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  • Abteilung 5
    22.09.2017
    Regierungspräsidium Karlsruhe setzt Ausgleichskonzept für die L 600 weiter um: Lichter Kiefernwald und Sandrasen im Naturschutzgebiet „Pflege Schönau-Galgenbuckel“ entwickelt
    Presseeinladung
     Zustand der Maßnahmefläche im Naturschutzgebiet „Sandhausener Düne - Pflege Schönau-Galgenbuckel“ nach der Wurzelentnahme (Copyright: Hanspeter Rausch)
    Termin: Mittwoch, 27. September 2017 Zeit: 16.00 – 17.00 Uhr
    Treffpunkt: Siehe Anfahrtskizze: Anfahrt vom Rathaus Sandhausen, Bahnhofstraße 10, 69207 Sandhausen

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    Mitte November 2016 wurde mit der Umsetzung von zwei der vier Maßnahmen begonnen, die als Alternative für den nicht erfolgten Rückbau der L 600 zwischen der Bundesrepublik Deutschland, dem Land Baden-Württemberg und der Gemeinde Sandhausen in einem öffentlich-rechtlichen Vertrag festgelegt wurden. Ziel dieser Maßnahmen ist die Entwicklung von lichtem Kiefernwald und Sandrasen bei Sandhausen und Schwetzingen.

    Im Laufe dieses Jahres wurden nun weitere Pflegearbeiten durchgeführt: nach der Entnahme der Baumstämme in den beiden Naturschutzgebieten „Hirschacker und Dossenwald“ und „Sandhausener Düne - Pflege Schönau-Galgenbuckel“ im Winter 2016/2017 wurden im Frühjahr auf der insgesamt circa ein Hektar (das entspricht etwas mehr als einem Fußballfeld) großen Fläche Wurzelstöcke sowie die Waldstreuauflage entfernt. Auf der Fläche der Pflege Schönau-Galgenbuckel wurden im Auftrag des Regierungspräsidiums Karlsruhe weitere Wurzelreste und Bruchholz entfernt und Stockausschläge, Brombeeren und weitere Problempflanzen entfernt. Der Boden der kleineren Fläche im Hirschacker, der vor einigen Jahrzehnten eingebracht wurde, soll entweder abgetragen oder mit Flugsand überdeckt werden. Dies ist in beiden Gebieten die Voraussetzung dafür, dass sich dort auf den sandigen Böden in den kommenden Jahren lichtliebende Wald- und Wiesenarten ansiedeln. Die Entwicklung der Flächen wird aus einem eigens dafür angelegten Projektkonto bezahlt, in das die Straßenbauverwaltung und die Gemeinde Sandhausen einbezahlt haben.

    Langfristig sollen sich die bereits in den beiden Naturschutzgebieten vorkommenden stark gefährdeten Pflanzenarten Sandstrohblume, Silbergras und Ohrlöffel-Leimkraut auf die gut besonnten Sandböden ausbreiten. Die spezialisierten Sandtierarten Dünen-Sandlaufkäfer, Steppenbienchen und Wolfsmilchschwärmer finden später auf den neu gestalteten Flächen geeignete Lebensbedingungen.

    Gerne würden wir mit Ihnen vor Ort die Ergebnisse der Maßnahme im Naturschutzgebiet „Sandhausener Düne - Pflege Schönau-Galgenbuckel“ besichtigen. Zu diesem Pressetermin sind Sie herzlich eingeladen.

    gez. Irene Feilhauer

    Hintergrundinformation 

    Anlass für den geplanten Rückbau der L 600 bei Sandhausen war der Neubau der B 535. Der Planfeststellungsbeschluss für die B 535 vom 13. Juli 1989 wurde 1997 bestandskräftig. Die Straße wurde am 4. Mai 2000 dem Verkehr übergeben, der Bund als Vorhabenträger war damit verpflichtet, den Rückbau der L 600 vorzunehmen. Die Gemeinde Sandhausen hingegen wollte diese Straße erhalten und stattdessen ein alternatives Ausgleichskonzept erarbeiten. Mit Unterstützung des Regierungspräsidiums wurde 2010 eine solche Ausgleichsplanung vorgelegt. Gegen diese wurde jedoch eine von zahlreichen Bürgern unterstützte Petition beim Petitionsausschuss des Landtages eingereicht, zugleich mit einer Petition der Naturschutzverbände, die das Alternativkonzept unterstützten. Auf Vorschlag des NABU wurde nach diesem erneuten Stillstand ein Kompromiss gefunden und ein modifiziertes Ausgleichskonzept erarbeitet, das auch nach Empfehlung des Petitionsausschusses weiterverfolgt werden sollte. Nach langen Verhandlungen konnte im Sommer 2015 ein unter Federführung des Regierungspräsidiums Karlsruhe erarbeiteter öffentlich-rechtlicher Vertrag zwischen den beteiligten Gemeinden, der Straßenbauverwaltung und dem Re-gierungspräsidium abgeschlossen werden, der die Umsetzung dieses letzten Alternativkonzepts regelt. Daraufhin hat der Landtag mit Beschluss vom 18.02.2016 das anhängige Petitionsverfahren abgeschlossen und die Petition für erledigt erklärt. 

    Weitere Informationen finden Sie hier.

    Vor Ort führen Informationstafeln mit einem entsprechenden Quick Response Code (QR Code) direkt auf die Projektseite im Internet.

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