Befehle des Menübands überspringen
Zum Hauptinhalt wechseln
Sie sind hier: RP Internet »Karlsruhe »Pressemitteilung
Startwebsite des Internetauftritts des Regierungspräsidiums Karlsruhe
  • Abteilung 3
    15.04.2015
    Einkommensalternativen für die Region Nordschwarzwald wichtiger Beitrag für die Stabilisierung des Ländlichen Raumes
    Förderung der Kreativität und des Ideenreichtums über Innovative Maßnahmen für Frauen im Ländlichen Raum (IMF) und LEADER

    „Der Nordschwarzwald ist eine einzigartige Landschaft, er ist weltweit bekannt und hat ein großes touristisches Potential. Unser Ziel ist es, dieses Potential zu nutzen und als Einkommensmöglichkeit für landwirtschaftliche Familien zu erschließen und weiterzuentwickeln.“ Damit umschrieb Regierungspräsidentin Nicolette Kressl bei den Presseterminen am 15. April 2015 in Freudenstadt- Musbach und Pfalzgrafenweiler-Edelweiler das Ziel des Regierungspräsidiums zur Stärkung des Ländlichen Raumes im Nordschwarzwald.

    Eine besondere Bedeutung hat dabei das Zusammenwirken zwischen Naturpark, Nationalpark und den bereits in der Region tätigen Gruppen. Viele landwirtschaftliche Betriebe werden auf Grund der strukturellen Nachteile künftig auf zusätzliche Einkommensmöglichkeiten setzen müssen. Diversifizierung mit allen Facetten könnte dabei eine Chance bedeuten, um Mehrwert und Wertschöpfung für den ländlichen Raum und die Landwirtschaft in der Region Nordschwarzwald zu erzielen.

    In Begleitung des zuständigen Abteilungsleiters Dr. Ulrich Roßwag wurden zwei gelungene Beispiele für Initiativen ausgewählt, um daran die Chancen, aber auch die Probleme aufzuzeigen und gemeinsame Strategien zu besprechen.

    Biodirekt, in Freudenstadt-Musbach, wurde von den Zwillingsschwestern Charlotte und Claudia Bohnet gegründet. Sie bewirtschaften seit einem Jahr als Hofnachfolgerinnen den Bioland-Betrieb mit langer Tradition. Ihr selbstangebautes Dinkelgetreide verarbeiten sie vom Korn bis zum frischen Nordschwarzwälder Bauernbrot selbst und vermarkten auf Wochenmärkten. Neu ist die Frei-Haus-Lieferung über Internetbestellungen.

    Der Ferienbauernhof Hirschfeld in Pfalzgrafenweiler–Edelweiler wurde zum beliebtesten Ferienhof Baden-Württembergs 2014 gewählt. Frau Hirschfeld ist Hauswirtschaftsleiterin, Fachfrau für Ernährung (Beki-Bewusste Kinderernährung) und Bauernhofpädagogin. Zurzeit wird der Betriebszweig ländlicher Tourismus noch um weitere Ferienwohnungen und zwei Schäferwagen vergrößert.

    Die jetzige Veranstaltung reiht sich in die bisherigen Aktivitäten der Landwirtschaftsverwaltung ein und soll einen weiteren Schub auslösen. Dabei soll besonders auf gemeinsame Aktionen und Vorhaben sowie auf die Vernetzung der Region hingewirkt werden. So waren auch Vertreter des National- und Naturparks, des Landkreises sowie der Landwirte und Landfrauen beim heutigen Termin vertreten und werden auch weiterhin mitwirken. Ziel der Veranstaltung war primär, die vielfältigen Möglichkeiten der Landschaft und die daraus erwachsenden Chancen der Öffentlichkeit vorzustellen, aber auch, dass sich Akteure in der Raumschaft finden oder gar neue Akteure auftreten.

    „Die Zielsetzung der EU sieht umfangreiche Unterstützungsmaßnahmen für den Ländlichen Raum vor. Die Landesregierung unternimmt große Anstrengungen, diese Bestrebungen zu unterstützen und zu fördern, mit zusätzlichen Mittel auszustatten und über die Landwirtschaftsverwaltung zu begleiten. Diese Chancen gilt es zu nutzen“, betonte die Regierungspräsidentin zum Abschluss der Veranstaltung, die mit einer Kutschfahrt und einem zünftigen Abschluss am Lagerfeuer mit Kulinarischem aus dem Schwarzwald endete.

    Hintergrundinformationen

    Künftige Fördermöglichkeiten von Innovativen Maßnahmen für Frauen im Ländlichen Raum (IMF)

    Um der Abwanderung junger Familien aus dem Ländlichen Raum, dem Fehlen von wohnortnahen, familienfreundlichen Arbeitsplätzen entgegenzuwirken und um Einkommensperspektiven zu erschließen, unterstützt das Land Frauen in der Landwirtschaft und Frauen im ländlichen Raum bei der Findung von Ge-schäftsideen mit Hilfe der drei Fördermodule Qualifizierung/Coaching, Existenzgründung/Unternehmenserweiterung sowie Zusammenarbeit in neu gegründeten Netzwerken.
    Im Rahmen des diesjährigen Verbandstages des Landfrauenverbandes Württemberg-Baden wurde von Ministerialdirektor Reimer vom MLR der Einsatz der Landfrauen für die wichtigen Themen des ländlichen Raumes gewürdigt und seitens des Landes knapp vier Millionen Euro für Fördermaßnahmen im Rahmen des IMF angekündigt.

