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RP Stuttgart, Landesgesundheitsamt
  • Abteilung 9
    22.03.2019
    Welttuberkulose-Tag 2019 am 24. März 2019
    Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha: „Tuberkuloseerkrankungen müssen frühzeitig erkannt und behandelt werden“

    ​Dr. Karlin Stark, Leiterin des Landesgesundheitsamts: „Öffentlicher Gesundheitsdienst nimmt zentrale Rolle bei der Bekämpfung der Tuberkulose ein“

    Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben pro Tag weltweit etwa 4.500 Menschen an Tuberkulose. In Baden-Württemberg verbleibt die Zahl der Tuberkulosefälle auf einem erhöhten Niveau. Anlässlich des Welttuberkulosetags am 24. März 2019 machen das Ministerium für Soziales und Integration und das Landesgesundheitsamt im Regierungspräsidium Stuttgart auf diese bedeutsame Erkrankung aufmerksam.

    Sozialminister Manne Lucha weist auf einen entscheidenden Punkt bei der Bekämpfung der Tuberkulose hin: „Tuberkuloseerkrankungen müssen frühzeitig erkannt werden, denn die Krankheit ist in der Regel gut behandelbar und heilbar.“ Die Präsidentin des Landesgesundheitsamtes, Dr. Karlin Stark, betont die zentrale Bedeutung des öffentlichen Gesundheitsdienstes in der Tuberkulosekontrolle: „Die Gesundheitsämter ermitteln im Umfeld von Tuberkulosepatientinnen und -patienten, um die Infektionsquelle zu finden und eventuell infizierte Personen zu identifizieren. Nur auf diese Weise kann die Weiterverbreitung der Tuberkulose verhindert werden.“

    Im Jahr 2018 wurden insgesamt 655 Tuberkulose-Erkrankungen an das Landesgesundheitsamt übermittelt – nur geringfügig weniger als im Vorjahr 2017 (681 Fälle). 525 (80 Prozent) Tuberkulose-Fälle betreffen Personen aus Herkunftsländern, in denen die Erkrankung meist aufgrund einer unzureichenden Gesundheitsversorgung deutlich häufiger auftritt als in Deutschland. Dazu zählen neben bestimmten Regionen Afrikas auch osteuropäische Länder wie Rumänien und Nachfolgestaaten der Sowjetunion. 70 Prozent der in Deutschland geborenen Patienten (130 Fälle) betreffen Personen im Alter zwischen 56 und 94 Jahren. In 2019 (Stand: 22. März 2019) wurden dem Landesgesundheitsamt bisher 99 Fälle von den Gesundheitsämtern übermittelt. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es bereits 143 Tuberkulosen.

    Gesundheitsämter und niedergelassene Ärztinnen und Ärzte arbeiten bei der Versorgung von Tuberkulose-Patientinnen und -Patienten Hand in Hand. Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte veranlassen bei Auftreten von Krankheitszeichen sowie bei Personen mit hohem Erkrankungsrisiko – zum Beispiel Obdachlosen oder Personen aus Regionen mit hoher Tuberkuloserate – eine entsprechende Untersuchung. Darüber hinaus ermittelt das Gesundheitsamt enge Kontaktpersonen von Tuberkulose-Patientinnen und -Patienten und veranlasst bei Notwendigkeit eine weitergehende Untersuchung oder präventive Therapie.

    „Außerdem gewinnen bei der Aufklärung von Übertragungswegen – somit zur Verhinderung weiterer Erkrankungen – neue molekularbiologische Methoden zur Früherkennung von Infektionsketten und resistenten Erregern zunehmend an Bedeutung“, so Dr. Stark.

    Hintergrundinformationen:

    Der Welttuberkulosetag wird jedes Jahr am 24. März begangen. Robert Koch hielt am 24. März 1882 seinen berühmten Vortrag über Tuberkulose. In seiner Rede legte er dar, dass die Tuberkulose durch Bakterien verursacht wird. 1905 erhielt er für diese Entdeckung den Nobelpreis. Mit dem Welttuberkulosetag soll auf die weltweite Situation und die Bedeutung dieser auch heute noch existierenden Infektionskrankheit aufmerksam gemacht werden. Tuberkulose gehört mit fast 1,7 Millionen Todesfällen (WHO, 2017) pro Jahr immer noch zu den zehn häufigsten Todesursachen weltweit.

    Die Tuberkulose zählt zu den großen globalen Herausforderungen bei der Bekämpfung von Infektionskrankheiten. Die Weltgesundheitsorganisation hat zum Ziel, die Tuberkulose bis zum Jahr 2050 zu eliminieren. Hierzu wäre weltweit ein jährlicher Rückgang um zehn Prozent der Erkrankungen erforderlich.

    Weitere Informationen finden Sie in den aktuellen Pressemitteilungen des Robert Koch Instituts sowie bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO).