Der Bauabschnitt fotografiert aus der Luft

B 33 Allensbach-West - Konstanz

Abschnitt E

Aktueller Stand

Der Abschnitt E der Straßenbaumaßnahme B 33 Allensbach - Konstanz befindet sich im Bau. Seit Ende 2020 sind die Rohbauarbeiten abgeschlossen. Im laufenden Jahr wird der Tunnel ausgebaut und mit der notwendigen Betriebstechnik ausgestattet. Nach Fertigstellung der Betriebstechnik soll der Tunnel im Frühjahr 2022 in Betrieb gehen.

Kontakt

Fachinformationen Neubauleitung Singen
 

Yvonne Guduscheit
Projektleiterin
yvonne.guduscheit@rpf.bwl.de

Zwei grüne Sprechblasen Öffentlichkeitsbeteiligung

0761 208-4472
oeffentlichkeitsbeteiligung@rpf.bwl.de

Zahlen und Fakten

Ortslage: Gemeinde Reichenau, Gemeinde Allensbach, Stadt Konstanz
Bauherr: Bundesrepublik Deutschland
Eigentümer: Bundesrepublik Deutschland
Planung: Regierungspräsidium Freiburg

Termine

Aktuell sind keine Termine geplant. Wir informieren Sie unter anderem an dieser Stelle über aktuelle Termine wie Verkehrsfreigaben oder Öffentlichkeitsbeteiligungen.

Die Baumaßnahme im Überblick

Ausgangslage

Der Abschnitt E wurde mit seinem 450 Meter langen Waldsiedlungstunnel im Juli 2015 vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) für den Bau freigegeben. Am 17. Dezember fand der feierliche Spatenstich für den Tunnel statt.

Die Planungsarbeiten für den Tunnel Waldsiedlung wurden Anfang 2015 begonnen. Die Ausschreibungsunterlagen für den Tunnel wurden Mitte 2018 versendet und der Zuschlag Ende 2018 erteilt. Die Erd- und Spezialtiefbauarbeiten wurden 2019 ausgeführt. Seit Mitte 2019 erfolgen die Rohbauarbeiten. Diese werden 2021 abgeschlossen sein. Nachdem die Betriebstechnik eingebaut ist, soll der Tunnel im Frühjahr 2022 in Betrieb gehen.

Mit dem Bau des Waldsiedlungstunnels werden mehrere Funktionen erfüllt. Er gewährleistet den Lärmschutz für das benachbarte Wohngebiet Reichenau-Waldsiedlung, für das europäische Vogelschutzgebiet „Untersee des Bodensee“ sowie für die Urlaubsregion Bodensee. Weiterhin dient er der Kohärenzsicherung im Natura 2000-Gebiet und er sichert die Vernetzungsbeziehungen für die Tierwelt. Da der Tunnel im Bereich von Grundwasser liegt, sind hier umfangreiche Maßnahmen während des Baus und des Betriebs vorzusehen. Vor allem ist darauf zu achten, dass die Feuchtbiotope südlich des Tunnels zu keinem Zeitpunkt trockenfallen. Das verschmutzte Tunnelwasser wird separat gesammelt und in die Kläranlage geleitet.

Da der Tunnel im Bereich von Grundwasser liegt, sind hier umfangreiche Maßnahmen während des Baus und des Betriebs vorzusehen. Vor allem ist darauf zu achten, dass die Feuchtbiotope südlich des Tunnels zu keinem Zeitpunkt trockenfallen. Das verschmutzte Tunnelwasser wird separat gesammelt und in die Kläranlage geleitet.


Ziele der Maßnahme

  • Verbesserte Anbindung der Stadt Konstanz an das regionale Straßennetz
  • Verbesserung der Stausituation
  • Lärmschutz für das benachbarte Wohngebiet Reichenau-Waldsiedlung, für das europäische Vogelschutzgebiet „Untersee des Bodensee“ sowie für die Urlaubsregion Bodensee.
  • Kohärenzsicherung im Natura 2000-Gebiet
  • Sicherung von Vernetzungsbeziehungen für die Tierwelt

 


Geplante Maßnahmen

  • Bau des Tunnels
  • Erd- und Spezialtiefbauarbeiten
  • Tunnelbetriebstechnik

 


Informieren Sie sich

Öffentlichkeitsbeteiligung

Übersichtskarte mit Abschnitten, (pdf, 364 KB)

Plan Abschnitt E, (pdf, 222 KB)

 

Infobrief November 2020 (pdf, 210 KB)

Infobrief September 2020 (pdf, 208 KB)

Infobrief April 2021 (pdf, 109 KB)


Im Abschnitt E der Baustelle finden ab März Baustellenführungen auf Anfrage statt, die aktuell aufgrund der Coronapandemie ausgesetzt sind.


Naturschutz

Durch den verkehrlich notwendigen Ausbau der B 33 muss in die Natur und Landschaft eingegriffen werden. Diese Eingriffe werden so gering wie möglich gehalten. Dennoch notwendige Eingriffe werden durch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen ausgeglichen. Bisher entsteht bei Stau auf der B 33 Ausweichverkehr durch Allensbach und über den gesamten Bodanrück und belastet Mensch, Tier und Umwelt. Durch den Ausbau und die Vermeidung der beruflichen Staus werden die Verkehre aus den sensiblen Bereichen auf die Bundesstraße geführt.

