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  • Abteilung 8
    23.10.2017
    Landesdenkmalpflege Baden-Württemberg - Feierliche Enthüllung der neuen Informationstafeln am römischen Gutshof in Großbottwar (Landkreis Ludwigsburg)

    Regierungspräsident Reimer: „Jeder, der sich mit der römischen Geschichte unseres Landes auseinandersetzt, wird das einstige Villen-Areal bei Großbottwar als einen jener Orte schätzen lernen, an dem sich unser historisches Wissen in besonderer Weise verdichtet.“

    Regierungspräsident Wolfgang Reimer und Bürgermeister der Stadt Großbottwar, Ralf Zimmermann, enthüllten heute feierlich die neuen Informationstafeln beim römischen Gutshof des Gaius Longinius Speratus in Großbottwar (Landkreis Ludwigsburg).

    Ehrenamtliche Mitarbeiter der Landesdenkmalpflege aus Großbottwar haben in den letzten 15 Jahren neue Erkenntnisse über diesen Gutshof geliefert. Hinzu kommen eine bereits 1710 entdeckte außergewöhnliche Inschrift und eine Ausgrabung von 1926 durch den württembergischen Archäologen Oscar Paret.

    „Jeder, der sich mit der römischen Geschichte unseres Landes auseinandersetzt, wird das einstige Villen-Areal bei Großbottwar als einen jener Orte schätzen lernen, an dem sich unser historisches Wissen in besonderer Weise verdichtet“, erläuterte der Regierungspräsident begeistert.

    Um den Schutz vor weiterer Zerstörung durch die Landwirtschaft zu gewährleisten, hat die Stadt Großbottwar mit finanzieller Unterstützung der baden-württembergischen Denkmalförderung mittlerweile einen Großteil der Parzellen aufgekauft und in Wiesen umgewandelt. Regierungspräsident Wolfgang Reimer lobte außerdem die Zusammenarbeit mit der Stadt Großbottwar und deren Einsatz für die Denkmalpflege: „Erfolgreicher Denkmalschutz funktioniert nur im Zusammenspiel aller Beteiligten.“

    Auch Bürgermeister Zimmermann lobte die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium Stuttgart und bedankte sich für die finanzielle Unterstützung zur Wahrung des wichtigen Denkmals.

    Damit nun dieses im Boden verborgene Denkmal auch für die Bevölkerung erfahrbar wird, wurden auf Veranlassung der Stadt Großbottwar und durch die Mitarbeit des Landesamtes für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, des Grafikers Bernd Meinholdt sowie des Architekten und Ehrenamtlichen Mitarbeiters der Landesdenkmalpflege Markus Pantle zwei neue Informationstafeln geschaffen. Sie erlauben buchstäblich einen neuen Blick in die Römerzeit.

    Hintergrundinformationen


    Während der römischen Epoche vom 1. bis ins 3. Jahrhundert n. Chr. existierten im Gebiet des heutigen Baden-Württemberg über 2000 Gutshöfe, die für die Versorgung der dort lebenden Menschen mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen eine sehr wichtige Rolle spielten. Auf der Gemarkung der Stadt Großbottwar (Landkreis Ludwigsburg) befand sich im Gewann „Mäurach“ ein Gutshof aus dem späten 2. und frühen 3. Jahrhundert n. Chr. Er stellt in Baden-Württemberg eine Besonderheit dar: Wir kennen den Namen eines antiken Besitzers! Er hieß Gaius Longinius Speratus, besaß das römische Bürgerrecht und war zudem Betreiber einer Privatziegelei. Als Legionsveteran lebte und arbeitete er hier mit seiner Frau und den vier gemeinsamen Kindern. Luftbilder, geophysikalische Untersuchungen und viele Feldforschungen von Markus Pantle, haben in den letzten 15 Jahren neue Erkenntnisse über diesen Gutshof geliefert. Hinzu kommen eine bereits 1710 entdeckte außergewöhnliche Inschrift und eine Ausgrabung von 1926 durch den württembergischen Archäologen Oscar Paret. All das zeichnet ein lebendiges Bild vom Aussehen des antiken Gutshofs, der aus mindestens zwei Wohngebäuden aus Stein, einem Ziegelbrennofen und einem kleinen Heiligtum bestanden hat, seiner Bewohner und der Ziegeleitätigkeit. Aufgrund dieser Besonderheiten wurde das Bodendenkmal (§12 gem. DSchG BW) erst kürzlich ins Denkmalbuch eingetragen.

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