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Referat 53.1 (Gewässer 1.Ordnung Hochwasserschutz: Bau, Betrieb) des Regierungspräsidium Karlsruhe

BW 223 Stuhlmü​llerwehr in Pfinztal - Berg​hausen​

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​Zahlen und Fakten​​

Gemeinde: Pfinztal, Ortsteil Berghausen
Lage: An der Pfinz, Nähe Carl Stuhlmüller GmbH
Umsetzung der Maßnahme: Mai bis November 2017
Gesamtkosten des Projektes: ca. 2,2 Millionen € ​

Künftige Wehrklappe, Copyright: HOLGER TUTTAS MEDIA

Derzeitige Situation

Nach den Hochwasserereignissen an der Pfinz im Mai und im Juni 2016, wurden an der Wehranlage zunehmende Verformungen festgestellt. Bei einer daraufhin veranlassten Bauwerksprüfung stellte man einen sehr schlechten Zustand der Wehrklappe fest. Aufgrund der vorgefundenen Schäden wurde eine statische Nachberechnung der Stahlbauteile vorgenommen. Diese ergab, dass bereits im Normalstau die Standsicherheit der Klappe nicht mehr gewährleistet war. Aus Sicherheitsgründen wurde daher die Vollabsenkung der Wehrklappe veranlasst.

Ein Rückbau der kompletten Wehranlage ist nicht möglich. Aufgrund der großen Stauhöhe von insgesamt 4,30 m würde ein Rückbau den Grundwasserstand senken wodurch sowohl die Vegetation als auch die im Umkreis liegende Bebauung geschädigt werden könnte. Auch wäre der Wasserabfluss nicht mehr zur Energieerzeugung nutzbar.

Eine Reparatur der Wehrklappe ist nicht möglich, da die neueren DIN Vorschriften deutlich höhere Anforderungen an die Konstruktion stellen. Deswegen wird die Wehrklappe vollständig ersetzt. Bis zur Instandsetzung ist keine Stauhaltung in dem betroffenen Gewässerabschnitt möglich.

Geplante Maßnah​men

Die alte einteilige Wehrklappe wird durch zwei neue Klappen ersetzt. Dazu wird in der Mitte der Wehranlage ein Pfeiler aus Stahlbeton errichtet.

Die Klappen werden als einseitig angetriebene, sogenannte „Fischbauchklappen“ ausgeführt. Sie bestehen im Wesentlichen aus der gekrümmten und ausgesteiften vorderen Stauwand, der an einen Fischbauch erinnernden Rückwand sowie der Anschlusskonstruktion für den Elektrohubzylinder.

Die Bodenplatte und die Seitenwände, die sogenannten „Wehrwangen“ bleiben erhalten. Sie müssen jedoch an den neuen Wehrverschluss angepasst werden. An den Wehrwangen werden im Zuge der Instandsetzung Risse und Hohlstellen verpresst und zuvor der Korrosionsschutz der Bewehrung wieder hergestellt.

Das alte Antriebshaus wird abgerissen und durch ein neues Fertigteilgebäude ersetzte.

Die Konstruktion mit zwei Klappen hat den Vorteil der Feinregulierbarkeit.

Der Ausfall eines Wehrfeldes – zum Beispiel während einer Revision – hat keine Auswirkungen auf Natur und Umwelt, da der Wasserstand der Pfinz weiterhin mit der zweiten Klappe reguliert und Hochwasser abgeführt werden kann.

Auch das Kraftwerk kann während der Revision weiter betrieben werden.

Der Elektrohubzylinder ist besonders umweltverträglich, da er ohne Öle oder Ersatzstoffe betrieben wird. ​

​Kontakt

Brigitte Scherer
Telefon  0721 926-7990
EMail brigitte.scherer@rpk.bwl.de​​​