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  • Abteilung 9
    07.06.2018
    07.06.2018 | INFEKTION: Tularämie nach Zecken- und Mückenstich

    Die Anzahl der jährlich übermittelten Tularämie-Erkrankungen ist seit 2015 kontinuierlich von neun auf 25 Fälle für das Jahr 2017 angestiegen. Für das laufende Jahr 2018 wurden bereits sechs Tularämie-Fälle registriert, davon zwei Erkrankungen nach Zecken- bzw. Mückenstich. 

    Bei der Tularämie handelt es sich um eine Zoonose, die in unseren Breiten durch das Bakterium Francisella holarctica verursacht wird. Bekannte Reservoirwirte sind Hasen und weitere Wildtiere. Die Infektion kann durch Kontakt der Haut oder Schleimhäute mit infektiösem Tiermaterial; Verzehr von nicht ausreichend erhitztem, kontaminiertem Fleisch (z. B. Hasen); Aufnahme von kontaminiertem Wasser; Inhalation von kontaminiertem Staub oder Aerosolen erfolgen. In den letzten Jahren wurden vermehrt Tularämie-Erkrankungen nach Zecken-bzw. Mückenstichen beobachtet. Aufgrund des unspezifischen Erkrankungsbildes wird die Erkrankung oft erst spät, meist bei Auftreten von Komplikationen erkannt. Da sich Tularämie-Erkrankungen durch bestimmte Antibiotika gut behandeln lassen, kann die frühzeitige Diagnosestellung die Krankheitsverläufe deutlich beeinflussen. Ein wesentlicher Aspekt ist hierbei die anamnestische Abklärung von möglichen Risikofaktoren, durch den behandelnden Arzt. 

    Weitere Informationen unter:
    https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Tularaemie.html