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  • Abteilung 5
    29.06.2016
    Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie an der Pfinz - Umbau des Absturzes an der DB-Brücke in Berghausen

    ​Am Montag, 4. Juli 2016, beginnt der Landesbetrieb Gewässer im Regierungspräsidium Karlsruhe an der DB-Brücke in Berghausen mit dem Umbau des in der Pfinz vorhandenen Absturzes. Dieser rund 1,30 Meter große Höhenunterschied wird aus gewässerökologischen Gründen zur Herstellung der Durchgängigkeit umgebaut. Den Fischen und den Kleinstlebewesen soll ermöglicht werden, diesen Höhenunterschied zu überwinden. Dafür wird eine etwa 40 Meter lange sogenannte Sohlgleite in Riegelbauweise aus Wasserbausteinen hergestellt, die den Absturz ersetzt. Die Gesamtkosten der Maßnahme betragen etwa 350.000 Euro.

    Diese Maßnahme ist Bestandteil des Maßnahmenprogrammes zur Umsetzung der EU–Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) an der Pfinz. Hierzu gehört auch der voraussichtlich am 18. Juli 2016 beginnende etwa 1,3 Millionen Euro teure Neubau einer Fischaufstiegsanlage am Wehr der Schnellermühle in Berghausen. Der hier bereits vorhandene Fischaufstieg ist nicht funktionsfähig. Die neue Anlage wird zwischen dem Wehr und der Mühle errichtet und hat eine Gesamtlänge von etwa 160 Metern. Der Fischaufstieg wird zum größten Teil als technische Fischaufstiegsanlage in Betonbauweise errichtet. Ein kleiner Teilbereich oberhalb des Wehres wird in naturnaher Bauweise hergestellt.

    Auch die bereits 2010 hergestellte Fischaufstiegsanlage am Wehr Walther in Söllingen und die laufenden Planungen für die Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit an der Köbermühle in Remchingen-Singen und einen unterhalb der Köbermühle befindlichen kleineren Absturz sowie für das Mühlenwehr in Grötzingen sind Teil des oben genannten Maßnahmenprogramms. Nach deren Umsetzung sind die Wehranlagen in der Pfinz im Bereich der Unterhaltungslast des Landes ökologisch durchgängig.
     
    Ein weiteres Ziel der WRRL ist die Verbesserung der Gewässerstruktur. In diesem Zusammenhang wurde bereits 2015 eine erste Maßnahme in Berghausen unterhalb des Wehres Schnellermühle umgesetzt. Eine weitere Maßnahme in der Pfinz in Remchingen ist in Planung.

    Weitere Informationen finden sie auf der Homepage des Regierungspräsidium Karlsruhe: www.rp-karlsruhe.de / Abteilung 5 / Referat 53.2.

    Absturz:

    Ein Absturz ist eine in die Sohle eingebaute Stufe mit einer senkrechten Wand, bei der das Wasser sozusagen „abstürzt“. Diese Art von Sohlstufen wurden vor allem zur Verhinderung der Eintiefung bei begradigten Fließgewässern und damit auch zur Wasserspiegelanhebung gebaut. Sie behindern jedoch ab einer bestimmten Höhendifferenz die flussaufwärtsgerichtete Wanderung von schwimmschwachen Fischen oder der Gewässerbett bewohnenden Lebewesen wie. z.B. Insekten, Krebse, Würmer, Muscheln.


    Sohlgleiten:

    Sohlgleiten werden in ihrer Bauweise natürlichen flach geneigten Gefällestrecken nachempfunden, sie gehen über den gesamten Gewässerquerschnitt und ersetzen häufig einfache Querbauwerke im Gewässerbett. Es gibt verschiedene Bauweisen, eine der möglichen ist eine Raue Rampe in Beckenbauweise. Das bedeutet, dass durch größere, riegelartig angeordnete Steine Becken gebildet werden. Diese können gleichmäßig parallel oder beliebig z.B. wabenartig angeordnet werden. Der Wasserabfluss erfolgt durch Lücken und Öffnungen in den Steinriegeln. In den Becken zwischen den Riegeln entstehen dadurch strömungsarme und beruhigte Ruhezonen, so dass schwimmschwache Fische die Möglichkeit haben, den Aufstieg in mehreren Etappen zu bewältigen. Bei höheren Abflüssen werden die Riegel überströmt.


    Technische Fischaufstiegsanlage:

    Die technischen Fischaufstiegsanlagen unterscheiden sich von naturnahen Bauweisen hauptsächlich durch die Wahl der Baumaterialien. Ihr Vorteil ist der geringere Platzbedarf und der geringere benötigte Wasserabfluss. Da sie meist im Verhältnis zum Flussquerschnitt eine sehr geringe Breite haben, spielt die exakte Platzierung des Auslaufes für die Auffindbarkeit eine entscheidende Rolle. Auch hier ist das Prinzip eine Unterteilung der abschüssigen Rinne mit Zwischenwänden in einzelne Becken. Diese Becken dienen als Ruhezonen. Die Becken sind über rechteckige Öffnungen in den Zwischenwänden verbunden.

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