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  • Abteilung 5
    11.06.2018
    Team des Regierungspräsidiums Stuttgart erhält den WBW-Wasserwirtschaftspreis 2018 für vorbildliche Leistungen bei der ökologischen Verbesserung der Jagst
    Regierungspräsident Wolfgang Reimer: „Die drei Preisträger sind hoch engagiert. Dank der vorbildlichen Beteiligungsprozesse konnten die zahlreichen Maßnahmen rasch und ausgesprochen kostengünstig realisiert werden.“
     Wiederherstellung eines verlandeten Altarms bei Oberregenbach, Bild: RP Stuttgart

    ​Der Wasserwirtschaftsverband Baden-Württemberg e. V. (WBW) vergibt alle zwei Jahre einen Wasserwirtschaftspreis für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Wasserwirtschaft. Prämiert werden insbesondere innovative Ingenieurleistungen, wissenschaftliche Arbeiten oder praxisbezogene Projekte. Die Preisverleihung erfolgte anlässlich der Jahrestagung des WBW am 8. Juni 2018 in Baden-Baden.

    In diesem Jahr ging der Preis für vorbildliche Leistungen bei der ökologischen Verbesserung der Jagst an eine Mitarbeiterin und zwei Mitarbeiter des Landesbetriebs Gewässer (LBG) beim Regierungspräsidium Stuttgart, Außenstelle Ellwangen:

    Brunhilde Stukan, Mitarbeiterin des Flussmeisters
    Alois Hilsenbek, Flussmeister für die Gewässer I. Ordnung Kocher und Jagst in den Landkreisen Schwäbisch Hall und Ostalb
    Manfred Steinbrenner, Vorarbeiter am Betriebshof / Kirchberg / Jagst-Lendsiedel.

    Regierungspräsident Wolfgang Reimer freute sich über die Auszeichnung: „Die drei Preisträger sind hoch engagiert und leben eine vorbildliche Vorgehensweise. Sie binden erfolgreich alle beteiligten und interessierten Personen, Vereine, Kommunen und Behörden, Naturschutzverbände, Fischereivereine ein und pflegen eine gleichberechtigte Kommunikation. Die Planungsziele und die konkreten Maßnahmen werden gemeinsam bei Begehungen am Fluss diskutiert und vor Ort festgelegt. Das Ergebnis gibt Ihnen Recht –dank dieser Beteiligungsprozesse konnten die zahlreichen Maßnahmen rasch und ausgesprochen kostengünstig realisiert werden“, lobte Reimer das Siegerteam.

    Der Regierungspräsident betonte zudem: „Ich möchte in diesem Zusammenhang auch darauf hinweisen, dass  eine Vielzahl an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Regierungspräsidiums seit 2016 mit großem Einsatz an der Umsetzung des Aktionsprogramms Jagst zur Wiederbelebung und Stabilisierung der Jagst arbeitet. Auch ihnen möchte ich Lob und Anerkennung für ihre Leistungen aussprechen.“

    Weitere Informationen zum Aktionsprogramm Jagst und zu den preisgekürten Maßnahmen:

    Im Sommer 2015 tötete Ammoniak im Löschwasser aus einem Großbrand bei Kirchberg im Landkreis Schwäbisch Hall nahezu alle Fische auf etwa 20 Kilometer Flusstrecke und schädigte auch darüber hinaus die Fischpopulation. Trotz eines engagierten Großeinsatzes von Feuerwehr, THW, Fischereivereinen und freiwilligen Helfern verendeten annähernd 20 Tonnen Fische.

    Im September 2015 beauftragte das Umweltministerium das Regierungspräsidium Stuttgart, ein umfassendes interdisziplinäres Aktionsprogramm zur Wiederbelebung, Wiederherstellung der Artenvielfalt, ökologischen Verbesserung und Stabilisierung der Jagst (AP Jagst) zu erstellen und umzusetzen.

    Aktionsprogramm Jagst

    Die drei Preisträger haben sich im Rahmen eines Moduls des AP Jagst durch eine besondere Vorgehensweise und durch herausragende Leistungen und Erfolge bei der Verbesserung der Lebensraumqualität und Vernetzung des Flusses mit seinen Ufer- und Auenbereichen und insbesondere durch Verbesserung der Gewässerstruktur hervorgetan.

