Pressemitteilung

Landwirtschaftsminister Hauk und Regierungspräsidentin Schäfer präsentieren Ergebnisse des INTERREG-Projekts „AGRO Form Agrarökologie am Oberrhein“

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LandwirtschaftsministerPeter Hauk MdL und Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer haben am Dienstag dieErgebnisse des INTERREG-Projekts „AGRO Form Agrarökologie am Oberrhein“ aufeiner digitalen Abschlussveranstaltung präsentiert. „Der Einsatz für eineumweltgerechtere Landwirtschaft, der aktuell auf allen politischen Ebenen inEuropa priorisiert wird, darf an den Grenzen nicht Halt machen“, forderteSchäfer. Ziel müsse es sein, in grenzüberschreitender Zusammenarbeit dieLandwirtschaft mit dem Erhalt der natürlichen Artenvielfalt zu vereinbaren. 

„Unsere gemeinsameAufgabe ist es, die Landwirtschaft in Baden-Württemberg bei den anstehendenHerausforderungen bestmöglich zu unterstützen. So hat sich zum Beispiel dasLand dazu verpflichtet, den Einsatz von chemisch-synthetischenPflanzenschutzmitteln in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2030 um 40 bis 50Prozent zu reduzieren. Das INTERREG-Projekt trägt dazu bei, dass diesesambitionierte Ziel erreicht werden kann. Wir setzen in Baden-Württemberg aufeine leistungsfähige heimische Landwirtschaft und eine Versorgung der Menschenmit hochwertigen, regionalen Lebensmitteln“, sagte LandwirtschaftsministerPeter Hauk MdL. 

In dem von der EUgeförderten Projekt „AGRO Form“ haben sich unter Federführung desRegierungspräsidiums in den vergangenen vier Jahren Praktiker und Fachleute ausBaden, Rheinland-Pfalz, dem Elsass und der Nordwestschweiz ausgetauscht. Dabeiwurde auch der Dialog zwischen konventionellen und biologisch wirtschaftendenBetrieben verstärkt. 

Um den Einsatz vonDünger und Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren, wurden Bildungsmodule für dieBereiche Ackerbau, Weinbau, Obstbau und Gemüsebau erarbeitet. Diese sollen nunin der Aus- und Weiterbildung in allen drei Ländern am Oberrhein eingesetztwerden. Darüber hinaus gab es mehrere Treffen zwischen Auszubildenden inlandwirtschaftlichen Berufen aus Deutschland, der Schweiz und Frankreich. Sieerhielten Einblicke in die Bewirtschaftungsmethoden auf der jeweilsgegenüberliegenden Seite des Rheins. 

Im Praxisteil trafensich kompetente und innovative Leiter von Obst-, Wein-, Gemüse- undAckerbaubetrieben aus Baden, dem Elsass, der Schweiz und der Pfalz mehrmals imJahr. Sie tauschten sich über den Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemittelnsowie über die wirtschaftlichen Rahmendaten aus. Zudem dokumentierten sie fürdrei Jahre (2017 bis 2019) den erfolgte Pflanzenschutzmittel- undDüngemitteleinsatz für die verschiedenen Kulturen und werteten die Daten aus. 

In diesemgrenzüberschreitenden Netzwerk konnten innovative und bewährte Methoden zurReduktion von Pflanzenschutz- und Düngemitteln ohne wesentliche Gewinneinbußenidentifiziert, bewertet und in den Betrieben umgesetzt werden. Beispielhaftseien vorbeugende Maßnahmen wie Fruchtfolgen, späte Aussaat bei Wintergetreideoder die Wahl gesunder Sorten genannt. Darüber hinaus sollten Landwirte diePflanzenbestände regelmäßig auf Schadorganismen kontrollieren und vor derBekämpfung die Befallsintensität beachten. Bei der Bekämpfung vonSchadorganismen kommen mechanische (Hacke in Mais) oder biologische (zum Beispielder Einsatz einer Schlupfwespe gegen den Maiszünsler) Verfahren in Betracht. Umden Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren, schlagen die FachleuteMethoden der Präzisionslandwirtschaft, eine gezielte Mittelwahl, spezielleDüsentechniken und häufige Überfahrten vor. Auch die Anwendung in der Nachtkann von Vorteil sein, da es dann windstill ist und keine Insekten fliegen.​

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