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Referat 56 (Naturschutz und Landschaftspflege) des Regierungspräsidium Stuttgart
Bild zeigt Spezialmaschinen an Steilhängen, Foto: RP Stuttgart

Der Pflegetrupp des Regierungspräsidiums Stuttgart - die Feuerwehr des Naturschutzes

Der Pflegetrupp des Referats 56 besteht aus drei festangestellten Mitarbeitern: dem Pflegetruppleiter, einem Maschinenführer und einem Arbeiter. Dazu kommen vier Stellen für den Bundesfreiwilligendienst. Für den Transport von Personen und Werkzeugen dient ein VW Transporter (Doppelkabine mit Pritsche), für den Transport von Maschinen, Geräten und den Abtransport von Schnittgut stehen ein Allrad-LKW mit Ladekran und ein LKW Anhänger (Tieflader mit Auffahrrampe) zur Verfügung. An Spezialmaschinen sind ein Hangschlepper mit Schlegelmulchgerät (RASANT), ein MB-Trak mit Frontlader und Zugwinde, ein Ladewagen mit Spezialreifen, zwei Balkenmäher und ein Bandschwader mit Ballonreifen für den Einsatz in Feuchtgebieten vorhanden. Für Handarbeiten hat der Pflegetrupp Motorsägen und Freischneidegeräte.

Der Stützpunkt für den Pflegetrupp befindet sich in einem landeseigenen Gebäude in Eislingen (Landkreis Göppingen) und liegt damit zentral für die Pflege der Naturschutzgebiete der Schwäbischen Alb. ​

Einsatzgebiete des Pflegetrupps

Einen Schwerpunkt bildet im Winterhalbjahr das Wiederherstellen und Erhalten der Wacholderheiden. In vielen Naturschutzgebieten wie zum Beispiel im oberen Filstal, auf dem Kalten Feld oder am Jusi liegen die Heiden in extrem steilem und unzugänglichem Gelände. Um die teilweise zugewachsenen Heiden wiederherzustellen, müssen Nadelbäume und Sträucher entfernt und Wacholderbüsche zurückgenommen werden. Danach muss für eine regelmäßige Beweidung gesorgt werden, doch kann die natürliche Sukzession allein damit meist nicht unterbunden werden. In diesen Fällen ist der Pflegetrupp gefragt, der mithilft, die Heiden zu erhalten. Im Spätsommer werden die Steilhänge von Hand gemäht, auf flachen und gehölzarmen Heiden unter Einsatz des Hangschleppers.

Ein zweiter Schwerpunkt ist im Sommer und Spätsommer die Pflege der Feuchtgebiete, insbesondere von trittempfindlichen Mooren und sehr nassen, versumpften Gebieten. Viele dieser Flächen sind typische Streuwiesen, deren Schnittgut schon immer als Viehfutter ungeeignet war und nur zur Einstreu in den Ställen verwendet werden konnte. Beispiele hierfür sind die Naturschutzgebiete „Schopflocher Moor“ und „Raue Wiese“ auf der Albhochfläche, die „Wiesentäler bei der Menzlesmühle“ im Schwäbisch-Fränkischen Wald, das „Orbachtal mit Streuwiesen“ in den Ellwanger Bergen und das „Kupfermoor“ am Rand der Hohenloher Ebene. Auf solchen Flächen können nur Maschinen mit besonderer Bereifung eingesetzt werden. Für die Feuchtwiesenmahd kann zusätzlich eine spezielle Mähraupe beim Pflegetrupp des Regierungspräsidiums Tübingen ausgeliehen werden.

Neben den schon alltäglichen Arbeiten gewinnen spezielle Artenschutzmaßnahmen an Bedeutung. So erfordert die zunehmende Zahl an Bibern den Einsatz des Pflegetrupps, etwa zum Einbringen von Drahtgeflechten zur Ufersicherung an Weiherdämmen oder für den Einbau von Dränagen zur Wasserstandsregulierung im Staubereich der Biberdämme. Weitere Aufgaben, die das Artenschutzprogramm Baden-Württemberg unterstützen, sind der Einbau von Schutzgittern für Fledermausquartiere oder die Mahd spezieller Flächen für seltene Schmetterlings- oder Pflanzenarten. Nicht zuletzt engagiert sich der Pflegetrupp bei der Besucherlenkung und der Beschilderung von Naturschutzgebieten mit amtlichen Schildern und Informationstafeln.



Ansprechpartner

Guido Bühler
Referat 56
0711 904-15615
guido.buehler@rps.bwl.de