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  • Abteilung 5
    24.08.2015
    LIFE+-Projekt "Rheinauen bei Rastatt": Ufer am Kohlkopf entwickelt sich zu Naturufer
     Naturufer am Kohlkopf. Im Hintergrund sind die Tomateninseln zu sehen. Quelle: Regierungspräsidium Karlsruhe

    Mit der neu geschaffenen Insel an der Spitze der Landzunge „Kohlkopf“ entwickelt sich eine weitere Maßnahme des LIFE+-Projektes „Rheinauen bei Rastatt“ in die richtige Richtung. Seltene Wasservogelarten nehmen das neu gestaltete Ufer an. Die Durchströmung des Illinger Altrheins hat sich bereits verbessert.

    An der Spitze der Landzunge, die den Rhein vom Illinger Altrhein trennt, wurde ein Verbindungsgraben zwischen Rhein und Illinger Altrhein angelegt. Dadurch ist eine große Insel entstanden, auf der sich Wasservögel ungestört aufhalten können. Der Illinger Altrhein wird durch den neuen Zufluss besser durchströmt, abgelagerter Schlamm kann abtransportiert werden. Die Unterhaltung des Leinpfads auf der neuen Insel wurde aufgegeben. Da der Leinpfad nicht mehr vor Erosion geschützt werden muss, konnte die Uferbefestigung auf einer circa 250 Meter langen Strecke entfernt und eine ungehinderte Entwicklung des Ufers zugelassen werden.

    Anfang Mai 2015 ist ein großes Hochwasser über die umgestalteten Flächen geflossen. Für die Entwicklung eines Fließgewässers sind solche Hochwasser sehr wichtig, weil dann große Strömungskräfte wirken und Ablagerungen in Bewegung bringen. Wie erwartet hat das Wasser an der unbefestigten steilen Böschung genagt und Uferabbrüche geschaffen. In diesen können der Eisvogel und zahlreiche Wildbienenarten Brutröhren anlegen. Zwischen Abbruchkante und Wasser hat sich ein flaches kiesig-sandiges Ufer entwickelt, das vielen spezialisierten Insekten- und Spinnenarten Lebensraum bietet und damit Wasservögeln als Nahrungsquelle dient.

    Bei den Nachuntersuchungen im Rahmen des LIFE+-Projekts „Rheinauen bei Rastatt“ konnte nun nachgewiesen werden, dass die Wasservogelarten Flussregenpfeifer, Flussuferläufer und Flussseeschwalbe diesen natürlichen Uferabschnitt tatsächlich häufiger als das oberhalb gelegene befestigte Ufer nutzen. Hierfür wurden Rufe dieser Arten nach dem Abtrennen der Insel aufgenommen und die gewonnen Daten ausgewertet.

    Für das entsteinte Ufer am Kohlkopf ist noch mit leichten weiteren Abbrüchen zu rechnen, bis sich ein stabiles Ufer einstellt. Dies zeigen Erfahrungen mit vergleichbaren Maßnahmen an zwei Rheinabschnitten bei Mannheim. Dort wurde bereits vor 10 Jahren die Uferbefestigung ebenfalls auf Inseln entfernt und die Uferentwicklung beobachtet. Auch nach dem Ablaufen mehrerer großer Hochwasser ist die Böschung nur leicht nachgerutscht.

    Information für die Medien:
    Mit dem LIFE+-Projekt „Rheinauen bei Rastatt setzt das Regierungspräsidium Karlsruhe gemeinsam mit zahlreichen Partnern in den Jahren 2011 bis 2015 eines der größten deutschen Naturschutzprojekte um. Das Projekt wird von der Europäischen Union mit rund 4,7 Millionen Euro gefördert. Neben dem Land Baden-Württemberg unterstützen die Städte Rastatt und Baden-Baden, die Gemeinden Durmersheim, Elchesheim-Illingen und Steinmauern, der Riedkanal-Zweckverband, die Umweltstiftung Rastatt, die Stiftung Naturschutzfonds, der Angelsportverein Rastatt, der BUND Südhardt sowie der NABU Kreisverband Rastatt das Projekt finanziell. Mehr Informationen über das Projekt sind auf der Internetseite www.rheinauen-rastatt.de zu finden. Dort erfährt der Leser beispielsweise, an welchen Stellen Fließgewässer naturnah umgestaltet und wo artenreiche Auewiesen angelegt werden.

    LIFE+ ist ein Förderprogramm der Europäischen Union zur Unterstützung von Projekten im Umwelt- und Naturschutz und steht als Abkürzung für L’Instrument Financier pour l’Environnement (das Finanzierungsinstrument für die Umwelt).

    Mit dem Naturschutzkonzept Natura 2000 haben sich die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten zur Aufgabe gemacht, in Europa charakteristische Lebensräume sowie gefährdete Tier- und Pflanzenarten zu schützen. Herzstück von Natura 2000 ist ein Netzwerk von Gebieten, die nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat- (FFH-) Richtlinie und der Vogelschutzrichtlinie geschützt sind.

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