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  • Abteilung 2
    09.05.2019
    Prämierung der Sieger des Wettbewerbs „Heimatmuseum hat Zukunft“ und Verleihung der Ehrennadeln 2019 für Verdienste in der Heimatpflege - Feierliche Veranstaltung in der Stadthalle in Maulbronn am 9. Mai 2019

    ​Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder, Vorsitzende des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungsbezirk Karlsruhe e. V., hat heute (9. Mai 2019), in der Maulbronner Stadthalle die Sieger des Wettbewerbs „Heimatpflege hat Zukunft“ prämiert und die diesjährigen Ehrennadeln für Verdienste in der Heimatpflege verliehen.

    „Mit dem erlesenen Gebäudeensemble im Klosterhof Ihrer UNESCO Weltkulturerbe-Stadt verleihen Sie unseren Feierlichkeiten einen würdigen Rahmen“, so  die Vorsitzende in ihrer Begrüßung. Nach dem anschließenden Grußwort von Bürgermeister Andreas Felchle und musikalischer Umrahmung mit der neunjährigen Marie Scheffel, Jugend-Musikbotschafterin der Stadt Maulbronn, sowie einer Ansprache zum Museumswettbewerb der Vorsitzenden des Arbeitskreises und einer Rede der Juryvorsitzende Brigitte Heck, wurden zunächst die Gewinner des Wettbewerbs „Heimatmuseum hat Zukunft“ gewürdigt. Den Hauptpreis des Wettbewerbs „Heimatmuseum hat Zukunft“, der alle vier Jahre stattfindet und mit 7.500 Euro dotiert ist, erhielt das Museum Geiserschmiede Bühlertal. „Bei den bisherigen Preisverleihungen lag der Jury primär daran, in einen konzeptionellen Wandel der Heimatmuseen zu investieren, in die Notwendigkeit, diese inhaltlich zu weiten und in die Gegenwart zu führen. Der diesjährige Hauptpreisträger, die Geiserschmiede Bühlertal, steht für einen solchen Wandel. Es ist ein modernes Heimatmuseum, das Geschichte und Zukunft Vieler in Vielfalt beheimatet“, so die Juryvorsitzende Heck zur Wahl des Hauptpreisträgers.

    Anerkennungspreise in Höhe von jeweils 1.500 Euro bekamen das Hardtmuseum Durmersheim, das Heimatmuseum Appeleshof in Gechingen und das Museum im alten Rathaus in Wiesental.

    Anschließend wurden die Ehrennadeln für besonderes Engagement in der Heimatpflege verliehen an: Horst Bartholomä aus Weingarten, die Frauengeschichtswerkstatt Freudenstadt, Rainer Handwerk aus Walldürn, Ewald Link aus Maulbronn-Schmie, Thomas Naumann aus Pfatter und Alfred Rupp aus Hockenheim. Die Ehrennadel wird seit 1996 jährlich verliehen. Mit dieser Auszeichnung würdigt und ehrt der Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Karlsruhe e.V. herausragende Verdienste in der Heimatpflege im Regierungsbezirk Karlsruhe.

    „Ich freue mich, dass wir auch dieses Jahr wieder Menschen in unserem Regierungsbezirk finden konnten, die sich ehrenamtlich in besonderem Maße für die Heimatpflege engagieren und sich zum Wohl unserer Gesellschaft uneigennützig und leidenschaftlich mit ihren Talenten einbringen und mit ihrem Tun die Kulturlandschaft unseres Landes vielfältig bereichern“, so Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder, Vorsitzende des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungsbezirk Karlsruhe e.V. zur Verleihung der diesjährigen Ehrennadeln. Und Gastgeber Bürgermeister Andreas Felchle meint: „Vielleicht war „Heimat“ nie wichtiger als heute. In einer Zeit überbordender Individualisierung braucht es „Ankerplätze“, „Ruhebänkchen“ - für Leib und Seele. Nicht zuletzt machen wir in der „Klosterstadt“ ziemlich viel in Sachen Heimatpflege; deshalb habe ich den Arbeitskreis, in dem ich den Schwäbischen Heimatbund vertrete, besonders gerne nach Maulbronn eingeladen.“

