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  • Abteilung 5
    22.05.2015
    Regierungspräsidium Karlsruhe weist neues Naturschutzgebiet „Brombacher Tal“ im Rhein-Neckar-Kreis aus
    Termin: Donnerstag, 28. Mai 2015, 16.00 Uhr, Festplatz Brombach (100 Meter nach dem Ortseingang links, dort gibt es auch Parkmöglichkeiten) Bei Regenwetter: Altes Schulhaus Brombach, Hainbrunner Weg 9.

    ​Sehr geehrte Damen und Herren,

    Regierungspräsidentin Nicolette Kressl wird am 28. Mai 2015 in Anwesenheit von Eberbachs Bürgermeister Peter Reichert, Ortvorsteher Viktor Hartmann sowie Vertretern des Landratsamtes Rhein-Neckar, des Gemeinderats Eberbach und des Ortschaftsrats Brombach die Verordnung für das Naturschutzgebiet „Brombacher Tal“ vor Ort unterzeichnen.

    Die Veranstaltung beginnt um 16:00 am Festplatz Brombach mit einem halbstündigen Gang in das Brombacher Tal auf befestigtem Weg. Die Unterzeichnung selbst findet im Anschluss daran im Ort in der 400 Meter entfernten Hofzeichen-Brunnenanlage statt. Bei Regen beginnt die Veranstaltung um 16:00 im Alten Schulhaus von Brombach, Hainbrunner Weg 9.

    Regierungspräsidium und Stadtverwaltung laden die interessierte Öffentlichkeit und die Vertreterinnen und Vertreter der Medien zu diesem Ereignis herzlich ein.
    Um möglichst viele Bürgerinnen und Bürger zu erreichen, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie in geeigneter Form auf die Veranstaltung hinweisen könnten.

    gez. Uwe Herzel

    Hintergrundinformation:

    Das Brombachtal unterhalb des Ortes Brombach ist ein landschaftlich reizvolles, von Wald umgebenes Wiesental des Odenwaldes. Ein Wanderschäfer betreibt hier eine extensive landwirtschaftliche Nutzung, Äcker und Gärten gibt es nicht.

    Die in diesem Abschnitt des Brombachtals vorkommenden Tier- und Pflanzenarten wurden 2013 kartiert. Dokumentiert wurden Biotoptypen sowie die vorkommenden Arten aus der Gruppe der Vögel, der Reptilien, der Amphibien, der Heuschrecken, der Schmetterlinge sowie der im Brombach lebenden Organismen.

    Von zentralem naturschutzfachlichen Interesse war der Nachweis mehrerer Exemplare der in Baden-Württemberg (BW) vom Aussterben bedrohten Äskulapnatter (Zamenis longissima). Der Nachweis sowohl von zwei Jungtieren als auch von zwei geschlechtsreifen Tieren belegt, dass die Äskulapnatter sich im Brombachtal fortpflanzt. Damit wäre dies das erste Naturschutzgebiet Baden-Württembergs, in dem diese Art vorkommt. Als weitere, in BW vom Aussterben bedrohte Arten wurde der Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Maculinea teleius) neben seiner Schwesterart, dem in BW gefährdeten Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling (M. nausithous) sowie im Brombach die Köcherfliege Diplectrona felix nachgewiesen. Fünf im Gebiet lebende Arten sind in BW stark gefährdet: die Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii), die Breitflügel-Fledermaus (Eptesicus serotinus), das Große Mausohr (Myotis myotis),  die Sumpfschrecke (Stethophyma grossum), sowie im Brombach die Köcherfliege Adicella reducta.

    Das Brombachtal zeichnet sich darüber hinaus durch eine artenreiche Schmetterlings- und Heuschreckenfauna aus: 34 Schmetterlingsarten, davon elf auf der Roten Liste oder der Vorwarnliste BW sowie 20 Heuschreckenarten, davon sechs auf der Roten Liste oder der Vorwarnliste BW, sind für ein derart kleines Gebiet hervorragende Ergebnisse. Ebenfalls hervorragend ist die Wasserqualität des Brombachs, der Lebensraum einer beeindruckenden Vielzahl von Reinwasser-Organismen ist.

    Die Ergebnisse belegen, dass das Tal als Lebensraum auch extrem seltener und gefährdeter Tierarten höchst schützenswert ist und die naturschutzfachlichen Kriterien eines landesweit bedeutsamen Naturschutzgebietes erfüllt.

    Die Gefährdung des Brombachtals besteht im Wegfall der extensiven Wiesennutzung und der Intensivierung der landwirtschaftlichen und der Freizeit-Nutzung.

    Das Naturschutzgebiet ist rund 19 Hektar groß und überwiegend im Besitz des Landes Baden-Württemberg. Das Verfahren war geprägt von großer Zustimmung seitens der Öffentlichkeit. Der Gemeinderat der Stadt Eberbach und der Ortschaftsrat Brombach haben der Unterschutzstellung einstimmig zugestimmt.

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Schlossplatz 1 - 3
76131 Karlsruhe
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Pressesprecher

Uwe Herzel, Pressesprecher
Uwe Herzel
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