Das Projekt „MooReKa – Renaturierung der Hochmoore am Kaltenbronn“

Wie ist die Situation der Moore am Kaltenbronn?

Die Moore am Kaltenbronn sind in zunehmend ungünstigen ökologischem Zustand. Es herrscht Mangel an Wasser. Gutachten mehrerer namhafter Moorkundler bestätigen diesen Zusammenhang. Der Wassermangel rührt von einem äußerst ausgedehnten Entwässerungssystem her. Gräben mit mehreren hundert Kilometern Länge wurden in historischer Zeit angelegt, um Wasser aus den beiden Mooren auszuleiten, sie trockenzulegen und damit vor allem für den Waldbau nutzbar zu machen. Begonnen hatte man damit im 18. Jahrhundert. Mitte des 19. Jahrhunderts erkannte man dann den forstwirtschaftlich nur mäßigen Erfolg und stellte die Bauarbeiten ein. Die Entwässerungsgräben bestanden jedoch fort und führen noch heute – 250 Jahre später – Wasser aus den Mooren hinaus und in die Täler ab.

Moore sind Kinder des Wassers

Der Entzug des lebensnotwendigen Wassers hat für die Moore wesentliche Prozesse weitgehend zum Erliegen gebracht. Durch den Wassermangel vertrocknen Torfmoose und andere charakteristische Moorpflanzen. Als Zeiger der Trockenheit überziehen zusehends Gehölze die einstmals offenen Moorweiten. Im Wildseemoor sind nur noch rund 6 %, im Hohlohmoor nur rund 3,5 % der ursprünglichen Fläche noch mehr oder minder offen. Dichtes und hochwüchsiges Kiefern-Krummholzgebüsch erstreckt sich mittlerweile bis in die Zentren der Moore hinein.

Welche Ziele verfolgt das Projekt der Moorrenaturierung am Kaltenbronn?

Ziel des Projektes ist die Erhaltung und Entwicklung der ausgedehnten Moore im Natur- und Waldschutzgebiet Kaltenbronn. Die Renaturierungsmaßnahmen müssen dafür sorgen, dass das Wasser im Moor zurückgehalten wird. Die bereits vor Ort bestehenden Angebote der Öffentlichkeits- und Umweltbildungsarbeit sollen im Rahmen des Projekts erweitert und verstärkt werden. Für Naturinteressierte und Erholungssuchende sollen die Möglichkeiten für das Naturerlebnis weiterhin bestehen bleiben.

Wer ist an dem Projekt beteiligt?

Gemeinsam mit dem Flächeneigentümer Forst Baden-Württemberg (Forst BW), der Landesforstverwaltung Baden-Württemberg und den Fachbehörden der Landratsämter, der Forstlichen Versuchsanstalt (FVA) und der Landesanstalt für Umwelt (LUBW) entwickelt die Naturschutzbehörde im Regierungspräsidium Karlsruhe ein Konzept zur Renaturierung der Moore am Kaltenbronn. In die Konzeptentwicklung eingebunden sind außerdem die Kommunen, die Landkreise sowie die Verbände und die örtlichen Vereine. 2020 und 2021 fanden dazu jeweils mehrere Sitzungen des Projektbeirates und der Fach-Arbeitsgruppen statt. Weiterhin wurden bilaterale Gespräche geführt und die Situation der Moore, die Notwendigkeit und Möglichkeiten der Renaturierung besprochen.

Wie sind die Schritte zur Umsetzung?

Auf Grundlage einer umfassenden Renaturierungsplanung werden konkrete Maßnahmen für die Versperrung der Entwässerungsgräben erarbeitet.

Vorbereitende Untersuchungen wurden bereits vor Jahren durchgeführt. Seit Anfang des Jahres 2020 ist im Auftrag der Naturschutzbehörden am Regierungspräsidium Karlsruhe eine Entwurfsplanung in Arbeit.

Bis die Renaturierung erfolgen kann, wird allerdings noch etwas Zeit vergehen: Weitere Untersuchungen und Abstimmungen müssen zunächst noch erfolgen, um die Durchführung der notwendigen Maßnahmen gut vorzubereiten. Aufmerksamkeit gilt hierbei nicht nur hydrologischen, naturschutz- und anderen umweltfachlichen Aspekten, sondern auch den Interessen am Kaltenbronn als Sport- und Erholungsraum.

Mit Blick auf die Umsetzung der Planungen soll allerdings bereits im Spätherbst 2021 eine Finanzierung über das europäische Förderinstrument LIFE-Natur beantragt werden. Die EU wird 2022 über die Förderung entscheiden. Danach kann das Vorhaben weiterentwickelt und verwirklicht werden.