Befehle des Menübands überspringen
Zum Hauptinhalt wechseln
Sie sind hier: RP Internet »Karlsruhe »Pressemitteilung
Startwebsite des Internetauftritts des Regierungspräsidiums Karlsruhe
  • Abteilung 5
    21.04.2016
    Großes Interesse und lebhafte Diskussion beim Bürgerabend zum Rückhalteraum Elisabethenwört

    ​Im Rahmen des zweiten Bürgerabends zum Rückhalteraum Elisabethenwört am 20. April in der Jugendstil-Festhalle in Philippsburg stellte das Regierungspräsidium Karlsruhe den aktuellen Stand und erste Zwischenergebnisse der im letzten Jahr begonnen Planungsarbeiten vor. Die über 100 Teilnehmer konnten sich über aktuelle Themen zur Wasserbau- und Umweltplanung sowie zur Öffentlichkeitsbeteiligung informieren, aber auch ihre Fragen und Anregungen vorbringen.

    Von besonderer Bedeutung für die Bürgerinnen und Bürger waren die möglichen Auswirkungen des Rückhalteraums auf die angrenzende Bebauung und die Frage, ob der Rückhalteraum wirklich notwendig sei.

    Regierungspräsidentin Nicolette Kressl betonte nochmals, dass das Projekt Elisabethenwört als Bestandteil des Integrierten Rheinprogramms unbedingt erforderlich ist. Es handelt sich um ein gesamtschauliches Konzept zum Schutz aller Städte und Gemeinden am Oberrhein. Philippsburger und Dettenheimer Bürger würden beispielsweise von den südlich liegenden Rückhalteräumen sehr profitieren. Ziel ist die Wiederherstellung des Hochwasserschutzes, den es vor dem Bau der Staustufen am Rhein schon einmal gab.

    Im Mittelpunkt des Bürgerabends stand der Infomarkt. Dieser stieß auf besonders großes Interesse, da dort die Bürgerinnen und Bürger unmittelbar mit den Planern und Ingenieuren sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Regierungspräsidiums ihre Fragen hautnah diskutierten konnten. Eine ausführliche Dokumentation des Bürgerabends wird in den kommenden Wochen auf der Internetseite des Projektes veröffentlicht werden. Alle vorgebrachten Fragen und Vorschläge wird das Regierungspräsidium Karlsruhe im Laufe des Projektes prüfen.

    Die Planung und die voraussichtlich Ende 2017 anstehende Variantenentscheidung werden sich auf aktuelle Untersuchungen und Berechnungen stützen. Die Ausgangsvarianten aus den Voruntersuchungen von 1992 werden im Rahmen der Planung überprüft, bei Bedarf angepasst und unter heutigen Bedingungen planerisch vollständig neu bearbeitet.

    Die Erfassung der Tiere und Pflanzen auf Elisabethenwört wurde letztes Jahr begonnen, so dass nun aktuelle Erkenntnisse für die weiteren Arbeiten und die Umweltverträglichkeitsprüfung vorliegen. Weiterhin werden derzeit umfangreiche Berechnungen für Oberflächenwasser und Grundwasser nach dem heutigen Stand der Technik durchgeführt und als aktuelle Grundlage in die Wasserbauplanung einfließen.

    Die Planung eines Rückhalteraumes ist eine komplexe und fachlich sehr anspruchsvolle Arbeit. Viele Zusammenhänge und technische Erkenntnisse müssen berücksichtigt werden. Am Ende des Bürgerabends zeigte sich, dass diese Informationen über die fachlichen Themen und der Austausch mit den Akteuren der Raumschaft unerlässlich sind.

    „Dies ist die Grundlage für das gegenseitige Verständnis und möglichst gute Lösungen für die Planung“ betonte Regierungspräsidentin Nicolette Kressl und dankte allen Interessierten für ihr Kommen, besonders auch den Mitgliedern des Projektbegleitkreises und der Arbeitsgruppen. Viele Mitglieder waren auch am Bürgerabend anwesend. Es sei nicht selbstverständlich, dass sich so viele Personen bereitgefunden haben an dem Projekt konstruktiv mitzuarbeiten.
    Die begleitenden Gruppen, wie der Projektbegleitkreis und die vier Arbeitsgruppen, wurden im Jahr 2015 ins Leben gerufen. Sie werden im Sommer wieder tagen und die derzeitigen Ergebnisse der Planung sowie die zu erarbeitenden Kriterien für die spätere Variantenbeurteilung besprechen.

