Befehle des Menübands überspringen
Zum Hauptinhalt wechseln
Sie sind hier: RP Internet »Karlsruhe »Pressemitteilung
Startwebsite des Internetauftritts des Regierungspräsidiums Karlsruhe
  • Abteilung 5
    29.03.2016
    Rückhalteraum Elisabethenwört: Planung und Öffentlichkeitsbeteiligung gehen Hand in Hand
    Regierungspräsidium Karlsruhe lädt ein zum zweiten großen Bürgerabend am 20. April in Philippsburg; Erste Ergebnisse der Planung wurden bereits im Projektbegleitkreis vorgestellt

    Das Regierungspräsidium Karlsruhe lädt alle Bürgerinnen und Bürger von Philippsburg, Dettenheim und Germersheim sowie alle Interessierten zum zweiten öffentlichen Bürgerabend am Mittwoch, 20. April um 18 Uhr in die Jugendstil-Festhalle in Philippsburg zum Rückhalteraum Elisabethenwört ein. Regierungspräsidentin Nicolette Kressl wird zusammen mit dem Landesbetrieb Gewässer und den beauftragen Planern und Ingenieuren den aktuellen Stand des Projektes sowie die bisherige Öffentlichkeitsbeteiligung von Projektbegleitkreis und den vier begleitenden Arbeitsgruppen vorstellen.

    Bei der Auftaktveranstaltung im Juli 2014 wurde über die Wiederaufnahme der Planungsarbeiten zum Rückhalteraum Elisabethenwört informiert und interessierte Bürgerinnen und Bürger für die Öffentlichkeitsbeteiligung ausgewählt. Seitdem sind die Planungsarbeiten angelaufen und die ersten Sitzungen von Projektbegleitkreis und Arbeitsgruppen haben stattgefunden. „Wir möchten alle Bürgerinnen und Bürger erreichen“, betont Regierungspräsidentin Kressl die Bedeutung des Bürgerabends. Nach dem Einstieg mit Informationen zu Planung und Öffentlichkeitsbeteiligung können sich bei einem Infomarkt alle Teilnehmenden mit den Planern und den Vertreterinnen und Vertretern des Regierungspräsidiums Karlsruhe austauschen, Fragen stellen und Anregungen einbringen.

    Der Projektbegleitkreis zum Rückhalteraum Elisabethenwört traf sich am 17. März 2016 zum zweiten Mal. In der Sitzung wurden die ersten Ergebnisse der hydraulischen Berechnungen zum Oberflächenwasser und Grundwasser, sowie der aktuelle Stand der Wasserbauplanung und Umweltplanung vorgestellt. Außerdem wurden als Einstieg für die spätere Variantenbeurteilung relevante Abwägungskriterien gemeinsam erarbeitet. Wesentliche Aufgabe des Projektbegleitkreises ist es, den Landesbetrieb Gewässer im Regierungspräsidium Karlsruhe bei der Erstellung der Planung und der Vorbereitung der Variantenentscheidung von Beginn an zu begleiten und zu beraten.

    Weitere Informationen zum Projekt und den bisherigen Sitzungen finden sich auf der Internetseite www.rp-karlsruhe.de >> Unsere Themen >> Umwelt / Wasser und Boden >> Hochwasserschutz / Integriertes Rheinprogramm >> Rückhalteräume >> Elisabethenwört
    Für Fragen und Anregungen steht Interessierten eigens eine Email-Adresse zur Verfügung: rhr.elisabethenwoert@rpk.bwl.de

