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  • Abteilung 5
    26.10.2020
    Sonderprogramm Biologische Vielfalt: Modellprojekt zur Umsetzung des Biotopverbunds im Landkreis Calw startet mit neuem Personal
    Aufwertung eines Feuchtbiotops in Calw-Altburg mit Bagger und schwerem Gerät

    Als eine der ersten Maßnahmen im Modellprojekt „Biotopverbund Calw“ hat der Landschaftserhaltungsverband Calw (LEV) Ende Oktober die Pflege eines verlandeten Amphibien-Gewässers sowie die Freistellung einer Pfeifengraswiese in Calw-Altburg umgesetzt. Mit Bagger und schwerem Gerät wurde der Tümpel von Schlamm befreit und umliegende Gehölze entfernt. Dadurch wird das Gewässer wieder stärker besonnt und die artenreiche Wiese offengehalten. Die Aufwertung des Feuchtbiotops ist ein weiteres Trittsteinelement in der Umsetzung des Landesweiten Biotopverbunds.

    Das Modellprojekt ist Teil des Sonderprogramms zur Stärkung der biologischen Vielfalt des Landes Baden-Württemberg, das den Erhalt der Artenvielfalt und die Stärkung des landesweiten Biotopverbunds zum Ziel hat. In enger Zusammenarbeit mit dem Naturschutzreferat am Regierungspräsidium Karlsruhe und dem LEV Calw werden fachliche Grundlagen erarbeitet und neue Biotope geschaffen oder bestehende verbessert. Die Basis bildet der „Fachplan Landesweiter Biotopverbund“ der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW).

    Die biologische Vielfalt zu erhalten und zu fördern ist ein wichtiges Ziel des Landes Baden-Württemberg. Das im Juli 2020 in Kraft getretene Biodiversitätsstärkungsgesetz hat das Ziel den Biotopverbund in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2030 auf einen Flächenanteil von 15 % im Offenland auszubauen. Hierfür wurde der Landschaftserhaltungsverband mit einer vom Land finanzierten Projektstelle personell verstärkt.

    Die Stelle ist seit 1. August 2020 mit Frau Kathrin Steberl besetzt. Frau Steberl steht als Biotopverbund-Botschafterin des Landkreises Calw den örtlichen Kommunen zur Seite, berät bei Maßnahmenplanungen und der Erstellung von Biotopverbundplänen. Darüber hinaus setzt sie gemeinsam mit Kommunen, Naturschutzverbänden, Landwirten, Schäfern und Landschaftspflegeunternehmern Maßnahmen zur Stärkung des Biotopverbunds um.

    Warum ist Biotopverbund wichtig und Teil des Sonderprogramms zur Stärkung der Biologischen Vielfalt? Wertvolle Biotope und Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten gehen durch Nutzungsänderungen, Bebauung und Zerschneidung unserer Landschaft verloren oder werden so stark isoliert, dass es den Austausch von Individuen erschwert. Dies gefährdet das dauerhafte Überleben unserer heimischen Flora und Fauna und führt zu einem Verlust der biologischen Vielfalt. Die Vernetzung und Stärkung von Biotopen ist somit ausschlaggebend für den funktionalen Biotopverbund und in den Anstrengungen zum Erhalt der Artenvielfalt.

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    Bild 1: Pfeifengraswiese mit zunehmender Verbuschung im Randbereich, Bildautorin: Kathrin Steberl, LEV Calw

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    Bild 2: Mit Hilfe des Baggers wird das Gehölz zurückgedrängt und die Pfeifengraswiese freigestellt., Bilautorin: Kathrin Steberl, LEV Calw

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    Bild 3: Entschlammtes Amphibien-Gewässer neben der Pfeifengraswiese, Bildautorin: Kathrin Steberl, LEV Calw

    Kontakt
    Landschaftserhaltungsverband Landkreis Calw e.V.
    c/o Landratsamt Calw
    Kathrin Steberl
    Vogteistraße 42-46
    75365 Calw
    Tel.: 07051 160-109
    Kathrin.Steberl@kreis-calw.de
    http://www.kreis-calw.de

    Der Fachplan Landesweiter Biotopverbund steht allen Kommunen kostenfrei im Publikationsdienst der LUBW als Download zur Verfügung https://pudi.lubw.de/ - Suchbegriff „Fachplan“ - „Fachplan Landesweiter Biotopverbund. Arbeitsbericht“

    Die LUBW stellt mit dem Daten- und Kartendienst UDO „Umweltdaten und Karten Online“ Informationen zum landesweiten Biotopverbund zur Verfügung https://udo.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/.