    Auf der ca. 80 Kilometer langen Jagst-Gewässerstrecke in den Landkreisen Ostalb und Schwäbisch Hall erreichten die Preisträger in etwas mehr als zwei Jahren die Realisierung zahlreicher ökologischer Strukturverbesserungen. Das war nur möglich, weil die drei handelnden Personen eine besondere und erfolgreiche Vorgehensweise entwickelt haben und „leben“: Alle zuständigen und interessierten Personen, Vereine, Kommunen und Behörden, Naturschutzverbände, Fischereivereine, werden frühzeitig in eine gleichberechtigte Kommunikation eingebunden. Die Planungsziele und die konkreten Maßnahmen werden gemeinsam bei Begehungen am Fluss diskutiert und vor Ort festgelegt. Ergebnis der Begehungen ist ein mit den Bedingungen und Vorstellungen aller Beteiligten abgestimmtes Realisierungsprogramm. So finden sich alle in den Ergebnissen wieder.

    Bis zum Frühjahr 2018 wurden auf diese Weise auf 60 km Flussstrecke unter der Federführung von Herrn Hilsenbek und Mitarbeit von Frau Stukan sowie Bauaufsicht und  –leitung durch Herrn Steinbrenner 49 Unterhaltungs- und kleine Renaturierungsmaßnahmen realisiert.15 Weitere sind geplant. Gemeinsam mit dem BUND in Kirchberg / Jagst und dem Fischereiverein wurden zwei größere genehmigungspflichtige Renaturierungsmaßnahmen geplant und umgesetzt. Außerdem wurden an 3,5 km Gewässerlänge 5,5 ha Ufergrundstücke erworben, um dem Gewässer mehr Raum für seine Eigendynamik zu geben und um auf dem Gewässerrandstreifen eine naturnahe Entwicklung zu ermöglichen.

    Um die ökologische Funktionsfähigkeit der Jagst wiederherzustellen bzw. zu verbessern, wird die Gewässerdynamik durch unterschiedliche Strömungsbereiche und unregelmäßige Sohlstrukturen erhöht. Bauliche Elemente sind dabei Störsteine, damit sich lokale Strudel, Kolke und Kiesbänke bilden; Buhnen, an denen Laichplätze und Fischkinderstuben entstehen; Eisvogelwände als Brutmöglichkeiten, Seitengewässer und reaktivierte Altarme zur Vergrößerung des Lebensraums für Wassertiere, Kiesinseln als Laichplätze für Bachforelle, Barbe, Nase und einiges mehr. Dadurch wird einerseits die Wiederansiedlung und Reproduktion der Fische beschleunigt und unterstützt, andererseits ergeben sich Rückzugsgebiete, die bei künftigen Schadensfällen Schutz bieten können.

    Mit Hilfe der Vorbereitung durch umfassende vertrauensvolle Kommunikation mit allen Interessierten, Zuständigen und Betroffenen konnte enorm Zeit gespart und die zahlreichen Maßnahmen konnten rasch und ausgesprochen kostengünstig realisiert werden.

    Weitere Informationen zum WBW- Wasserwirtschaftspreis:

    Der Wasserwirtschaftsverband Baden-Württemberg e. V. (WBW) vergibt alle zwei Jahre einen Wasserwirtschaftspreis für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Wasserwirtschaft. Prämiert werden insbesondere innovative Ingenieurleistungen, wissenschaftliche Arbeiten oder andere praxisbezogene Projekte, die einen sensiblen Umgang mit der Ressource Wasser zum Inhalt haben und auch den sonstigen Anforderungen an einen nachhaltigen Umweltschutz gerecht werden.

    Der Wasserwirtschaftspreis kann auch an Kommunen verliehen werden, die innovative Aktivitäten rund um Gewässer unternommen haben. Bewerben können sich auch Schulen und Kindergärten, wenn sie im Rahmen der Umwelterziehung Projekte zum Thema Wasser entwickelt haben. Grundsätzlich kann der Preis an jede Person oder Institution verliehen werden, die sich um die Wasserwirtschaft verdient gemacht hat.

    Der Preis wurde im Dezember 2017 öffentlich ausgeschrieben. Über die Vergabe des Wasserwirtschaftspreises entscheidet eine Preiskommission des WBW. Der Preisträger erhält eine Urkunde und eine Barzuwendung von 1.500 €.

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