    Anlage:
    Informationen zur Prämierung der Museen
    Informationen zur Verleihung der Ehrennadeln

    Weitere Informationen zum Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungspräsidium Karlsruhe: https://www.ak-heimatpflege-ka.de/
     
    Informationen zur Prämierung der Museen

    BÜHLERTAL

    Das Museum Geiserschmiede Bühlertal erhält den Hauptpreis des diesjährigen Museumswettbewerbs. Es besteht seit 20 Jahren und sein auratisches Zentrum bildet eine als Schaubetrieb erhaltene historische Hammerschmiede-Werkstatt. Seit vier Monaten nun wird diese lebendige Demonstration historischen Handwerks ergänzt um eine rundum erneuerte Dauerausstellung. Sie trägt den Titel „Bühlertal im Wandel der Zeit“ und betont damit die politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen, wo in Heimatmuseen sonst gerne eine gute alte Zeit eingefroren scheint. Museumsleiterin Ina Stirm ist dabei in einem großen Team von Ehrenamtlichen eine moderne und beeindruckend frische, erlebnisorientierte Präsentation gelungen. Diese macht aus der Darstellung geschichtlicher Ereignisse und Prozesse eine Entdeckungsreise, erzeugt viele Déjà Vus und verankert Geschichte in der Gegenwart. Die medientechnische wie didaktische Vielfalt vermag Jung wie Alt anzusprechen und den Beteiligten ist dabei nicht nur eine ästhetisch sehr ansprechende Präsentation gelungen, sondern eine auch museumspädagogisch hoch qualitätvolle. Clever eingeplant hatte man auch den Platz für Funktionsräume wie ein standesamtliches Trauzimmer oder eine Museumswerkstatt. Aus zwei Gründen betrachtet die Jury dieses Haus als Leuchtturmprojekt der Heimatmuseumsszene im Bereich des Regierungspräsidiums Karlsruhe: Mit seiner Neueinrichtung leistet das Museum Geiserschmiede Bühlertal eine herausragende Arbeit. Sie ist geprägt von der Vielfalt an Themen und Möglichkeiten und das Museum getragen vom ehrenamtlichen Engagement vieler. Es besitzt jedoch auch eine professionelle Leitung, die diese vielen Stimmen orchestriert, und die besten Aufführungen gelingen eben, wenn ein Orchester auch eine gute Dirigentin hat. Mit der Finanzierung einer Museumsleitung im Kreis des Ehrenamts wie auch mit dem persönlichen Engagement von Bürgermeister Hans-Peter Braun als Vorsitzendem des Fördervereins setzt Bühlertal Kulturarbeit in Wert und damit ein starkes Zeichen. Wir gratulieren herzlich zu ihrer geleisteten Arbeit. Ich darf die Vertreterinnen und Vertreter des Museums auf die Bühne bitten.

    Beeindruckt war die Museumsjury jedoch auch von der Arbeit dreier Heimatmuseen, die mit weniger Unterstützung Beachtliches leisten und dabei nicht nur einen langen Atem besitzen, sondern auch auf kontinuierliche qualitative Entwicklung achten.
    Alle drei verbindet, dass ihre jeweilige Sammlung Masse und Klasse besitzt und dabei die jeweils örtlichen Besonderheiten herausstellt. Dabei verstehen sich alle drei Museen nicht nur als Geschichtsspeicher, sondern sie bemühen sich auf sehr eigene Weise darum, Geschichte zur Attraktion zu machen und in die Gegenwart tragen. Unterschiedlichste Veranstaltungsangebote machen diese Häuser zu einem kulturellen Zentrum ihrer Gemeinden und verankern sie im öffentlichen Leben.

