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  • Abteilung 5
    19.12.2017
    Hochwasserschutz - Das RP Stuttgart, vertreten durch Abteilungspräsident Rudolf Uricher und der Wasserverband Murrtal, vertreten durch Herrn BM Dieter Zahn, unterzeichnen die Vereinbarung zum Bau des Hochwasserrückhaltebeckens Oppenweiler

    ​Der Präsident der Abteilung Umwelt im Regierungspräsidium Stuttgart, Rudolf Uricher und Bürgermeister Dieter Zahn, Sulzbach an der Murr, als Vorsitzender des Wasserverbands Murrtal, unterzeichneten am heutigen Dienstag, 19. Dezember 2017 im Rahmen einer Sitzung des Wasserverbandes die Vereinbarung über die Planung und den Bau des Hochwasserrückhaltebeckens Oppenweiler.

    Im Schulterschluss zwischen dem Wasserverband Murrtal und dem Regierungspräsidium Stuttgart, Landesbetrieb Gewässer, werden mit dieser Vereinbarung nunmehr die Weichen für die zügige Verbesserung des Hochwasserschutzes an der Murr gestellt. Der Wasserverband führt die erforderlichen Arbeiten zur Planung, Bau und Unterhaltung in enger  Abstimmung mit dem RP durch. Das Hochwasserrückhaltebecken Oppenweiler mit geschätzten Kosten von rund 19 Millionen Euro, von welchen das Land 70 Prozent trägt, ist der wichtigste Baustein zur Verbesserung des Hochwasserschutzes in der Stadt Backnang und der Gemeinde Oppenweiler.

    „Erfolgreicher Hochwasserschutz braucht, neben den bereits gebauten oder in der Umsetzung begriffenen Mauern und Dämmen unterhalb des künftigen Beckens, entsprechend große Rückhalteräume an der Murr. Nur so können auch größere Hochwasser, wie beispielsweise das Hochwasser im Januar 2011, welches hohe Schäden verursachte, künftig schadlos abgeführt werden“, sagte Abteilungspräsident Rudolf Uricher. „Nicht zu vergessen sind auch die privaten Vorsorgemaßnahmen, denn die Schutzwirkung von Schutzanlagen sind endlich und wie die Vergangenheit gezeigt hat, können auch noch größere Ereignisse auftreten“, erinnerte Uricher.

    Nach einer jahrelangen und schwierigen Planung – bei welcher insbesondere auch die bestehende Wasserkraftnutzung an der Murr zu berücksichtigen war -  ist mit dem Planfeststellungsbeschluss vom 5. September 2017 und der Förderung der Weg für den Bau des Hochwasserrückhaltebeckens Oppenweiler nun frei. Das Regierungspräsidium Stuttgart und der Wasserverband Murrtal freuen sich, dass mit allen Beteiligten ein Konsens gefunden werden konnte, der für die Stadt Backnang, die Gemeinde Oppenweiler für sowie weitere Unterlieger, insbesondere die Gemeinden Burgstetten und Kirchberg an der Murr, einen Meilenstein für den Schutz vor einem 100jährlichen Hochwasserereignis plus Klimazuschlag bedeutet. Das Regierungspräsidium Stuttgart und der Wasserband Murrtal bedanken sich beim Landratsamt des Rems-Murr-Kreises und allen an der Planung Beteiligten für die Unterstützung des Projektes.

    Herr Verbandsvorsitzender Bürgermeister Dieter Zahn betonte: „Nach der Fertigstellung des Beckens erhöht sich der Schutz vieler Flächen in derzeitigen Überschwemmungsgebieten. Nicht zuletzt ist das Becken auch ein wichtiger Meilenstein für die noch andauernden Planungen einer möglichen B 14 Ortsumfahrung für Oppenweiler. Die vier Gemeinden investieren über mehrere Jahre verteilt rund 105 Millionen Euro in den Hochwasserschutz. Dazu gehören aber nicht nur Rückhaltebecken, Mauern und Dämme sondern auch Anpassungen an der Kanalisation z.B. durch Vorflutsicherungspumpwerke. Die Hochwasserplanungen stoßen nicht nur auf Gegenliebe. Das bedeutet, die Verbandsleitung und die Stadt- und Gemeindeverwaltungen müssen oft Einzelinteressen gegenüber dem Gemeinwohl abwägen.“

    Der Wasserverband dankte dem Regierungspräsidium für den schnellen und unkomplizierten Abschluss der Vereinbarung. Mit dieser Vereinbarung werden  Weichen für die zügige Ausführungsplanung, Vergabe und den Bau des Beckens gestellt. Dieser Schritt vorwärts, ist angesichts der hohen Baukosten und logistischen Herausforderungen für den bevorstehenden Bau des Beckens eine wichtige Botschaft für die vielen vom Hochwasser betroffenen Menschen, auf welche Sie seit geraumer Zeit gewartet haben.

    Hintergrundinformationen


    Der Wasserverband Murrtal plant die Umsetzung des Hochwasserschutzkonzeptes für alle an der Murr und Lauter liegenden Gemeinden für ein 100-jährliches Hochwasser (HQ100 plus Klima). In diesem Konzept stellt der Bau des Hochwasserrückhaltebeckens (HRB) Oppenweiler einen wichtigen Schutz für die Ortslagen von Oppenweiler und Backnang dar. Das geplante HRB liegt zwischen den Verbandsgemeinden Sulzbach an der Murr und Oppenweiler zwischen dem Ortsteil Ellenweiler und der Rüflensmühle südlich der B14. Über umfangreiche Voruntersuchungen und Vorentwurfsplanungen wurde die jetzt vorliegende Variante als endgültige Entwurfsplanung ausgearbeitet und zur Genehmigung im Oktober 2014 beim Landratsamt Rems-Murr-Kreis vorgelegt.

    Der Planfeststellungsbeschluss erfolgte am 5. September 2017. Das HRB Oppenweiler ist hinsichtlich der Zuordnung ein Hochwasserrückhaltebecken im Hauptschluss und weist folgende Kenngrößen auf:

    Stauraum
    Gesamtes Rückhaltevolumen brutto:  IG       967.000 m3
    Gesamtes Rückhaltevolumen Netto:   IGHR   850.000 m3
    Staufläche: A 495.000 m2
    Gewässersohle: h 7,2 m

    Dammbauwerk
    Kronenhöhe: 263,25 müNN    
    Breite Dammkrone: 4,0 - 6,5 m    
    Dammvolumen: rd. 100.000 m3    
     
    Durchlassbauwerk
    Bauwerkshöhe über Gewässersohle: 8,6 m
    Freibord: f 1,45 m
    Regelabgabe: QR 121 m3/s

    Geplant ist, Ingenieurleistungen Anfang 2018 auszuschreiben und bis voraussichtlich Mai/Juni 2018 zu vergeben. Im Anschluss soll bis voraussichtlich Juli 2019 die Ausführungsplanung erstellt werden. Es wird mit einer Bauzeit von rund drei Jahren gerechnet, die voraussichtlich bis Ende des Jahres 2022 geplant ist.

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