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RP Karlsruhe, Umwelt
  • Abteilung 5
    15.09.2017
    Regierungspräsidentin Nicolette Kressl präsentiert Abschlussberichte zur Situation der seltenen Fischarten Karausche und Steinbeißer im Regierungsbezirk Karlsruhe
    Gemeinsame Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Karlsruhe und des Landesfischereiverbandes Baden-Württemberg e.V.

     

    ​„Gewässerschutz ist Fischartenschutz“, bekräftigten die Karlsruher Regierungspräsidentin Nicolette Kressl und Fischereiverbandspräsident Arnulf Freiherr von Eyb heute (15. September 2017) in Liedolsheim. Sie zitierten damit aus den wesentlichen Inhalten der druckfrischen Abschlussberichte zur Bestandserfassung der Fischarten Karausche und Steinbeißer im Regierungsbezirk Karlsruhe.

    In keinem der bisher durchgeführten Projekte war eine Fischart so selten zu finden, wie es nun bei der Karausche der Fall war. Mit hohem Aufwand wurde über zwei Jahre eine sehr große Anzahl an potenziell für Karauschen geeigneten Kleingewässern untersucht. Auf knapp 40 Seiten dokumentiert Diplom-Biologe Ralf Haberbosch das Ergebnis seiner mehrjährigen Untersuchung an 77 Gewässern entlang des Rheins von Baden-Baden im Süden bis zur Landesgrenze bei Mannheim im Norden.

    Nur in drei Gewässern konnte diese Art noch festgestellt werden. Durch die Ergebnisse dieser Studie wurde die Karausche nach der Roten Liste Baden-Württembergs für das Rheinsystem um eine Stufe angehoben und sie gilt nun als „vom Aussterben bedroht“.

    Im Rahmen der fischereilichen Hege werden aus Spendergewässern geeignete Gewässer mit Karauschen besetzt. Damit soll die Art im Regierungsbezirk Karlsruhe künftig langfristig gesichert werden. Mit dem Karauschenprojekt leistet die Fischerei einen wichtigen Beitrag zum aktiven Fischartenschutz.

    Die Diplom-Biologen Michael Pfeiffer und Benjamin Schmieder, Gobio – Büro für limnologische Gutachten, haben im Auftrag des LFVBW in den Gewässer entlang des Rheins nach der Fischart Steinbeißer gesucht, ebenfalls eine stark gefährdete Fischart. Und sind fündig geworden. Erfreulicherweise konnte die weite Verbreitung des Steinbeißers und sein überwiegend häufiges Vorkommen in vielen Gewässern bestätigt werden.

    „Das Monitoringergebnis zur Fischart Steinbeißer ist ein ermutigendes Beispiel dafür, dass sich eine vormals sehr stark gefährdete und selten vorkommende Art auch wieder aus eigener Kraft erholen kann, wenn der Lebensraum wieder hergestellt wird – Artenschutz lohnt sich“, wie Regierungspräsidentin Nicolette Kressl betonte.

    Auf Grundlage aller Ergebnisse werden in beiden Studien verschiedene Möglichkeiten zum Schutz und zur Förderung der Fischbestände formuliert. Als wichtigste Schutzmaßnahmen werden Umstrukturierungen und der Erhalt vorhandener Lebensräume vorgeschlagen.

    Dadurch kann das bisher ungenutzte Besiedlungspotential in der Rheinebene weiter ausgeschöpft werden und so ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Bestandssituation dieser seltenen und außergewöhnlichen Fischarten in Baden-Württemberg geleistet werden.

    Fischereiverbandspräsident Arnulf von Eyb hob zudem die schon seit vielen Jahren praktizierte gute Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe hervor, die sich auch jetzt wieder bei den gemeinsamen Karauschen- und Steinbeißerprojekten ausgezeichnet bewährt hat.

    Initiiert und beauftragt wurden die Projektstudien vom Landesfischereiverband Baden-Württemberg e.V.. Die fachliche Begleitung erfolgte durch die Fischereibehörde im Regierungspräsidium Karlsruhe.

    Die Broschüren zu den Fischarten Karausche und Steinbeißer werden ab Montag, 18. September 2107, auf der Homepage des Landesfischereiverbandes Baden-Württemberg
    http://www.lfvbw.de zum Download bereitgestellt.

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