    Hardtmuseum Durmersheim

    Als erstem in dieser Reihe Gleicher verleihen wir dem Hardtmuseum Durmersheim einen Anerkennungspreis. Das 1991 eröffnete Museum gründet auf dem Fundament von 130 Mitgliedern und einem Duzend aktiver ehrenamtlicher Betreiber. Die vergangenen Jahre hat das Team dazu genutzt seine Ausstellungsflächen signifikant umzustrukturieren, indem es die Menge der Ausstellungsstücke markant reduzierte. Heute sind die Vitrinen weniger voll, dafür jedoch mit inhaltlich ausgewählten, signifikanten Stücken gefüllt, die Interesse wecken, aber nicht mehr erschlagen. Konsequent investierte das Museumsteam Zeit in Bildung, Kommunikation und Kooperation. Man intensivierte in Öffentlichkeitsarbeit und  Werbung, erweiterte das Vortragsprogramm und das gesellige Angebot, initiierte projektbezogene Kooperationen und aktualisierte die Homepage. Und diese ist nicht nur technisch anspruchsvoll und ansprechend, sondern auch inhaltlich sehr überzeugend aufgebaut. Überzeugend ist auch die Erweiterung der Bildungsarbeit dieses Hauses in den öffentlichen Raum hinein: Die vergangenen Jahre hat man an den entsprechenden Stellen des Ortes inhalts- wie abwechslungsreich gestaltete Infotafeln installiert, die den öffentlichen Raum beleben. So gelingt es diesem Haus sich immer aufs Neue attraktiv zu machen. Herzlichen Glückwunsch zu dieser nachhaltigen Energieleistung. Ich bitte die Vertrerinnen und Vertreter aus Durmersheim auf die Bühne.


    Museum Appeleshof Gechingen

    Mit dem Museum Appeleshof in Gechingen zeichnen wir ein zweites Museum mit einem Anerkennungspreis aus. Das Haus wurde 1995 gegründet und wird seither getragen vom AK Heimatgeschichte des örtlichen Schwarzwaldvereins. Aus seinen reichhaltigen Sammlungsbeständen organisiert das Team jährliche Themenausstellungen. Diese bringen Bewegung in alle Räume des Hauses, denn die dafür ausgewählten Exponate werden aus ihren bisherigen Zusammenhängen gelöst und temporär im Eingangsbereich des Museums thematisch neu fokussiert. Die Dauerausstellung häutet sich also sozusagen regelmäßig. Und in eine zweite Haut schlüpfen auch manche Angehörigen des  ehrenamtlichen Teams, wenn sie kostümiert führen. Ein solch erlebnisorientiertes Bildungsangebot steht für eine attraktive inhaltliche Vermittlungsarbeit. Denn systematisch werden so historische Ortspersönlichkeiten in das didaktische Konzept eingebunden und machen Geschichte nahbar. Den Gechingern begegnen darin Originale ihres Ortes und Spontanbesucher sehen eher abstrakte Ereignisgeschichte in einer authentischen Biographie gespiegelt. Glückwunsch zu einer solchen Erlebnisqualität und ihrer geleisteten Arbeit. Auch für dieses Haus bitte ich die anwesenden RepräsentantInnen auf die Bühne.

    Museum im Alten Rathaus Wiesental

    Das Museum im Alten Rathaus Wiesental ist das dritte Museum, das wir heute mit einem Anerkennungspreis auszeichnen. Dieses Heimatmuseum, das 2019 sein 30-jähriges Bestehen feiert, ist ein klassisches Vielspartenhaus, zeigt die Ortsgeschichte also von der naturkundlichen Vorzeit bis zur gesellschaftlichen Gegenwart. Seit einiger Zeit jedoch macht es sich energisch auf den Weg der Erneuerung und viele museologisch betrachtet wichtige Veränderungen hat man bereits auf den Weg gebracht: Konsequent stellt man lokalgeschichtliche Alleinstellungsmerkmale heraus und rückt verstärkt ausgesuchte ortshistorische Themen und Personen in den Mittelpunkt der Vermittlung. Durch Handwerksdemonstrationen und geschickte mediale Lösungen gelingt den dortigen Machern die Gestaltung dichter und tiefer historischer Erlebensräume. Ein Schwerpunkt, den man setzt, ist beispielsweise die wirtschaftlich und gesellschaftlich prägende Geschichte des Tabakanbaus. Als weiteres Beispiel ist die Badische Revolution von 1848/49 zu nennen, wo Waghäusel-Wiesental Brennpunkt der Entscheidungsschlacht vom 21. Juni 1849 war. Ein Ereignis, das sich dieses Jahr zum 170sten Mal jährt und den Aufbrüchen der 48er-Revolution eines ihrer vielen Enden setzte. Zur Bestärkung Ihres Aufbruchs, liebe Aktive aus Wiesental, verleihen wir Ihnen heute diesen Anerkennungspreis und ich bitte Sie dazu auf die Bühne.
     
