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  • Abteilung 5
    23.09.2016
    Hochwasserrückhalteraum Bellenkopf/Rappenwört in Karlsruhe
    Informationstafeln zur Visualisierung der Höherlegung der Hermann-Schneider-Allee und der Spundwand im Rheinpark errichtet - die Öffentlichkeit kann sich nun auch vor Ort über die künftige Situation informieren

    ​Der Landesbetrieb Gewässer im Regierungspräsidium Karlsruhe hat an vier Standorten im zukünftigen Poldergebiet Bellenkopf / Rappenwört Informationstafeln zur Visualisierung der Höherlegung der Hermann-Schneider-Allee und der Spundwand im Rheinpark errichtet.

    Dies ist eine weitere Maßnahme der Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen der Planungen des wichtigen Hochwasserrückhalteraums, für den derzeit das Planfeststellungsverfahren läuft.

    „Wir wollen mit diesen Informationstafeln die Diskussion um die Höherlegung der Hermann-Schneider-Allee und die Errichtung einer Spundwand im Bereich des Rheinparks mit fachlichen Argumenten begleiten. Der beste Weg ist stets, sich selber ein Bild davon zu machen – genau das möchten wir mit den Informationstafeln ermöglichen, denn sie zeigen neben dem Trassenverlauf auch den Zustand nach Höherlegung und Bau der Spundwand“, betonte Regierungspräsidentin Nicolette Kressl.

    Drei der Informationstafeln befinden sich entlang der Hermann-Schneider-Allee ab der Altrheinbrücke und eine an der Zufahrt zum Naturschutzzentrum Rappenwört. Auf diesen Tafeln wird neben einem Übersichtsplan der geplante zukünftige Zustand dargestellt. Es wird auch ein Vergleich des heutigen mit dem zukünftigen Zustand durchgeführt. Dies erfolgt in Form von Fotos und Bildsimulationen jeweils für Sommer und Winter.

    Der Vorhabenträger, der Landesbetrieb Gewässer im Regierungspräsidium Karlsruhe, hat damit auch dem Wunsch der Stadt Karlsruhe nach einer Vor-Ort-Visualisierung entsprochen.

    Die Höherlegung der Hermann-Schneider-Allee und die Errichtung einer Spundwand im Rheinpark ist nach Auffassung des Regierungspräsidiums Karlsruhe in dieser Form erforderlich. Beide Maßnahmen sind das Ergebnis jahrelanger planerischer Überlegungen unter Beachtung von Umweltbelangen und der Berücksichtigung von Vorgaben des Denkmalschutzes. Die Stadt Karlsruhe war beim Planungsprozess beider Maßnahmen intensiv beteiligt. Die Spundwand schützt den gesamten Erholungsbereich rund um das Freibad und die Kanuvereine vor Überschwemmungen, die beim Betrieb des Polders regelmäßig eintreten würden.

    Im Rahmen des Planungsprozesses wurden insgesamt sieben Varianten mit dem Ergebnis geprüft, dass die Spundwand in der Gesamtabwägung die beste Lösung ist. Bei der Hermann-Schneider-Allee mussten alle geprüften technischen Alternativen zu Gunsten der Höherlegung um bis zu 2,1 Meter verworfen werden.

    Der Erörterungstermin im Rahmen des laufenden Planfeststellungsverfahrens - zuständig hierfür ist das Landratsamt Karlsruhe - findet von Dienstag, 8. November 2016, bis Freitag, 11. November 2016, in der Neuen Messe Karlsruhe statt.

    Weitere Informationen zum Polder Bellenkopf/Rappenwört (unter anderem ein Kurzfilm zur Visualisierung der Höherlegung der Hermann-Schneider-Allee) bietet die Homepage des Regierungspräsidiums Karlsruhe unter www.rp-karlsruhe.de / Abteilungen / Abteilung 5 / Referat 53.1 / Retentionsraum Bellenkopf/Rappenwört.

    Auf der Informationstafel nahe der Straßenbahn-Endhaltestelle Rappenwört ist die die geplante Spundwand visualisiert. Darin ist der vorgesehene Trassenverlauf am Rande des Rheinparks weitgehend am Waldrand beziehungsweise im Wald und die Bepflanzung von immergrünem Buschwerk vor der Spundwand zu erkennen. Es ist auch eine Begrünung der Spundwand selber vorgesehen. Die Sichtbeziehung zur Eiswiese und zum Freibad wird hierdurch nicht beeinträchtigt.

    Hintergrundinformation
    Der geplante Rückhalteraum Bellenkopf/Rappenwört ist einer von 13 Hochwasserrückhalteräumen, die im Rahmen des Integrierten Rheinprogramms (IRP) des Landes Baden-Württemberg längs der Rheinstrecke zwischen Basel und Mannheim auf baden-württembergischem Gebiet zu erstellen sind. Durch diese geplanten Maßnahmen soll zusammen mit den Hochwasserschutzmaßnahmen in Frankreich und Rheinland-Pfalz der vor dem Ausbau des Rheins vorhandene Hochwasserschutz wiederhergestellt werden. Grundlage für die Hochwasserschutzmaßnahmen bildet die deutsch-französische Vereinbarung aus dem Jahre 1982.

    Der Rückhalteraum Bellenkopf/Rappenwört liegt zwischen Rheinstetten-Neuburgweier (Rhein-km 353,8) und dem Rheinhafendampfkraftwerk der EnBW (Rhein-km 359,3) auf den Gemarkungen Karlsruhe, Rheinstetten und Au am Rhein. Auf einer Fläche von 510 Hektar soll ein Rückhaltevolumen von 14 Millionen Kubikmeter geschaffen werden. Bis zum Bau des Rheinhauptdammes XXV in den Jahren 1934/35 wurde dieses Gebiet regelmäßig überflutet.

    Über fünf Ein- und Auslaufbauwerke im Rheinhauptdamm XXV soll der Rückhalteraum kontrolliert gefüllt und entleert werden. Das Betriebsreglement sieht vor, dass der Rückhalteraum durch ökologische Flutungen bis zu einer vorhergesagten Überschreitung eines Abflusses von 4.000 m³/s (8,53 m) am Pegel Maxau/Rhein oder von 1.500 m³/s am Pegel Heidelberg/Neckar natürlich, das heißt ohne Steuerung, geflutet wird. Erst bei einem Abfluss von 4.500 m3/s kommt der Rückhalteraum zum tatsächlichen Hochwassereinsatz, was statistisch etwa einmal in 20 Jahren der Fall ist. Insgesamt wird der Polder etwa 180 Einzelmaßnahmen umfassen.

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