    Hintergrundinformationen

    1. „Biotopverbund-Botschafter und Biotopverbund-Botschafterinnen“ der Landschaftserhaltungsverbände
      Das im Juli 2020 in Kraft getretene Biodiversitätsstärkungsgesetz hat das Ziel den Biotopverbund in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2030 auf einen Flächenanteil von 15 % im Offenland auszubauen. Um dieses Ziel zu erreichen, sind die Gemeinden verpflichtet Biotopverbundpläne zu konzipieren oder ihre Landschaftspläne auf Basis des Fachplans Landesweiter Biotopverbund fortzuschreiben. Zur Unterstützung dieser Aufgabe hat das Land Baden-Württemberg die Landschaftserhaltungsverbände mit einer zusätzlichen Stelle personell verstärkt. Die Biotopverbund-Botschafter und Biotopverbund-Botschafterinnen der jeweiligen Landkreise können von allen Städten und Gemeinden, ob Mitglied im LEV oder nicht, in Fragen Biotopverbund angesprochen werden.

    2. Fachplan Landesweiter Biotopverbund
      Um die Verbindung von Biotopen und den Austausch zwischen Arten in unseren stark zersiedelten und zerschnittenen Landschaften zu gewährleisten, hat das Land Baden-Württemberg den Fachplan Landesweiter Biotopverbund erarbeitet. Er stellt eine wichtige Planungsgrundlage für die Umsetzung des Biotopverbunds dar und steht allen Interessierten, Städten und Gemeinden kostenfrei zur Verfügung (https://pudi.lubw.de/ - Suchbegriff „Fachplan“ - „Fachplan Landesweiter Biotopverbund. Arbeitsbericht“). Ziel bei der Erarbeitung des Fachplans war eine landesweite Planungsgrundlage für den Biotopverbund des Offenlandes auf Basis vorhandener Fachbeiträge und digitaler Datengrundlagen zu schaffen. Es wurde eine Untergliederung in Offenland-Lebensraumtypen trockener, mittlerer und feuchter Standorte verfolgt, denen Arten verschiedener Anspruchstypen zugeordnet werden können. Der Fachplan dient als Planungsgrundlage für alle raumplanerischen Belange in Baden-Württemberg. Kernflächen und Kernräume stellen das Grundgerüst eines Biotopverbunds im Offenland dar. Geeignete Flächen und Maßnahmen können in den Suchraumkulissen identifiziert werden und werden so zum Bestandteil eines Biotopverbundplans. Die Einbindung des Fachplans Landesweiter Biotopverbund in die Biotopverbundpläne gewährleistet die Berücksichtigung überregionaler Verbundachsen.

    3. Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt
      Das Land Baden-Württemberg verpflichtet sich zum Erhalt der biologischen Vielfalt als Lebensgrundlage. Deshalb hat die Landesregierung Ende 2017 das Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt aufgelegt. Die Ministerien für Umwelt, für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz sowie für Verkehr verstärken damit ihre Anstrengungen zum Erhalt der Artenvielfalt.

    Im ersten Durchlauf standen 13,5 Mio. Euro zur Verfügung, die in Maßnahmen im Natur- und Artenschutz sowie in erhöhter Förderung, Forschung und im Monitoring eingesetzt wurden. Das Naturschutzreferat am Regierungspräsidium Karlsruhe ist im Rahmen des Sonderprogramms an der Vergabe von verschiedenen Fachgutachten zu den Themen Lichtverschmutzung in Naturschutzgebieten, Archewiesen zur autochthonen Saatgutgewinnung, Pestizidreduktion auf landwirtschaftlichen Flächen und Qualitätssicherung in Naturschutzgebieten beteiligt.

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