    LEADER

    Aus 25 Anträgen von LEADER-AGen wurden im Rahmen eines „Wettbewerbs“ durch das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz 18 Gruppen ausgewählt. Mit Bezug zum Regierungsbezirk Karlsruhe sind dies:

    •  LAG Mittelbaden (RA, BAD, OG)
    •  LAG Kraichgau (KA, RNK, HN)
    •  LAG Heckengäu (CW, ENZ, BB, LB)
    •  LAG Nordschwarzwald (CW, FDS)
    •  LAG Badisch Franken (NOK, TBB)
    •  LAG Neckartal-Odenwald (NOK, RNK)
    • Oberer Neckar (RW, FDS)
     
    Damit liegen vier LAG’en im näheren Umfeld des Nordschwarzwaldes.
    Für die Aktionsgruppen stehen insgesamt 50 Millionen Euro EU-Mittel aus dem ELER-Fonds und dazu noch rund 22 Millionen Euro aus Landesmitteln für die LEADER-Periode bis 2020 zur Verfügung.
    Fördermöglichkeiten ergeben sich in Kombination zwischen IMF und LEADER, wobei klare Abgrenzungen zur Vermeidung einer Doppelförderung darzustellen sind.
     
    Förderung von Investitionen zur Diversifizierung
     
    Die gesamtwirtschaftlichen und sektoralen Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft bedingen deren stetigen Strukturwandel. Nicht alle Betreiberinnen und Betreiber landwirtschaftlicher Unternehmen werden auch in Zukunft ein ausreichendes Einkommen aus der landwirtschaftlichen Produktion erwirtschaften können. Die Schaffung zusätzlicher Einkommensquellen aus selbständiger Tätigkeit wird unterstützt, um damit einen Beitrag zur Erhaltung der Wirtschaftskraft des ländlichen Raumes zu leisten.
    Gefördert werden Investitionen zur Schaffung zusätzlicher Einkommensquellen im ländlichen Raum, die Investitionen in die Schaffung und Entwicklung nichtlandwirtschaftlicher Tätigkeiten beinhalten. Die zusätzlichen Einkommensquellen sollen insbesondere durch Errichtung, Erwerb oder Modernisierung von Gebäuden einschließlich der technischen Einrichtung geschaffen werden.
     
    Bisherige Aktivitäten
     
    a) Runder Tisch Einkommensmöglichkeiten und Ländlicher Tourismus Nordschwarzwald initiiert mit dem Ziel, die möglichen Akteure zusammen zu bringen, die aktuelle Situation zu ermitteln, Ideen zu sammeln und Umsetzungsstrategien zu diskutieren. Die Veranstaltung des Regierungspräsidiums Karlsruhe fand im Naturpark-Zentrum auf dem Ruhestein statt. Vertreten waren Tourismusbeauftragte, Naturparkvertreter, Nationalparkvertreter, Schwarzwaldtouristik, IHK, VHS, Vertreter der Landwirtschaftsverwaltung, LAG Urlaub auf dem Bauernhof und Kreislandfrauenverband.
     
    b) Erster regionaler Fachtag des Regierungspräsidiums Karlsruhe zur Diversifizierung landwirtschaftlicher Betriebe in Zusammenarbeit mit den Landratsämtern Calw, Enzkreis, Freudenstatt und Rastatt.
    Zum Thema: Landwirtschaft im Nordschwarzwald auf Erfolgskurs - Nutzung von Alternativen und Perspektiven wurden Chancen und Erfolgsfaktoren anhand von „best practice“ Beispielen, wie der Konzepte von Naturpark-Marktscheune Berghaupten, sowie der derzeit in Bau befindlichen „Geroldsauer Mühle“ von deren Eigentümer persönlich dargestellt. Das Potential  landwirtschaftlicher Betriebe im Bereich ländlicher Tourismus wurde von Frau Hirschfeld mit ihren Ferienunterkünften und dem Angebot Urlaub auf dem Bauernhof vorgestellt
     
    c) Unternehmerinnenqualifizierungen, erstmalig für die Landkreise Freudenstadt und Calw, organisiert und durchgeführt vom Landfrauenverband Württemberg-Hohenzollern und den Vereinen für landwirtschaftliche Fachbildung Freudenstadt und Calw.

​​​Pressestelle

Schlossplatz 1 - 3
76131 Karlsruhe
Pressestelle@rpk.bwl.de


Pressesprecher

Uwe Herzel, Pressesprecher
Uwe Herzel
0721 926-4051

Stellvertretung


Irene Feilhauer
0721 926-6266 ​​​​​​​