Naturschutzrechtliche Maßnahmen werden in folgenden Bereichen durchgeführt:

Tiere

Grünbrücke Göldern
Vernetzung des Naturschutzgebietes mit dem Hinterland, Optimierung der südl. Zuführung zur Brücke

Die Brücke dient vor allem den kleineren Tieren. Bei Hochwasser, bei dem das Wollmatinger Ried überschwemmt wird und dann auch die Amphibienquerungen unter der B33 geflutet sind, ist die Grünbrücke die einzige Fluchtmöglichkeit.

Tunnel Waldsiedlung

Der Tunnel Waldsiedlung wurde auch vom Naturschutz gefordert. Er dient der Wiedervernetzung des nördlichen Waldgebietes mit dem Wollmatinger Ried. Natürlich dient der Tunnel auch dem Lärmschutz für die Anwohner der Reichenau Waldsiedlung. Allerdings hätte allein dieser Lärmschutz auch wirtschaftlicher realisiert werden können.

Amphibien-Querungsmöglichkeiten im Bereich nördlich des Waldsiedlungstunnels

Damit diese o.g. Wiedervernetzung nicht durch die spätere Kreisstraße (die dann auch als Umleitungsstrecke bei Tunnelsperrungen dient) gestört wird, werden im Zuge des Rückbaus der B33 alt (siehe unten) Amphibienleiteinrichtungen und Querungsmöglichkeiten gebaut.

Schutz der Tierwelt während der Baumaßnahme (z.B. Graureiherkolonie)

Diese schützenswerte Kolonie wurde durch bauzeitliche Anpassungen von Bauwerken geschützt, so dass sie nachweislich auch nach dem Bau noch vorhanden war und sich wohl sichtlich wohl gefühlt hat.

Anbringen von ca. 200 Fledermausnistkästen und waldbauliche Optimierung für Fledermäuse (ca. 9,8 Hektar)

Die unterschiedlich großen Fledermausnistkästen werden auch regelmäßig von Gutachtern überprüft und rd. die Hälfte wurde bereits nachweislich angenommen.

Anlage von Amphibienlaichgewässer und Flachteichen

Die Laichgewässer dienen vor allem den Tierarten Kammmolch und Laubfrosch.

Pflanzen

Aufforstungen im Waldgebiet Schlafbach (rd. 2,4 Hektar), bei Reichenau Waldsiedlung (0,4 Hektar) und Ersatzaufforstung Eberhardwiese bei Dettingen (ca. 1,1 Hektar)

Erweiterung der FFH Mähwiesen

Erweiterung des Naturschutzgebiets „Wollmatinger Ried“ (ca. 5,7 Hektar östlich und ca. 1,2 Hektar nördlich) und des Landschaftsschutzgebietes „Bodanrück“ (ca. 4,5 Hektar)

Aufwändige Wasserhaltung am Tunnel Waldsiedlung, um das Wollmatinger Ried zu erhalten

Das Wollmatinger Ried ist ein Naturschutzgebiet mit Europadiplom. Um dieses NSG nicht zu gefährden muss während der Bauzeit das Wasser der unterschiedlichen Grundwasserströme gefasst werden und an der gegenüberliegenden Seite der Baugrube im Bereich eben dieser Ströme breitflächig verrieselt werden. Im Endzustand des Tunnels wird durch Düker diese Grundwasserzufuhr zum Feuchtgebiet Wollmatinger Ried sichergestellt.

Flächenverbrauch

Ausbau der vorhandenen Trasse, Minimierung der Neuversiegelung

Es wird (außer in den Abschnitten A und E) die vorhandene Trasse der Planung zugrunde gelegt und auf eben dieser Trasse der Ausbau durchgeführt.

Reduzierter Querschnitt ohne Standstreifen

Um die Eingriffe weiter zu minimieren wurde nicht der „typische“ autobahnähnliche Ausbau gewählt, sondern die Variante ohne Standstreifen. Eingeplanten Pannenbuchten sollen helfen, liegen gebliebene Fahrzeuge und deren Insassen nicht zu gefährden.

Durch drei Tunnelbauwerke besseres Landschaftsbild

Die insgesamt drei Tunnel (Tunnel Waldsiedlung wurde oben schon genannt) tragen zur Verbesserung des Landschaftsbildes bei.

„Durchdachte“ Umleitungsstrecke

Die Umleitungsstrecke im Bereich Allensbach Mitte bis Hegne Ost wird so konzipiert, dass vieles im künftigen Straßennetz wieder genutzt werden kann. So wird die Umleitungsstrecke und die Baustraße nach der Eröffnung des Tunnels durch geringen baulichen Aufwand (Rückbau eines 2m Streifens, der dann als Grünstreifen dient) in einem Bereich zur späteren Kreisstraße und dem parallelen Radweg, in einem anderen Bereich zur Kreisstraße und einem Wirtschaftsweg. Im überwiegenden Bereich liegt die Umleitungsstrecke auf späteren Fahrbahnflächen.

Rückbau der B 33 alt und der L 220 Richtung Wollmatingen

Hier werden insgesamt ca. 6,9 Hektar entsiegelt (ca. 5,9 Hektar an der B 33 alt, ca. ein Hektar an der L 220).