausbaus unter zeitlichem Realisierungsdruck. Andere Planungen dagegen können allenfalls mittel- bis langfristig betrachtet werden. Herr Ministerialdirektor Helmfried Meinel, der Vertreter des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, betonte, dass eine moderne und klimafreundliche Gesellschaft auf eine zuverlässige Stromversorgung angewiesen ist. „Der Ausbau der Stromnetzinfrastruktur ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Energiewende, bei der nicht Kohle- und Kernkraftwerke, sondern die erneuerbaren Energien wie Windkraft- und Photovoltaikanlagen die maßgeblichen Energielieferanten sind“.     

    Die Teilnehmer des Runden Tisches waren sich einig darin, dass der in den nächsten Jahren anstehende Ausbau von Stromleitungen und Umspannwerken im Raum Eichstetten Chancen eröffnet, die Stromnetzinfrastruktur vor Ort langfristig zu optimieren. „Wir haben die Sorgen und Anliegen der Gemeinde Eichstetten ernst genommen. Uns war aber von Beginn an klar, dass Verbesserungen nur im konstruktiven Dialog mit den Netzbetreibern erreicht werden können“, erläutert Ministerialdirektor Helmfried Meinel. Er zeigte sich erfreut darüber, dass die Anregung von Herrn Minister Untersteller, eine Arbeitsgemeinschaft der drei betroffenen Stromnetzbetreiber ins Leben zu rufen, von diesen positiv aufgenommen wurde.     

    Aufgabe der drei Netzbetreiber wird es nun sein, für das Bezugsjahr 2035 einen Plan zur Optimierung der Stromnetzinfrastruktur im Bereich Eichstetten zu erarbeiten. Dabei sind die Interessen der Gemeinde ebenso zu berücksichtigen wie die Erfordernisse der Energiewende. Den Ausgleich der Interessen soll ein Beirat der ARGE sicherstellen, in dem auch Gemeinde und Bürgerinitiative vertreten sind.   

    Im Rahmen des Runden Tischs erklärten die Netze BW GmbH und die Gemeinde Eichstetten zudem ihre Absicht, Verbesserungsmöglichkeiten bei der Führung zweier bestehender 110-kV-Leitungen auszuloten. „Damit stellen wir sicher, dass auch kurzfristig nach Möglichkeiten gesucht wird, unser Ortsbild zu entlasten. Insbesondere die historische Fünf-Bogen-Brücke über die alte Dreisam wollen wir von Masten und Leitungen freihalten“, zeigte sich Bürgermeister Bruderzufrieden mit den Ergebnissen des Runden Tisches.   

    Wie das RP mitteilt, werden die Teilnehmer der ARGE und des Beirats noch in diesem Herbst in einem gemeinsamen Workshop erste Planungsüberlegungen austauschen.

    Bild: Gemeinde Eichstetten

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