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RP Stuttgart, Landesamt für Denkmalpflege
  • Abteilung 8
    14.06.2019
    Betrieben schon Römer Fischfang beim Trögebach?
    Archäologische Denkmalpflege birgt binnen weniger Tage mutmaßliche Reusenkonstruktion der Römerzeit in Mengen-Ennetach (Landkreis Sigmaringen)
     Pfähle aus der Grabung am Trögebach während der Ausgrabung  (Quelle: Christoph Schwarzer, Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart)

    ​Überrascht war ein hiesiger Bauunternehmer als er Mitte Mai beim Aushub einer Baugrube im Baugebiet beim Trögebach in Mengen-Ennetach (Landkreis Sigmaringen) in drei Meter Tiefe sehr gut erhaltene Hölzer vorfand. Da in der Nähe eine römische Zivilsiedlung nachweisbar ist, lag die Vermutung nahe, dass es sich um archäologisches Kulturgut handelt. Der Bauunternehmer unterbrach die Aushubarbeiten und informierte umgehend das Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, sodass bereits zwei Tage später ein Grabungsteam mit der Bergung und Dokumentation der archäologischen Befunde beginnen konnte.

    Offenbar verlief in Nord-Südrichtung ein ehemaliger Bachlauf durch die Baugrube. Ob es sich um einen Altarm der Ablach oder des Trögebachs handelt, ist wegen des geringen erfassten Ausschnitts nicht zu beurteilen. In diesem Bachlauf waren diverse Hölzer einer Holzaussteifung verbunden mit Resten von Flechtwerkmatten erhalten. „Nach vorläufiger Erkenntnis könnte es sich um eine Reusenkonstruktion zum Fischfang aus römischer Zeit handeln“, sagt Klaus-Dieter Dollhopf, Grabungstechniker beim Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart. Die geborgenen Beifunde – zum Beispiel Terra Sigillata-Geschirr und eine Münze – sprechen für diese Zeitstellung; genauere Daten sind nach Auswertung der verprobten Hölzer durch eine sogenannte dendrochronologische Untersuchung, eine Datierungsmethode mittels Jahrringmessung, gegen Ende des Jahres zu erwarten. Die dendrochronologische Untersuchung erfolgt im Labor der Landesdenkmalpflege in Hemmenhofen.

    Die Dokumentation vor Ort durch das Grabungsteam dauerte drei Tage, danach konnte der weitere Aushub erfolgen.