Pressemitteilung

Umweltminister Untersteller im Kleinen Wiesental: Projekte des Biosphärengebiet Schwarzwald vorbildlich für die landesweite Stärkung der Artenvielfalt

Minister Untersteller startet Biodiversitätstour im Kleinen Wiesental

Zum Start seiner Biodiversitätstour hat Umweltminister Franz Untersteller am Freitag Projekte im Biosphärengebiet Schwarzwald besucht. Im Kleinen Wiesental (Kreis Lörrach) ging es insbesondere um den Erhalt der Artenvielfalt, die Offenhaltung der Landschaft durch Beweidung sowie um die Vorbildwirkung des Großschutzgebiets, da zahlreiche Regelungen des neuen Biodiversitätsstärkungsgesetzes des Landes im Südschwarzwald bereits praktiziert werden. 

Gemeinsam mit dem ErstenLandesbeamten Ulrich Hoehler vom Landratsamt Lörrach,Bürgermeister-Stellvertreter Klaus Worms und Christoph Huber von derBiosphären-Geschäftsstelle ging es zunächst zur Fischerhütte amNonnenmattweiher. Dort besichtigten alle gemeinsam eine Extensivweide mitgemischter Rinder- und Ziegenbeweidung, die sich als Allmendfläche imGemeindeeigentum befindet und von einem Landwirt mit Pflegevertragoffengehalten wird. „Das Land unterstützt die Landwirte beim Erhalt derArtenvielfalt über vertragliche Regelungen. Nur durch regelmäßige mechanischeGehölzentfernungen kann der naturschutzfachlich hochwertige Magerrasen auch inZukunft erhalten werden“, betonte Minister Untersteller. 

Zweite Station war eine Waldweideauf einer Fläche von sieben Hektar, die seit 2004 durch gezielte Pflege wiederin ihren ursprünglichen Zustand versetzt werden soll. An dem Projekt beteiligtsind die Gemeinde Kleines Wiesental, das Landratsamt Lörrach, derLandschaftserhaltungsverband Lörrach, das Biosphärengebiet und dasRegierungspräsidium Freiburg. Die Fläche wurde durch Entnahme von Bäumenaufgelichtet, gezielt beweidet und so über einen längeren Zeitraum an seinealthergebrachte Nutzung herangeführt. Ziel war es, den aus der letzten Eiszeitstammenden Moränenwall zu öffnen. So können die Reste der noch vorhandenenVegetation einer Flügelginsterweide mit Arnika und Silberdistel gesichert undihre Verbreitung in der Fläche ausgedehnt werden. Gemeinsam mit dem Forst wurdeeine praxisnahe Lösung erarbeitet, um den angrenzenden Buchenwald zu schonen. 

Gleichzeitig ging es am Beispieldes Naturschutzgebiets Nonnenmattweiher um den Nutzungsdruck durchErholungssuchende. Die Ranger des Biosphärengebiets sind dort mitehrenamtlichen Naturschutzwarten wie Hartmut Heise im Einsatz, um die Besucherüber das Vorkommen seltener Tier- und Pflanzarten aufzuklären und zurRücksichtnahme aufzurufen. Weiteres Thema war die erfolgreiche Zusammenarbeitdes Biosphärengebiets mit dem Landschaftserhaltungsverband Lörrach bei derErhaltung historischer Weidbuchenbeständen, bei der Offenhaltung der Landschaftund bei gemeinsamen Veranstaltungen. 

Zum Schluss führte LandwirtWerner Rützler eine im Rahmen des Förderprogramms des Biosphärengebiets mitLandesmitteln unterstützte Hangspezialmaschine vor. Diese wird auf steilenLagen eingesetzt, um die Flächen zu bewirtschaften. „Über das Förderprogrammdes Biosphärengebiet werden Landwirte bei der Pflege artenreicher Flächen inexponierter Lage unterstützt. Damit haben wir im Biosphärengebiet Standards fürdie Kooperation von Naturschutz und Landwirtschaft gesetzt, die durch das neueBiodiversitätsstärkungsgesetz landesweit umgesetzt werden sollen“, stellteMinister Untersteller fest.

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