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  • Abteilung 7
    07.10.2015
    Regierungspräsidium Karlsruhe und Polizeipräsidium Karlsruhe: Fachtag zu Radikalisierungstendenzen junger Menschen in Schulen – „Wahrnehmen – deuten – handeln“ am Mittwoch, 14. Oktober 2015 im Gartensaal des Schlosses Karlsruhe

    ​Handlungsbedarf sehen Regierungspräsidium Karlsruhe und Polizeipräsidium Karlsruhe zum Thema „Radikalisierung junger Menschen“. Auch der Bildungsplan 2016 begreift in seinen Leitperspektiven "Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt" und "Bildung für nachhaltige Entwicklung" weltoffene Schulen, in denen Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichem Glauben friedlich zusammen leben und lernen können, als fächerübergreifenden Auftrag.

    Daher haben die Abteilung 7 – Schule und Bildung – des Regierungspräsidiums Karlsruhe und das Polizeipräsidium Karlsruhe einen Fachtag zum Thema „Radikalisierungstendenzen junger Menschen in Schulen organisiert, der am Mittwoch, 14. Oktober 2015, ab 9.00 Uhr im Gartensaal im Schloss Karlsruhe stattfindet. Die Fachveranstaltung beschäftigt sich in Vorträgen und Arbeitsgruppen mit Erscheinungsformen, Umgang und Prävention hinsichtlich des religiös motivierten Fundamentalismus. Eröffnet wird der Fachtag mit Grußworten von Vittorio Lazaridis, dem Leiter der Abteilung Schule und Bildung des Regierungspräsidiums Karlsruhe, und dem Präsidenten des Polizeipräsidiums Karlsruhe, Günter Freisleben. 

    Die Absicht des Kultusministeriums Baden-Württemberg, radikale Tendenzen möglichst frühzeitig erkennen und diesen präventiv entgegenzuwirken, wird durch die dritte Leitperspektive „Prävention und Gesundheitsförderung“ im Bildungsplan 2016 ergänzt. Wer Toleranz, respektvollen Umgang miteinander und Verständigung bereits in frühen Jahren im Kindergarten und in den Schulen gelernt hat, lebt dies auch als Erwachsener –. Die Schulen als 'primäre Lernorte', an denen Kinder und Jugendlichen den Umgang mit der Vielfalt und unterschiedlichen Haltungen erfahren und lernen, birgt auch die Gefahr an Konflikten in sich. Umso wichtiger ist es in Schulen präventiv zu handeln und Schülerinnen und Schülern, die radikalisierte Haltungen einnehmen Gespräche anzubieten und Schülerinnen und Schüler in der Entwicklung von Lebenskompetenzen zu stärken, die es ihnen ermöglichen „Nein“ zu sagen.

    Jugendliche, die in den Krieg ziehen wollen, machten in den vergangenen Monaten und Wochen immer wieder Schlagzeilen. Im jugendlichen Eifer ist es nicht untypisch, sich für Ideale und gegen vermeintliches Unrecht in der Welt zu engagieren. Den gesamten, mehrstufigen Radikalisierungsprozess bis hin zur Bereitschaft, zu töten und zu sterben, durchlaufen wenige. Dabei ist die Hinwendung zu radikalisierten Haltungen und Handlungen sehr individuell, sie folgen keinem schematischen Muster.  In einigen Fällen handelt es sich bei näherer Betrachtung um die Suche nach Antworten in persönlichen Umbruchsituationen – also um Herausforderungen, bei denen Pädagogen und Pädagoginnen Hilfestellungen leisten können.

    Die Fachtagung greift den Aspekt „Radikalisierungstendenzen junger Menschen in Schulen“ auf. Unter dem Aspekt, erste Anzeichen radikalisierter Handlungen wahrzunehmen, diese zu deuten und präventiv tätig zu werden, liegt das Augenmerk auf der Prävention. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen befähigt werden, die Grenze zwischen pubertärem Verhalten oder Provokation und beginnendem Fundamentalismus besser einschätzen zu können. Sie findet als Auftakt einer entsprechenden Veranstaltungsreihe im Regierungsbezirk Karlsruhe in dieser Form erstmalig statt und wird gemeinsam vom Polizeipräsidium Karlsruhe, der Abteilung 7 Schule und Bildung des Regierungspräsidiums und dem Landeskriminalamt Baden-Württemberg organisiert und durchgeführt. Die Veranstaltung richtet sich an Schulleitungen, Lehrkräfte, Schulpsychologen und –psychologinnen ebenso wie Schulsozialarbeiter und Schulsozialarbeiterinnen der Stadt- und Landkreise Karlsruhe, Pforzheim und Calw. Sie findet am 14. Oktober 2015 im Schloss Karlsruhe, Gartensaal, statt (Beginn: 09:00Uhr).

    Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fachtagung erhalten von anerkannten Fachleuten aus Pädagogik, Religion und Polizei, Informationen zur Erkennung von Radikalisierungsprozessen und Handlungsideen, um mit pädagogischen Maßnahmen diesen entgegen wirken zu können. Der Wirkungskreis wird in anschließenden Arbeitsgruppen vertieft. Zudem bietet der Fachtag die Gelegenheit, sich mit Netzwerkpartnern vor Ort auszutauschen und zu verzahnen. Diejenigen die mit gefährdeten Jugendlichen arbeiten, setzen sich zusammen und überlegen, was vor Ort in den einzelnen Arbeitsfeldern zu tun ist. „Wer präventiv handeln möchte,“ so Vittorio Lazaridis, Leiter der Abteilung Schule und Bildung, „muss dies auch vor Ort gemeinsam tun.“

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