Lebensmittelsicherheit

Maßnahmen der Lebensmittelüberwachu​​ng​​​​

Sommergemüse (Tomaten, Zucchini, Karotten, Lauch, Paprika, Gurken) und Kräuter im Hintergrund

Beurteilungswerte (BUW) für PFC​

Da das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) aufgrund fehlender toxikologischer Daten bisher keine konkrete Bewertung für kurzkettige PFC in Lebensmitteln ableiten konnte, hat das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR) unter Berücksichtigung des Vorsorge- und Minimierungsgrundsatzes hierfür sogenannte Beurteilungswerte (die für Lebensmittel duldbaren Werte) festgelegt. ​

Die Beurteilungswerte werden sowohl beim Vorernte-Monitoring (VEM) als auch bei der Lebensmittelüberwachung berücksichtigt. Beim VEM werden Pflanzen auf belasteten Flächen rechtzeitig vor der Ernte auf PFC untersucht. Erzeugnisse mit PFC-Gehalten oberhalb der vorsorgeorientierten Beurteilungswerte dürfen als Lebensmittel nicht in Verkehr gebracht werden. Die Beurteilungswerte dienen als Entscheidungsgrundlage für die Verkehrsfähigkeit von Pflanzen, die auf PFC-belasteten Flächen in Mittel- und Nordbaden angebaut werden, zur Verwendung als Lebensmittel sowie von Fleisch, Fisch, Innereien, Eier und Honig.

Lebensmittel, deren Gehalte an kurzkettigen PFC gesichert über den genannten Beurteilungswerten liegen, dürfen nicht in den Verkehr gebracht werden. ​​

Da die PFC-Verbindung PFHxS nun in der aktualisierten EFSA-Summenbewertung vom September 2020 inbegriffen ist, wurden die bisherigen Beurteilungswerte für PFHxS vom MLR zurückgezogen. PFHxS wird nun anhand des TWI-Werts der EFSA beurteilt.

Weitere Informationen

Erlass des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz vom 30.10.2020 Beurteilungswerte PFHxS (pdf, 400 KB)
Erlass des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz vom 12.07.2018 - Beurteilungswerte PFDA (pdf, 24 KB)
Erlass des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz vom 01.03.2017 - Beurteilungswerte Lebensmittel (pdf, 16 KB)


Tolerierbare wöchentliche Aufnahmemengen (TWI)

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat im September 2020 neue gesundheitsbasierte Richtwerte für die aus gesundheitlicher Sicht wichtigsten perfluorierten Alkylsubstanzen (PFC) festgelegt, die sich im menschlichen Körper anreichern.

In ihrer aktuellen Stellungnahme vom 17. September 2020 hat die EFSA eine tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge (TWI) für die Summe von vier PFC-Verbindungen abgeleitet:

  • Summe aus Perfluoroktansäure (PFOA), Perfluoroktansulfonsäure (PFOS), Perfluorhexansulfonsäure (PFHxS) und Perfluornonansäure (PFNA): 4,4 Nanogramm pro Kilogramm Körpergewicht und pro Woche. 

Dieser Wert gibt die wöchentliche Menge an, die bei einer lebenslangen Aufnahme keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen beim Menschen erwarten lässt.

Der Schwellenwert in Form einer gruppenbezogenen zulässigen wöchentlichen Aufnahmemenge (TWI) von 4,4 Nanogramm pro Kilogramm Körpergewicht ist Teil eines wissenschaftlichen Gutachtens über die Risiken für die menschliche Gesundheit, die von diesen Stoffen ausgehen, wenn sie in Lebensmitteln enthalten sind.

Das Gutachten berücksichtigt auch die Rückmeldungen, die während einer zweimonatigen Konsultation zwischen Februar und April 2020 von wissenschaftlichen Organisationen, Bürgern und zuständigen Behörden in den Mitgliedsstaaten eingingen. Gegenüber dem Entwurf, der im Februar 2020 zur Konsultation vorgelegt worden war, wurde der TWI noch einmal abgesenkt. In dem Gutachten von 2018 wurden separate tolerierbare wöchentliche Aufnahmemengen für PFOS und PFOA festgelegt. Die EFSA hat diese Stoffe unter Berücksichtigung neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse jedoch neu bewertet und sich dabei an ihrer aktuellen Methodik für die Bewertung der gleichzeitigen Exposition gegenüber mehreren chemischen Stoffen orientiert.

Die aktuelle TWI-Ableitung der EFSA basiert auf Beobachtungen in epidemiologischen Studien, die auf eine Wirkung dieser PFC auf das Immunsystem hinweisen. Die verminderte Reaktion des Immunsystems auf Impfungen wird als die kritischste Auswirkung auf die menschliche Gesundheit für die Festlegung des TWI gesehen.

Auf Basis der EFSA-Stellungnahme wird im nächsten Schritt auf EU-Ebene die Festlegung von PFC-Grenzwerten für Lebensmittel diskutiert werden. Auf nationaler Ebene hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) mitgeteilt, dass es die Stellungnahme der EFSA prüfen wird. Es bleibt daher abzuwarten, ob es konkretere Vorgaben in Hinblick auf die Beurteilung einzelner Lebensmittel geben wird.

Weitere Informationen

EFSA-Pressemitteilung vom 17.09.2020
BfR-Mitteilung Nr. 042/2020 vom 18.09.2020
Pressemitteilung Regierungspräsidium Karlsruhe vom 05.10.2020


Lebensmittelüberwachung​

Begleitend und ergänzend zum Vorerntemonitoring werden durch die amtliche Lebensmittelüberwachung pflanzliche und tierische Lebensmittelproben aus den belasteten Gebieten erhoben und durch das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg auf PFC untersucht. Die Probenahme der pflanzlichen und tierischen Lebensmittel erfolgt in der Regel direkt bei den betroffenen Erzeugern beziehungsweise im nachgelagerten Handel und Vermarktungseinrichtungen.

Die Kombination Vorerntemonitoring und Lebensmittelüberwachung bietet ein Höchstmaß an Sicherheit, um zu verhindern, dass Lebensmittel mit erhöhten PFC-Gehalten auf den Markt kommen. Dies bestätigen die Kontrolluntersuchungen der amtlichen Lebensmittelüberwachung.

Zum Vergleich des Vorkommens von perfluorierten Verbindungen in pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln aus anderen Anbauflächen bzw. aus anderen Herkunftsgebieten werden auch amtliche Lebensmittelproben aus anderen Gebieten Baden-Württembergs, aus anderen Bundesländern und aus anderen Ländern (EU- und Drittländer) auf PFC untersucht. 

Ergebnisse der Lebensmittelüberwachung

2020 Mittelbaden, Nordbaden und anderer Herkunft (pdf, 97 KB)
2019 Mittelbaden, Nordbaden und anderer Herkunft (pdf, 216 KB)
Pflanzliche Lebensmittel 2018 (pdf, 8 KB)
Tierische Lebensmittel 2018 (pdf, 9 KB)
Pflanzliche Lebensmittel 2017 (pdf, 7 KB)
Tierische Lebensmittel 2017 (pdf, 8 KB)