    Informationen zur Verleihung der Ehrennadeln

    Horst Bartholomä

    Lieber Herr Bartholomä,

    die Liste Ihres ehrenamtlichen Wirkens ist vielfältig und lang. In ausgeprägtem Maße engagieren Sie sich seit Jahrzehnten für den Bürger- und Heimatverein Weingarten. Sie sind seit 1992 bis heute aktiv im Vorstand.

    So betreuen Sie seit 1992 als Kurator das Aushängeschild des Vereins: Das 1989 eröffnete „Museum im Turm“. Neben der Dauerausstellung organisieren Sie mit großem Einfallsreichtum jährlich wechselnde Sonderausstellungen zu Themen wie Ur- und Frühgeschichte, Fossilien und Mineralien, den Weinbau und Kleindenkmale bis hin zur geologischen Erdgeschichte.

    Mit originellen Ideen unterstützen Sie viele Aktionen wie beispielsweise das Ferienprogramm der Gemeinde und stehen für Sonderführungen von Gruppen und Vereinen stets zur Verfügung. Seit mehreren Jahren bekleiden Sie zusätzlich das verantwortungsvolle Amt des Schriftführers.

    Als Kfz-Meister mit handwerklichem Geschick ausgestattet, unterstützten Sie den Verein maßgeblich bei umfangreichen Renovierungsarbeiten. Zu jeglichen Problemen haben Sie probate Lösungen zur Hand. Kurzum, auf Sie ist jederzeit Verlass und keine Arbeit ist Ihnen zu viel. Weit mehr als 2.000 Einsatzstunden haben Sie für den Verein bereits geleistet.

    Bereits 2014 wurden Sie anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Museums im Wartturm vom Bürger- und Heimatverein zum Ehrenmitglied ernannt.
    Neben all den umfangreichen Tätigkeiten für den Bürger- und Heimatverein, bringen Sie sich beim Obst- und Rebbauverein, der kommunalpolitischen Weingartener Bürgerbewegung und im Anglerverein in der Abteilung Segeln, Surfen und Kanu ein. 2013 haben Sie sich dem Gesangverein Frohsinn als aktiver Sänger angeschlossen, nachdem sich der Männergesangverein aufgelöst hatte.

    Lieber Herr Bartholomä, mit der Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege danke ich Ihnen für Ihr umfangreiches Engagement und wünsche Ihnen weiterhin viel Freude bei Ihren vielfältigen Unternehmungen.

    Freudenstädter Frauengeschichtswerkstatt

    Liebe Frau Hediger,

    als Koordinatorin der Frauengruppe „Freudenstädter Geschichtswerkstatt“ dürfen Sie heute stellvertretend für die gesamte Frauengruppe die Ehrennadel des Arbeitskreises für Heimatpflege entgegen nehmen.

    Die Anfänge dieser Gruppe gehen auf die 90er Jahre zurück, als die „Offene Frauengruppe Freudenstadt“ das Fehlen der Freudenstädter Frauen in der Geschichtsschreibung feststellte. 15 Frauen gründeten 1994 die „Freudenstädter Frauengeschichtswerkstatt“ mit dem Ziel, die unbeachteten Frauen in die Freudenstädter Geschichte einzufügen.