    Weitere Informationen zum Projekt und die Dokumentationen der Sitzungen des Projektbegleitkreises sowie der Arbeitsgruppen finden sich auf der Internetseite www.rp-karlsruhe.de >> Unsere Themen >> Umwelt / Wasser und Boden >> Hochwasserschutz / Integriertes Rheinprogramm >> Rückhalteräume >> Elisabethenwört.
    Für Fragen und Anregungen steht Interessierten eigens eine E-Mail-Adresse zur Verfügung:  rhr.elisabethenwoert@rpk.bwl.de

    Hintergrund zum IRP-Projekt Elisabethenwört

    Die Insel "Elisabethenwört" (Rhein-km 380,8 bis 383,4), auf Gemarkungsflächen der Gemeinde Dettenheim/Ortsteil Rußheim sowie der Städte Philippsburg und Germersheim gelegen, wird vom Rhein und dem Rußheimer Altrhein umschlossen. Sie wird intensiv land- und forstwirtschaftlich genutzt. Hier soll im Rahmen des Integrierten Rheinprogramms (IRP) auf einer Fläche von mindestens 400 Hektar bis maximal 590 Hektar ein Rückhalteraum von mindestens 11,9 Millionen Kubikmeter geschaffen werden. Dazu liegen Voruntersuchungen und erste Vorplanungen aus dem Jahr 1992 vor. Untersucht wurden damals jeweils kleine, mittlere und große Varianten als ungesteuerter Rückhalteraum in Form einer Deichrückverlegung sowie als gesteuerter Rückhalteraum in Form eines Polders. 2014 haben die Vorbereitungen zur Wiederaufnahme der Planungsarbeiten begonnen. Den Ausgangspunkt der Planung bilden die sechs Varianten der Voruntersuchungen 1992, die in einem ergebnisoffenen Prozess unter heutigen Bedingungen neu planerisch bearbeitet, nach Bedarf angepasst und vergleichend beurteilt werden. Auf dieser Grundlage soll die Entscheidung getroffen werden, welche Variante abschließend geplant und gebaut werden soll.

    Hintergrund zum Integrierten Rheinprogramm (IRP)

    Der Ausbau des Oberrheins zwischen Basel und Iffezheim durch Staustufen führte auf dem Abschnitt zwischen Breisach und Iffezheim zu einem Verlust von 130 km² Überschwemmungsflächen mit der Folge, dass Rheinhochwasser heute schneller und höher ablaufen und sich zudem ungünstiger mit den Hochwasserwellen der Nebenflüsse überlagern. Während für die ausgebaute Strecke aufgrund des für die baulichen Anlagen ausgewählten Bemessungshochwassers ein sehr hoher Hochwasserschutz erreicht wurde, hat sich für die Rheinanlieger unterhalb von Iffezheim die Situation wesentlich verschlechtert.
    Zur Wiederherstellung eines Schutzniveaus gegen ein 200-jährliches Hochwasserereignis am Pegel Karlsruhe-Maxau bzw. ein 220–jährliches Ereignis am Pegel Worms, wie es vor dem Ausbau des Oberrheins bestand, wurde auf der Grundlage einer deutsch-französischen Vereinbarung für den baden-württembergischen Teil des Oberrheins im Januar 1996 von der Landesregierung Baden-Württemberg das Integrierte Rheinprogramm (IRP) beschlossen. Dieses besteht aus 13 Rückhalteräumen mit einem gesamten Rückhaltevolumen von 167,3 Millionen Kubikmeter. Das IRP beinhaltet die Wiederherstellung des Hochwasserschutzes und möglichst gleichrangig die Erhaltung und Renaturierung der Auenlandschaft am Oberrhein. Einer der 13 Rückhalteräume ist der Raum Elisabethenwört (Landkreis Karlsruhe und Landkreis Germersheim).

    Im Regierungsbezirk Karlsruhe liegen drei weitere Hochwasserrückhalteräume des Integrierten Rheinprogramms. Der Polder Söllingen/Greffern mit zwölf Millionen Kubikmeter Rückhaltevolumen wurde im Jahr 2005 fertiggestellt und ist in Betrieb. Rheinabwärts bei Philippsburg wurde im November 2015 der Polder Rheinschanzinsel mit circa 6,2 Millionen Kubikmeter Rückhaltevolumen fertig gestellt. Der Polder Bellenkopf-Rappenwört, der sich mit einem Rückhaltevolumen von 14 Millionen Kubikmeter von Rheinstetten-Neuburgweier bis zum Rheinhafendampfkraftwerk Karlsruhe im Norden erstreckt, befindet sich derzeit im Planfeststellungsverfahren.

​​​Pressestelle

Schlossplatz 1 - 3
76131 Karlsruhe
Pressestelle@rpk.bwl.de


Pressesprecher

Uwe Herzel, Pressesprecher
Uwe Herzel
0721 926-4051

Stellvertretung


Irene Feilhauer
0721 926-6266 ​​​​​​​