Pressemitteilung

Naturschutz rund um den Feldberg

Regierungspräsidium legt Managementplan für das FFH-Gebiet „Hochschwarzwald um den Feldberg und Bernauer Hochtal“ (Landkreis Waldshut, Breisgau-Hochschwarzwald und Lörrach) vor

 

Durch den großen Höhenunterschied von nahezu 1.000 Metern und die jahrhundertelange Nutzung existiert eine beeindruckende Vielfalt an Lebensräumen innerhalb des FFH-Gebiets. Typisch für den Südschwarzwald ist die traditionelle Beweidung der Hochflächen als Allmende. So entstanden ausgedehnte artenreiche Borstgrasrasen, Trockene Heiden und Berg-Mähwiesen. Der Größte Teil des FFH-Gebiets, knapp zwei Drittel, ist jedoch von Wald bedeckt. Neben den Hainsimsen-Buchenwäldern prägen in den höheren Lagen insbesondere die Lebensraumtypen Subalpine Buchenwälder und Bodensaure Nadelwälder das Gebiet. Kleinräumig, zum Beispiel entlang des St. Wilhelmer Talbachs existieren Auenwälder mit Erle, Esche, Weide oder Moorwälder um das Feldseemoor oder im Naturschutzgebiet „Taubenmoos“.

Wie diese Lebensräume und die darin vorkommenden Arten erhalten und entwickelt werden können, legt der Managementplan für das FFH-Gebiet „Hochschwarzwald um den Feldberg und Bernauer Hochtal“ fest, den das Regierungspräsidium Freiburg (RP) jetzt fertiggestellt und veröffentlicht hat.

Zur Umsetzung des Managementplans sind jetzt die Landratsämter, Gemein­den, Eigentümer und Bewirtschafter aufgerufen, sich vor Ort für den Schutz und die Erhaltung der heimischen Tier- und Pflanzenarten einzubringen und deren Lebensräume zu sichern. Der Managementplan enthält Vorschläge für die Flächenbewirtschaftung und Pflegemaßnahmen, beispielsweise die Grünland-bewirtschaftung durch Beweidung oder spezielle Artenschutzmaßnahmen zur Erhaltung des bestehenden Fledermaus-Quartierangebots im Wald.

Der Managementplan kann im Zeitraum der Auslegung auf der Internetseite der LUBW eingese­hen werden. Zudem kann er zu den ortsüblichen Öffnungszeiten in folgenden Behörden eingesehen werden: Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald, Untere Naturschutzbehörde, Stadtstraße 3, 79104 Freiburg; Landratsamt Lörrach, Untere Naturschutzbehörde, Im Entenbad 11 + 13, 79541 Lörrach; Landratsamt Waldshut, Untere Naturschutzbehörde, Industriestraße 2, 79761 Waldshut-Tiengen und im Regierungspräsidium Freiburg, Referat 56 - Naturschutz und Landschaftspflege, Bissierstraße 7, 79114 Freiburg. Das RP empfiehlt eine vorherige Terminabsprache.

Das Schutzgebiet beherbergt neben den Lebensraumtypen auch eine Vielzahl an Arten, darunter bspw. Rogers Goldhaarmoos. Dies Art kommt vor allem im atlantisch getönten Bereich nördlich Todtnau und in der Umgebung von Bernau vor. In luftfeuchten Lagen von Nadel- und Bergmischwäldern tritt das Grüne Koboldmoos auf. Die naturnahen Gewässerabschnitte von zum Beispiel des St. Wilhelmer Talbach, der Bernauer Alb und des Sägebach sind Lebensstätten der Groppe und die Wälder und das Offenland des gesamten FFH-Gebiets werden von der Wimperfeldermaus und dem Großen Mausohr als Jagdgebiet genutzt.

Das insgesamt 6.806 Hektar große Schutzgebiet zählt zu den 212 FFH-Gebieten und 90 Vogelschutzgebieten in Baden-Württemberg, die zusammen Teil des europäischen Natura 2000-Netzes sind. Für jedes Natura 2000-Gebiet erarbeiten die Regierungspräsidien in Abstimmung mit Landnutzern, Verbänden und Behörden einen Managementplan, der den Bestand der geschützten Lebensräume und Arten darstellt und Maßnahmen zu deren Erhaltung vorschlägt.

Mehr Informationen über das FFH-Gebiet erhalten Sie außerdem auf unserer Internetseite.

Pressestelle

Kaiser-Joseph-Straße 167
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Heike Spannagel
Pressesprecherin
Matthias Henrich
Stellv. Pressesprecher
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