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  • Abteilung 3
    22.02.2016
    Erneutes Spitzengespräch im Regierungspräsidium zur aktuellen PFC-Situation: Vor-Ernte-Monitoring hat sich bewährt und wird weitergeführt

    Im Regierungspräsidium Karlsruhe fand am vergangenen Freitag, 19. Februar 2016, ein erneutes Spitzengespräch zur aktuellen PFC-Situation statt, an dem neben Regierungspräsidentin Nicolette Kressl auch Baden-Badens Oberbürgermeisterin Margret Mergen, Rastatts Oberbürgermeister Hans-Jürgen Pütsch und Landrat Jürgen Bäuerle teilgenommen hatten.

    Regierungspräsidentin Nicolette Kressl ist es wichtig, sich regelmäßig mit den Spitzen aus der Region auszutauschen und das weitere Vorgehen bezüglich der PFC-Belastung in der Region abzustimmen.

    Derzeit stellen Stadt- und Landkreisverwaltung die umfänglichen Erkenntnisse aus den Sanierungsvorüberlegungen zu einem entscheidungsreifen Vorschlag für das weitere Vorgehen zusammen. Sie werden dabei vom gemeinsam beauftragten Ingenieurbüro arcadis unterstützt, welches im vergangenen Jahr in einer umfänglichen Studie Grundlagenfragen aufbereitet und eine Übersicht zur Gesamtsituation gegeben hatte. Dabei war die Einzigartigkeit der Belastungssituation im mittelbadischen Raum deutlich geworden, wo mittlerweile über 345 Hektar mit unterschiedlichen Schutzgütern betroffen sind. Die zuständigen Stellen haben bisher alle erforderlichen Schritte eingeleitet und werden weiterhin konsequent daran arbeiten, Gefahren für Mensch und Umwelt abzuwehren.

    In die noch laufende Planung fließen die aktuellsten Informationen aus Landesprojekten ein. Da zum Verhalten der PFC in Boden und Grundwasser derzeit weltweit noch keine ausreichenden Informationen vorliegen, werden in einer vom Land Baden-Württemberg beauftragten Studie an Böden aus den belasteten Bereichen die Mechanismen des Auswaschverhaltens und möglicher Veränderungen der verschiedenen PFC-Verbindungen im Boden untersucht. Eine weitere Studie befasst sich mit Analyseverfahren. Das landeseigene Grundwassermodell wird um Verfahrensvarianten ergänzt, die eine Prognose zum Transportverhalten im Grundwasser zulassen werden. In einem weiteren ebenfalls bereits laufenden Pilotprojekt des Landes werden verschiedene Verfahren zur Aufbereitung von PFC belastetem Grundwasser bezüglich der Anwendbarkeit und Wirtschaftlichkeit getestet. Dieses Pilotprojekt wurde um spezifische Fragestellungen aus Rastatt und Baden-Baden ergänzt.

    Die sogenannte Bewertungskommission wird voraussichtlich im Juni zusammentreten. Die Bewertungskommission ist ein interdisziplinär besetztes Gremium, dessen Rechtsgrundlage im Bodenschutzrecht liegt. Die Kommission erarbeitet unter Berücksichtigung der vorliegenden Untersuchungsergebnisse fachübergreifend einen Handlungsvorschlag für die örtlich zuständigen Behörden. Durch die routinemäßig vorgesehene Beteiligung von Vertretern der Landesanstalt für Umweltschutz und des Landesamtes für Geologie Bergbau und Rohstoffe ist eine landesweite Vergleichbarkeit der Entscheidungen gewährleistet. Außerplanmäßig sind in der Bewertungskommission für die PFC-Belastungen in der Region auch Vertreter der Kommunen und Wasserversorgungsunternehmen beteiligt, um dort ihre Belange zu vertreten.

    Für April 2016 ist ein Treffen der zuständigen Behörden mit betroffenen Wasserversorgern vorgesehen.

    Im Frühsommer 2016 soll dann endgültig über konkrete Maßnahmen zum weiteren Vorgehen mit Blick auf notwendige weitere Schritte entschieden werden. Für den Herbst ist ein weiterer großer Bürgerinfo-Abend geplant.

    Unabhängig davon werden im Bereich Landwirtschaft die Vorernteuntersuchungen weitergeführt. Im Frühjahr des vergangenen Jahres wurde das sogenannte Vor-Ernte-Monitoring durch das Regierungspräsidium Karlsruhe gestartet. Im Rahmen dieses Monitorings wurden landwirtschaftliche Erzeugnisse vor der Ernte untersucht. Soweit diese Erzeugnisse die Beurteilungswerte des MLR überschritten hatten, wurden sie von den Landwirten auf freiwilliger Basis nicht mehr in den Verkehr gebracht.

    Das Vor-Ernte-Monitoring hat sich in der 2015 durchgeführten Weise sehr bewährt und hohe Akzeptanz gefunden. Nicht zuletzt soll damit auch die Sicherheit der Lebensmittel gewährleistet werden. Grundlage für die Vorgehensweise in 2016 sind die Ergebnisse aus 2015 und die verfügbaren Finanzmittel. Dabei werden auch die Erkenntnisse bezüglich des kulturartbedingten Übergangs Boden/Pflanze soweit wie möglich berücksichtigt, um noch gezielter vorgehen zu können.

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