    Mit Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung durch den Workshop „1599-1999: 400 Jahre Freudenstadt – Stadtgeschichte ohne Frauen? Geschichte einer Stadt ohne Frauen? Geschichte der Frauen in Freudenstadt“ und des Workshops der Fritz-Erler-Akademie zum Thema „Geschichte und Politik. Frauen in der Lokalgeschichte aus Aktuellem Anlass 400 Jahre Freudenstadt 1999“ reifte in der Gruppe der Entschluss, zur 400 Jahrfeier eine Buchpublikation zu erstellen.

    Die 1999 mit einer Auflage von 800 Buchexemplaren herausgegebene Publikation „Freudenstädter Frauengeschichte(n) war ein voller Erfolg und innerhalb eines Monats vergriffen. Geld für eine Neuauflage war nicht vorhanden.

    Seit damals sind 20 Jahre vergangen. Von anfänglich 15 Teilnehmerinnen besteht die Gruppe bis heute über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg in der heutigen Besetzung mit Ihnen, Frau Hediger sowie Ihren Mitstreiterinnen Frau Dewitz, Frau Oettling, Frau Völter, Frau Wolf und Frau Wenzelburger.

    Seitdem unterstützen Sie unermüdlich und mit großer Begeisterung die vom Kreisarchiv Freudenstadt konzipierten landkreisweiten Ausstellungen zu geschichtlichen Themen, in die Sie frauenspezifische Schwerpunkte und Sichtweisen einbringen.

    Fünf große Ausstellungen konnten unter Ihrer Mitwirkung bisher durchgeführt werden. Dank Ihres Engagements verfügt das Kreisarchiv über wertvolle, von Ihnen aufgenommene Tonbänder mit Zeitzeuginnen-Interviews und profitiert durch ein reichhaltiges Angebot von Fotos, die dem Kreisarchiv nach zwei von Ihnen im „Radio Freudenstadt“ live ausgestrahlten Erzählcafés aus der Bevölkerung zuflossen.

    Dank Ihres unermüdlichen Einsatzes gelangen umfangreiche Transkriptionen von Briefen. Voraus ging ein manchmal mühsames Selbststudium der alten Schriften sowie die regelmäßige Teilnahme an einem von der Stadtarchivarin Frau Staubitz angebotenen Schriftenlese-Lehrgangs.

    Durchweg stoßen die von der Freudenstädter Geschichtswerkstatt angebotenen Veranstaltungen und Ausstellungen auf große Resonanz und werden von der Bevölkerung sehr gut besucht. Ihre geführten Interviews zur Ausstellung „Flucht/Migration/Integration 2015/16 mit Ausgesiedelten und Geflüchteten wurden im Jahrbuch des Landkreises Freudenstadt und in den Geschichtsblättern veröffentlicht.

    Die Freudenstädter Geschichtswerkstatt ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie mit ehrenamtlichem Engagement lokale Geschichte erforscht und einem breiten Publikum vermittelt werden kann.

    In Anerkennung Ihrer beachtlichen Leistungen danke ich Ihnen ganz herzlich mit der Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege.

    Stellvertretend für die gesamte Gruppe wird Frau Hediger die Urkunde und die Ehrennadel entgegen nehmen.

    Ihnen, Frau Rosemarie Oettling, Frau Renate Völter, Frau Margarethe Wolf, Frau Angelika Wenzelburger und Frau Waltraut Dewitz darf ich mit einer Dankurkunde meine Anerkennung ausdrücken.

    Ich wünsche Ihnen allen weiterhin viel Freude bei Ihrer Tätigkeit.
    Rainer Handwerk

    Lieber Herr Handwerk,

    Sie engagieren sich bereits seit Jahrzehnten für die Heimatgeschichte in Ihrer Wahlheimat Walldürn. So gelang es Ihnen Anfang der 90er Jahre die Bundeswehr von der Wiederinbetriebnahme der Lambachpumpe zu überzeugen und mit deren finanziellen Unterstützung zu restaurieren. Seitdem dient dieses Industriedenkmal, - meines Wissens die einzig funktionierende Pumpe dieser Art in Baden-Württemberg -, der Notwasserversorgung der Kaserne in Walldürn.

    Darüber hinaus haben Sie sich den Bildstöcken in der Feldflur angenommen. Sie haben diese fotografiert, dokumentiert und deren Ursprung erforscht. Schautafeln informieren nun den Betrachter über Denkweise und Frömmigkeit der Vorfahren im Madonnenländchen.

