Pressemitteilung

Abschnitt des Hochwasserrückhalteraums Weil-Breisach zwischen Märkt und Kleinkems steht für das nächste Hochwasser bereit

Offizielle Einweihungsfeier wegen Corona abgesagt // Regierungspräsidentin besichtigt fertiggestellte Tieferlegungsflächen

Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer, Harald Klumpp und Anke Kollmer bei der Einweihung

Weil die offizielle Einweihungsfeier des Abschnitts des Hochwasserrückhalteraums Weil - Breisach zwischen Märkt und Kleinkems wegen der aktuellen Coronaentwicklung kurzfristig abgesagt werden musste, hat Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer heute (30. Oktober) zusammen mit Harald Klumpp, Referatsleiter des Integrierten Rheinprogramms (IRP) im Regierungspräsidium und der für den Bau zuständigen Ingenieurin Anke Kollmer den ersten Abschnitt des Rückhalteraums besichtigt. Dabei wurde auch ein neuer Aussichtspunkt mit Infotafel und Ruhebank vorgestellt.     

Mit dem Abschnitt zwischen Märkt und Kleinkems ist der erste und südlichste der vier Planfeststellungsabschnitte des Rückhalteraums Weil - Breisach fertig. Mit der Tieferlegung (Auskiesung) der Flächen wurde in diesem Abschnitt neuer Naturraum für den Hochwasserschutz geschaffen. „Dieser Abschnitt ist ein unverzichtbarer Bestandteil des IRP und trägt zum wichtigen Hochwasserschutz der Rheinunterlieger bei. Gleichzeitig bietet er der Bevölkerung am Oberrhein mit dem lebenswerten Auenwald eine sehr attraktive Naherholungsmöglichkeit“, so Bärbel Schäfer.    

Umweltminister Franz Untersteller, betonte aus seinem Büro in Stuttgart: „Wir tun gut daran, trotz extremer Trockenheit und Niedrigwasserpegel auch das andere Extrem, nämlich das Hochwasser, nicht aus dem Blick zu verlieren.“ Denn angesichts des Klimawandels müsse man davon ausgehen, dass Extremereignisse weiter zunehmen werden. „Wir dürfen daher in unseren Bemühungen um den Hochwasserschutz nicht nachlassen.“     

Der Bund trägt aus verschiedenen Fördertöpfen des Bundesverkehrsministeriums und des nationalen Hochwasserschutzprogramms rund drei Viertel der Gesamtkosten des Integrierten Rheinprogramms. Hans-Heinrich Witte, Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt: „Hochwasser gefährden nicht nur Anlagen, Bauwerke und Menschen, sondern auch die Schifffahrt. Die Realisierung der Hochwasserschutzmaßnahmen an der wichtigsten europäischen Binnenschifffahrtsstraße, dem Rhein, hat auch für uns hohe Priorität. Deshalb sind wir gerne Finanzierungspartner. Die zügige Fertigstellung dieses Hochwasserrückhalteraums ist Ergebnis einer konstruktiven Zusammenarbeit des Bundes mit dem Land und der Region.“ Die Bundesbehörde ist zuständig für die Bundeswasserstraßen und gewährleistet einen sicheren und reibungslos fließenden Schiffsverkehr.    

Für den Landkreis Lörrach hat der Rückhalteraum darüber hinaus einen großen touristischen Mehrwert, wie der Erste Landesbeamte Ulrich Höhler betont: „Dieser Abschnitt erfüllt seinen Beitrag zum Hochwasserschutz und hat mit seinen Ufer- und Aueflächen ein naturnahes Gesicht erhalten. Jedes Mal, wenn ich mit dem Rad entlangfahre, staune ich über die neue Natur!“     

Die Infotafel und die Ruhebank befinden sich auf Höhe Huttingen (Efringen-Kirchen) am Randweg. Von dort schaut man direkt auf den Rückhalteraum mit dem Rhein. „An dieser Infotafel wird die rasante Naturentwicklung im Rückhalteraum nachvollziehbar“, freut sich Harald Klumpp. Die dortigen Flächen wurden um bis zu neun Meter tiefergelegt. Auf diesen Flächen stand anfangs blanker Kies. Schon nach wenigen Jahren hat sich hier natürlicherweise ein dichter Weiden-Pappelwald entwickelt. Im Hochwasserfall strömt das Wasser ohne jegliche technische Steuerung in die tiefergelegten bewaldeten Flächen. „Der Wald im Rückhalteraum hat bei Hochwasser die wichtige Funktion, die Hochwasserwelle zu verlangsamen und abzumildern“, so Anke Kollmer.  

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