    Hintergrund zum IRP-Projekt Elisabethenwört
    Die Insel "Elisabethenwört" (Rhein-km 380,8 bis 383,4), auf Gemarkungsflächen der Gemeinde Dettenheim/Ortsteil Rußheim sowie der Städte Philippsburg und Germersheim gelegen, wird vom Rhein und dem Rußheimer Altrhein umschlossen. Sie wird intensiv land- und forstwirtschaftlich genutzt. Hier soll im Rahmen des Integrierten Rheinprogramms (IRP) auf einer Fläche von mindestens 400 ha bis maximal 590 ha ein Rückhalteraum von mindestens 11,9 Millionen m³ geschaffen werden. Dazu liegen Voruntersuchungen und erste Vorplanungen aus dem Jahr 1992 vor. Untersucht wurden damals jeweils kleine, mittlere und große Varianten als ungesteuerter Rückhalteraum in Form einer Deichrückverlegung sowie als gesteuerter Rückhalteraum in Form eines Polders. 2014 haben die Vorbereitungen zur Wiederaufnahme der Planungsarbeiten begonnen. Den Ausgangspunkt der Planung bilden die sechs Varianten der Voruntersuchungen 1992, die in einem ergebnisoffenen Prozess unter heutigen Bedingungen neu planerisch bearbeitet, nach Bedarf angepasst und vergleichend beurteilt werden. Auf dieser Grundlage soll die Entscheidung getroffen werden, welche Variante abschließend geplant und gebaut werden soll.

    Hintergrund zum Integrierten Rheinprogramm (IRP)
    Der Ausbau des Oberrheins zwischen Basel und Iffezheim durch Staustufen führte auf dem Abschnitt zwischen Breisach und Iffezheim zu einem Verlust von 130 km² Überschwemmungsflächen mit der Folge, dass Rheinhochwasser heute schneller und höher ablaufen und sich zudem ungünstiger mit den Hochwasserwellen der Nebenflüsse überlagern. Während für die ausgebaute Strecke aufgrund des für die baulichen Anlagen ausgewählten Bemessungshochwassers ein sehr hoher Hochwasserschutz erreicht wurde, hat sich für die Rheinanlieger unterhalb von Iffezheim die Situation wesentlich verschlechtert. Zur Wiederherstellung eines Schutzniveaus gegen ein 200-jährliches Hochwasserereignis am Pegel Karlsruhe-Maxau bzw. ein 220–jährliches Ereignis am Pegel Worms, wie es vor dem Ausbau des Oberrheins bestand, wurde auf der Grundlage einer deutsch-französischen Vereinbarung für den baden-württembergischen Teil des Oberrheins im Januar 1996 von der Landesregierung Baden-Württemberg das Integrierte Rheinprogramm (IRP) beschlossen. Dieses besteht aus 13 Rückhalteräumen mit einem gesamten Rückhaltevolumen von 167,3 Millionen m³. Das IRP beinhaltet die Wiederherstellung des Hochwasserschutzes und möglichst gleichrangig die Erhaltung und Renaturierung der Auenlandschaft am Oberrhein. Einer der 13 Rückhalteräume ist der Raum Elisabethenwört (Landkreis Karlsruhe und Landkreis Germersheim).

    Im Regierungsbezirk Karlsruhe liegen drei weitere Hochwasserrückhalteräume des Integrierten Rheinprogramms. Der Polder Söllingen/Greffern mit zwölf Millionen Kubikmeter Rückhaltevolumen wurde im Jahr 2005 fertiggestellt und ist in Betrieb. Rheinabwärts bei Philippsburg wurde im November 2015 der Polder Rheinschanzinsel mit circa 6,2 Millionen Kubikmeter Rückhaltevolumen fertig gestellt. Der Polder Bellenkopf-Rappenwört, der sich mit einem Rückhaltevolumen von 14 Millionen Kubikmeter von Rheinstetten-Neuburgweier bis zum Rheinhafendampfkraftwerk Karlsruhe im Norden erstreckt, befindet sich derzeit im Planfeststellungsverfahren.

    Anlagen:

    Programm
    Planungsraum Elisabethenwört

​​​Pressestelle

Schlossplatz 1 - 3
76131 Karlsruhe
Pressestelle@rpk.bwl.de


Pressesprecher

Uwe Herzel, Pressesprecher
Uwe Herzel
0721 926-4051

Stellvertretung


Irene Feilhauer
0721 926-6266 ​​​​​​​