    Den Verein Biotopschutzbund Walldürn führten Sie als Mitglied in den Landschaftserhaltungsverband und Landesnaturschutzverband und entwickelten Konzept und Schautafeln für den Biotoplehrpfad, der die Projekte aus 25 Jahren Arbeit im Rundwanderweg erlebbar macht.

    Dank Ihrer Spendenakquise gelang dem Verein die Restaurierung der die Geschichte des Kalkbrennens dokumentierenden Kalköfen außerhalb Walldürns. Aktionen wie 1200 Bäume für 1200 Jahre und das Hochzeitswäldchen gehen ebenfalls auf Ihre Initiative zurück.

    Als ausgewiesener IT Fachmann, der Sie aufgrund Ihrer beruflichen Tätigkeit bei verschiedenen namhaften Computerfirmen zweifelsohne sind, haben Sie sich das zeitintensivste Engagement für den Ruhestand aufgehoben. So haben Sie beim Bezirksmuseum Buchen das Inventarisierungsprogramm –PRIMUS- der Landesstelle für Museumsbetreuung in Stuttgart installiert, 4.000 Inventar-Datensätze übertragen und sich um die Datensicherheit gekümmert.

    Insbesondere haben Sie sich des fotografischen Nachlasses von Karl Weiß angenommen. Die Digitalisate der 10.000 Glasplatten umfassenden fotografischen Sammlung aus 1894 bis 1938 wurden von Ihnen in zweijähriger Arbeit geordnet. Ausgewählte Objekte haben Sie in Zusammenarbeit mit dem Landesmedienzentrum in Stuttgart von einer speziellen Restauratorin reinigen lassen und mit der hochauflösenden Kamera des Landesmedienzentrums erneut digitalisiert.

    Ihrem Engagement ist es zu verdanken, dass die Öffentlichkeit Einblick in diese bedeutende Fotosammlung von Karl Weiß bekommt. Sei es durch Ihre Publikationen und Ausstellungen oder durch Veröffentlichungen in leo-bw, museum-digital und alemannia-judaica. Dank Ihrer erfolgreichen Spendensuche können nun 500 weitere Objekte historischer Gebäuden aus Walldürn aufgearbeitet werden.
    Ihr neuestes Projekt war die Gestaltung eines Jahreskalenders für 2019.

    Lieber Herr Handwerk, für Ihr außerordentliches Engagement, wichtiges Kulturgut unseres Landes für die Nachwelt zu erhalten, möchte ich Ihnen heute mit der Ehrennadel unseres Arbeitskreises Dank und Anerkennung aussprechen.

    Ewald Link

    Mit Ihnen, lieber Herr Link, ehren wir einen Mann, der sich um die Stadt Maulbronn und insbesondere um seinen Heimatort Schmie große Verdienste erworben hat.

    Als Zimmermann-Meister, Bautechniker und staatlich geprüfter Bauingenieur liegen Ihnen Gebäude und Baustoffe gleichermaßen am Herzen. So ist es nicht verwunderlich, dass Sie die langjährige Steinhauer-Tradition Ihrer Heimat mit dem wichtigsten Gebäude Ihres Heimatorts, dem Rathaus, zu verknüpfen suchten.

    Aus dem Anfang der 90er Jahre von Ihnen gegründeten „Steinhauer-Arbeitskreis“ ist unter Ihrer kompetenten Führung zunächst das Dachgeschoss für eine Dauerausstellung saniert und hergerichtet worden. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts entstand nach langjähriger schweißtreibender Arbeit die „Steinhauerstube – das Heimatmuseum in Schmie“!

    Inzwischen zum Aushängeschild der Gemeinde geworden, lädt dieses Kleinod mit speziellen Themen und Sonderausstellungen zu Besuchen ein und lässt Schulklassen mit Klüpfel und Meißel die Steinhauerkunst ihrer Vorväter erproben. Sehr viel Zeit haben Sie in die Erfassung und Darstellung der komplizierten Wasserversorgungs-Entwicklung für Schmie investiert.

