Pressemitteilung

Hochwasser hat am Oberrhein kritische Pegelwerte nicht überschritten

Einsatz der Hochwasserrückhalteräume Kulturwehr Kehl/Straßburg und Polder Altenheim nicht notwendig

Das Kulturwehr Kehl/Straßburg während des Hochwasser im Juli 2021
Die kürzlich tiefergelegte Fläche auf Höhe von Grießheim neben dem Hauptstrom des Rheins im Rückhalteraum Weil-Breisach wurde überströmt
Das Kulturwehr Breisach mit abgesenkten Segmenten

Nachdem in den vergangenen Tagen durch Starkregen die Wasserstände im Rhein stark angestiegen waren, gibt es nun erstmal Entwarnung. Wie das Regierungspräsidium Freiburg (RP) am Freitag mitteilte, habe das Hochwasser am Oberrhein die kritischen Pegelwerte nicht überschritten. „Seit Dienstagabend bestand ein enger Austausch mit der Hochwasservorhersagezentrale in Karlsruhe. In Anbetracht der katastrophalen Lage in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sind wir erleichtert, dass die Situation am Oberrhein entspannter ist und wir auf einen Einsatz der Rückhalteräume Kulturwehr Kehl/Straßburg und Polder Altenheim verzichten konnten“, so Harald Klumpp, Referatsleiter für das Integrierte Rheinprogramm im RP. Die Steuerzentrale dieser Rückhalteräume am Kulturwehr Kehl/Straßburg sei rund um die Uhr besetzt und einsatzbereit gewesen.

Weiter südlich zwischen Weil am Rhein und Breisach wurden die bereits tiefergelegten Flächen des Rückhalteraums Weil-Breisach entlang des Rheins überströmt. Die dort stehenden Weiden und Pappeln bremsen das Wasser, was in diesen Bereichen zur Abflachung der Hochwasserwelle beiträgt.

„Auch wenn in den letzten Tagen der Einsatz der Rückhalteräume nicht notwendig war, zeigte sich wie zuletzt bei der Hochwasserwelle Ende Januar, wie gut das Zusammenspiel mit den Bauhöfen, den Kommunen, Feuerwehren und der Polizei in der Vorbereitung auf einen möglichen Einsatz funktioniert“, so der für das Kulturwehr Kehl/Straßburg zuständige Projektgruppenleiter Eric Schildwächter.

Der Landesbetrieb Gewässer des RP hatte die Rückhalteräume bereits Mitte der Woche weiträumig abgesperrt. Dies war erforderlich, um insbesondere für das im Rückhalteraum lebende Wild Rückzugsmöglichkeiten auf der Binnenseite zu schaffen. Die Absperrungen dienen außerdem dazu, dass sich keine Personen im Gefahrenbereich der Rückhalteräume aufhalten.

Um dem Rheinwasser mehr Raum zu geben, wurden die Segmente des Kulturwehrs Breisach am Dienstagabend abgesenkt. „Im Normalfall wird durch das Wehr der Rhein ein Stück aufgestaut. Dieses Wasser wurde abgelassen, um Platz zu schaffen für die kommenden Wassermengen“, erklärte Harald Klumpp. Aufgrund der langanhaltend hohen Rheinabflüsse sei das Pumpwerk Rheinhausen bereits seit Freitag, 9. Juli, in Betrieb.

Mit der Vorentleerung des Kulturwehres Kehl/Straßburg, die am Mittwochabend abgeschlossen war, wurde ebenfalls Platz für die Hochwasserwelle geschaffen. Zudem waren die Schutzbrunnen, Teiche und Pumpwerke in den Kehler Ortsteilen Marlen und Goldscheuer in Bereitschaft, um die Keller beim Hochwassereinsatz der Rückhalteräume zu schützen. Das RP dankt allen Bürgerinnen und Bürgern für ihre Umsicht und Rücksichtnahme und bittet auch bei künftigen Flutungen der Rückhalteräume die Einschränkungen zum Schutz der Wildtiere zu respektieren.

Wichtiger Hinweis

Trotz Entwarnung bleiben die Absperrungen um die Rückhalteräume Kulturwehr Kehl/ Straßburg und Polder Altenheim am Oberrhein noch bis Samstag, 15 Uhr, bestehen, um für unerwartet auftretende Ereignisse gewappnet zu sein. Das Regierungspräsidium Freiburg bitte die Bevölkerung um Verständnis für diese vorsorgliche Maßnahme.

Das Integrierte Rheinprogramm ist ein Konzept des Landes Baden-Württemberg, das auf ehemaligen Überflutungsflächen zwischen Basel und Mannheim insgesamt 13 Hochwasserrückhalteräume umfasst. Mit den Hochwasserrückhalteräumen Kulturwehr Kehl/Straßburg und Polder Altenheim können bis zu 54,6 Millionen Kubikmeter Hochwasser zurückgehalten werden. Dies trägt zum Hochwasserschutz für die Rheinunterlieger bei.

Weitere Informationen zum IRP im Internet: www.irp-bw.de.

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Heike Spannagel
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