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  • Abteilung 5
    18.09.2018
    Lichtblicke für die Tier- und Pflanzenwelt im Neckar-Odenwald-Kreis: Stiftung Naturschutzfonds finanziert Landschaftspflege

    ​Artenreiche Trockenlebensräume vernetzen und entwickeln: so lautet das Ziel von zwei Naturschutzprojekten des Regierungspräsidiums Karlsruhe im Neckar-Odenwald-Kreis. Auf ehemaligen Weidestandorten in südwestexponierten Hanglagen, erobert sich die Natur seit den zunehmenden Nutzungsaufgaben im 20. Jahrhundert ihr Terrain zurück. Dort wo sich dichte Gehölze ausbreiten sind sonnenhungrige Pflanzen- und Tierarten, wie beispielsweise Orchideen, Heuschrecken, Schmetterlinge und Vögel die Leidtragenden. Sie alle sind auf offene oder halboffene, blütenreiche Landschaften angewiesen. Die Erhaltung günstiger Wanderungsbedingungen für diese Pflanzen und Tiere ist Grundlage für den genetischen Austausch und somit Voraussetzung, um deren Aussterben zu verhindern. Mit gezielten Pflegemaßnahmen unterstützt die Naturschutzverwaltung die seltenen oder gefährdeten Lebewesen. Finanziert werden die Projekte mit Mitteln der Stiftung Naturschutzfonds.

    Die Pflegeflächen liegen im Naturraum Bauland und zeichnen sich infolge der flachgründigen Muschelkalk-Böden durch besonders warme und trockene Standortbedingungen aus. Nicht selten tritt das Kalkgestein in Form von Felsbänken oder Hangschutt gut sichtbar an die Oberfläche. Bereits seit 2016 werden dort stark verbuschte Obstwiesen, Magerrasen oder Wacholderheiden wieder freigestellt. Bei der Auswahl geeigneter Flächen wurden neben den naturschutzfachlichen Kriterien auch die oft kleinteiligen Eigentumsverhältnisse berücksichtigt. Im Vorfeld der Projekte wurden so über 500 Privateigentümer ermittelt und angeschrieben, bei Bedarf erfolgte eine Abstimmung vor Ort.

    Nachdem bei dem ersten Projekt der Schwerpunkt auf den Naturschutzgebieten im Raum Mosbach lag, werden nun im Rahmen des zweiten Projektes auch Gebiete im östlichen Neckar-Odenwald-Kreis bearbeitet. Hier wurden bewusst Flächen außerhalb der Schutzgebiete ausgewählt, die zukünftig als Trittsteine zwischen bestehenden Lebensräumen dienen sollen. Die Umsetzung der Pflegemaßnahmen wird vom Landschaftserhaltungsverband Neckar-Odenwald-Kreis betreut. Dieser sorgt auch dafür, dass auf den ausgewählten Pflegeflächen kein Kahlschlag betrieben wird. Gerade die Erhaltung von Saumstrukturen, kleinen Gebüschgruppen, alten Bäumen und Totholz, sichert die notwendigen Rückzugsräume für Fledermäuse, Vögel, Insekten und andere Kleintiere, die in Zeiten einer Intensivierung der Landnutzung so dringend benötigt werden.

    Konkret plant der Landschaftserhaltungsverband für diesen Herbst und Winter Pflegemaßnahmen auf der Gemarkungen Rinschheim, Merchingen, Rittersbach und Zimmern. Hier werden erfahrene Unternehmen der Landschaftspflege tätig sein: teils mit schwerem Gerät, aber überwiegend in mühevoller Handarbeit mit Motorsäge und Motorsense, gehen sie gegen die vorgedrungenen Gehölze an. In Rinschheim wurde bereits im letzten Jahr aus einem verbuschten Magerrasen ein Mosaik aus offenen Biotopstrukturen und Gehölzgruppen geschaffen. Hier erfolgte in den letzten Wochen eine Nachpflege, um die flächig wieder aufkommenden Gehölztriebe zurückzudrängen. Im Herbst soll eine Erweiterung der Pflegefläche folgen. In Merchingen und Zimmern werden zugewachsene Hanglagen wieder freigestellt, in Rittersbach gilt die Pflege einem verbuschenden Magerrasen im Verbund mit dem Naturschutzgebiet „Unteres Heimental“.

    Auch in den Mosbacher Naturschutzgebieten sind für diesen Winter weitere Pflegemaßnahmen geplant. Das Regierungspräsidium Karlsruhe stellt auf allen Projektflächen eine regelmäßige Folgepflege sicher, damit sich dort in den nächsten Jahren wieder eine arten- und blütenreiche Vegetation entwickeln kann. Im Einvernehmen mit den Eigentümern schaffen die Stiftung Naturschutzfonds, das Regierungspräsidium Karlsruhe und der Landschaftserhaltungsverband so Lichtblicke für die gefährdete Tier- und Pflanzenwelt des Neckar-Odenwald-Kreises und tragen damit zur Erhaltung der Artenvielfalt in der Region bei.

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