    Dem 2003 gegründeten Bürgerverein Schmie e.V., dessen Hauptaufgabe die ehrenamtliche Organisation des Museumsbetriebs ist, standen Sie bis 2013 vor. Seither sind Sie Ehrenvorsitzender dieses Vereins.

    Auch als Kommunalpolitiker und Sportfunktionär auf Turngau- und Sportkreisebene haben Sie außerordentliche Maßstäbe gesetzt. So waren Sie bemerkenswerte 41 Jahre lang engagierter Stadt- und Gemeinderat. Hiervon 23 Jahre als Bürgermeister-Stellvertreter.

    Sehr viel Herzblut haben Sie auch in den Turnverein von Schmie gelegt und die Geschicke des Vereins stattliche 30 Jahre lang als Vorsitzender gelenkt.

    Insbesondere haben Sie mit Akribie den Aufbau und Betrieb des Vereinsarchivs des Turnvereins übernommen. Dieses ehrenamtlich geführte Archiv ist inhaltlich wie baulich auf einem derart guten Niveau, dass es das Institut für Sportgeschichte Baden-Württemberg, dessen Geschäftsstelle sich im Klosterhof in Maulbronn befindet, zum Musterarchiv erhoben hat und regelmäßig bei Workshops vorstellt.

    Lieber Herr Link, angesichts Ihres vorbildlichen und herausragenden Engagements ist es mehr als verständlich, dass die Stadt Sie bereits mit der Ehrennadel des Landes, dem Bundesverdienstkreuz und der ganz seltenen Ehrenbürgerwürde gewürdigt hat.

    Mir ist es eine besondere Freude, Ihnen heute in Ihrer Heimatstadt für Ihre vorbildlichen Leistungen zu danken und Ihnen mit der Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege meine Hochachtung auszudrücken. Sie sind ein leuchtendes Beispiel dafür, wie bürgerschaftliches Engagement gelingen kann.

    Thomas Naumann

    Lieber Herr Naumann,

    mit dem Arbeitskreis Heimatpflege sind Sie bestens vertraut. 20 Jahre lang von 1987 bis 2007 haben Sie unseren Verein als Beirat unterstützt.

    Nach erfolgreich abgeschlossenem Studium der Volkskunde, Geschichte, Germanistik und Politik führte Ihr Weg in den Odenwald wo Sie als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Förderverein „Museumsstraße Odenwälder Bauernhaus e.V. Ihren beruflichen Einstieg nahmen.

    Das Odenwälder Freilandmuseum Gottersdorf sollte Ihr Lebenswerk werden. Unter Ihrer wissenschaftlichen Regie und weitsichtigen Führung haben Sie diese Institution mit 16 Gehöften bei stets knappem Budget aufgebaut und zum kulturhistorischen Highlight in der Museumslandschaft werden lassen.

    Als konsequenter Verfechter eines konzeptionellen Ansatzes, legten Sie Wert darauf, neben den bauhistorischen Aspekten der Gebäude auch die Lebensverhältnisse der Menschen, der einfachen wie der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Eliten, in den Focus der Präsentation zu rücken und schufen mit dem „Taglöhnerhaus“ erfolgreich Neues.
    Eine weitere Attraktion wurde das „Haus Bär“, das die 50er Jahre abbildet. Mit wissenschaftlich fundierter Methodik, Akribie und größtmöglicher Authentizität ist es Ihnen dabei hervorragend gelungen, die Besucher zu bilden, zu informieren, sie aber auch emotional zu berühren und zu begeistern.

    Schließlich hat Sie Ihr Gespür für das Besondere mit dem Haus aus Bofsheim konzeptionelles Neuland betreten lassen. Erstmals in der Geschichte der Freilandmuseen wurde ein Gebäude präsentiert, bei dem ein archäologischer Grabungsbefund Einblicke in die Vorgeschichte des Gebäudes gewährt.

