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  • Abteilung 5
    17.03.2015
    LIFE+-Projekt: Regierungspräsidium fördert Schlammpeitzger bei Rastatt
     Schlammpeitzger

    Im Auftrag des Regierungspräsidiums Karlsruhe werden in den nächsten Wochen zwei Gräben in den Bruchwiesen bei Rastatt naturnah umgestaltet. Die Arbeiten finden im Rahmen des LIFE+-Projekts „Rheinauen bei Rastatt“ statt. Die Karlsruher Behörde investiert dafür rund 40.000 Euro.

    Ein Graben, der umgestaltet wird, befindet sich zwischen den Gaskesseln und der Südwestdeutschen Saatgutzucht. Der andere Graben liegt im Rheinfeld neben den Flächen, die von Hinterwälder-Rindern beweidet werden. Die Bauarbeiten beginnen in den kommenden Tagen und werden je nach Witterung einige Wochen in Anspruch nehmen.

    In durch Menschen genutzten Auen wurden viele Grabensysteme angelegt. Diese sind oft die einzigen verbliebenen Lebensräume für Arten, die in naturnahen Flussauen leben und durch den Verlust der Auen europaweit gefährdet sind. Die Gräben in den Bruchwiesen in Rastatt sind von Verlandung bedroht und an vielen Stellen mit Gehölzen zugewachsen. Um lichtliebende Gewässerorganismen zu fördern, werden Gehölze entlang der Gräben entfernt und die Gräben stärker besonnt.

    Davon profitiert die europaweit gefährdete Libellenart Helm-Azurjungfer. Sie ist für die Ablage ihrer Eier auf Wasserpflanzen angewiesen, die nur an besonnten Gewässern wachsen. Nach dem Schlupf leben die jungen Tiere einige Jahre räuberisch im Gewässerbett, bevor sie sich als Erwachsene paaren und ihre Eier auf Wasserpflanzen ablegen.

    Der Schlammpeitzger, ein seltener Kleinfisch ist bestens an das Leben in Gewässern der Flussauen angepasst, die von Zeit zu Zeit austrocknen. Er gräbt sich in dieser Zeit in den Schlamm ein und nimmt über den Darm Sauerstoff auf. Durch die Aufweitung und abschnittsweise Vertiefung der Gräben in Rastatt wird der Lebensraum für ihn vergrößert.

    Beide geschützte Tierarten kommen in den Bruchwiesengräben in kleinen Beständen vor, so dass die Förderung dort optimal ist. Der Randbereich von naturnahen Gräben ist Lebensraum für Hochstaudenfluren mit Blutweiderich, Fluss-Ampfer und Mädesüß. Durch die geplante Aufweitung der Gräben wird Übergangsbereich vom nassen Graben zur trockenen Wiese größer. Davon profitiert der Große Feuerfalter, der auf den Fluss-Ampfer als Futterpflanze angewiesen ist.

    Finanziell beteiligen sich an der Umsetzung dieser Maßnahmen neben der Europäischen Union, dem Land Baden-Württemberg und der Umweltstiftung Rastatt auch die Stadt Rastatt.

    Information für die Medien:

    Mit dem LIFE+-Projekt „Rheinauen bei Rastatt setzt das Regierungspräsidium Karlsruhe gemeinsam mit zahlreichen Partnern in den Jahren 2011 bis 2015 eines der größten deutschen Naturschutzprojekte um. Das Projekt wird von der Europäischen Union mit rund 4,7 Millionen Euro gefördert. Neben dem Land Baden-Württemberg unterstützen die Städte Rastatt und Baden-Baden, die Gemeinden Durmersheim, Elchesheim-Illingen und Steinmauern, der Riedkanal-Zweckverband, die Umweltstiftung Rastatt, die Stiftung Naturschutzfonds, der Angelsportverein Rastatt, der BUND Südhardt sowie der NABU Kreisverband Rastatt das Projekt finanziell.
    Mehr Informationen über das Projekt sind auf der Internetseite www.rheinauen-rastatt.de zu finden. Dort erfährt der Leser beispielsweise, an welchen Stellen Fließgewässer naturnah umgestaltet und wo artenreiche Auewiesen angelegt werden.

    LIFE+ ist ein Förderprogramm der Europäischen Union zur Unterstützung von Projekten im Umwelt- und Naturschutz und steht als Abkürzung für L’Instrument Financier pour l’Environnement (das Finanzierungsinstrument für die Umwelt).

    Mit dem Naturschutzkonzept Natura 2000 haben sich die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten zur Aufgabe gemacht, in Europa charakteristische Lebensräume sowie gefährdete Tier- und Pflanzenarten zu schützen. Herzstück von Natura 2000 ist ein Netzwerk von Gebieten, die nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat- (FFH-) Richtlinie und der Vogelschutzrichtlinie geschützt sind.

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