    Ihre Qualitäten blieben dem Verband Europäischer Freilichtmuseen nicht verborgen. Er hat Ihnen1998 die Mitgliedschaft angeboten und Ihnen damit eine besondere Ehre erwiesen.

    Über Ihre Museumsarbeit hinaus hatten Sie von 2003 bis 2014 als Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der 7 regionalen Freilichtmuseen in Baden-Württemberg die Interessen dieser Museen vertreten und artikuliert.

    Weitere große Verdienste haben Sie sich beim Verband der Odenwälder Museen und Sammlungen erworben, einem Zusammenschluss zahlreicher Museen über Grenzen hinweg, der den Austausch untereinander förderte und mit fachlichen Veranstaltungen Hilfestellung bot. Als Nachfolger von Dr. Wolfram Metzger waren Sie drei Jahrzehnte Vorsitzender dieses Verbandes.

    Gleichermaßen eingebracht haben Sie sich von 1988 bis 2003 als Beirat im Museumsverband Baden-Württemberg. Daneben kümmerten Sie sich seit 1995 als ehrenamtlicher Leiter um das Stadt- und Wallfahrtsmuseum Walldürn.

    Heute nun sind Sie aus Pfatter, Ihrem neuen Wohnsitz in Bayern, den weiten Weg zu uns nach Maulbronn gekommen.

    Es ist mir eine besondere Freude, Ihnen für Ihr jahrzehntelanges Wirken mit der Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege Dank und Anerkennung aussprechen zu dürfen.

    Alfred Rupp

    Sie lieber Herr Rupp, sind in Hockenheim nicht nur als Rektor im Ruhestand bekannt, man schätzt Sie dort auch als Heimatforscher und profunden Kenner der Heimatgeschichte.

    Heute als Ehrenvorsitzender, zuvor nahezu über zwei Jahrzehnte haben Sie dem Verein für Heimatgeschichte vorgestanden und die dortige Arbeit nachhaltig geprägt. Ihre zahlreichen Veröffentlichungen und stadtgeschichtlichen Schriften prägen die Vereinszeitschrift „Unterm Wasserturm. Hockenheimer Beiträge zur Ortsgeschichte“ mit. Beliebt sind Ihre Vorträge an der Volkshochschule, bei Vereinen und Kirchen zu verschiedensten Themen zur Stadt und Stadtgeschichte

    Als Mitherausgeber der heimatgeschichtlichen Bücher „Hockenheim in unvergessenen Bildern“ (2009) und Hockenheim in alten Fotografien: Brauchtum, Feste, Feiern“ (2013) halten Sie die Stadtgeschichte lebendig.

    Darüber hinaus bereitet es Ihnen Freude, den Bürgerinnen und Bürgern bei Ihren historischen Stadtführungen zu zeigen, dass Hockenheim viel mehr zu bieten hat, als den reinen Motorsport. Sie machen die einstige Kommune von Tabak und Zigarren erlebbar und zeigen die vom Jugendstil geprägte und auch als Wallfahrtsort bedeutende Stadt von einer ganz anderen Seite.

    Speziell in diesem Jahr, in dem Hockenheim 1250jähriges Jubiläum feiert, leisten Sie Ihrer Stadt wieder in besonderem Maße hervorragende Dienste. Als Gestalter, Motor und Organisator gelang es Ihnen, im Oktober 2017 bei einem Volkshochschulkurs mit dem Thema „1250 Jahre Hockenheim – wie alt ist Hockenheim wirklich?“ die Mitbürger auf das Jubiläum einzuschwören, und beim Neujahrsempfang mit einem Historienspiel für einen fulminanten Auftakt zu sorgen. Mit speziellen Führungen über „Gewanne und Gewannnamen“ und „Alte Zigarrenfabriken“ sowie auserwählten heimatgeschichtlichen Themen für die „Badische Heimat“ engagieren Sie sich weiter im Jubiläumsjahr.

    Lieber Herr Rupp, in Anerkennung Ihres großen Engagements und Ihrem vorbildlichen Wirken, danke ich Ihnen heute in Form der Ehrennadel unseres Arbeitskreises Heimatpflege. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Freude bei Ihren Unternehmungen.

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