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  • Abteilung 8
    16.08.2018
    Schreckensee: Teil der UNESCO-Welterbestätte „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“
    Das Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart lädt zu öffentlichen Führungen im August und September 2018 und informiert über Monitoring-Maßnahmen
     Luftbild Schreckensee: Die Fundstelle liegt auf der Halbinsel (Foto: Regierungspräsidium Stuttgart, Landesamt für Denkmalpflege)

    ​Die Fundstelle auf der Halbinsel im Schreckensee gehört zur Welterbestätte „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“, die seit 2011 auf der UNESCO-Welterbeliste verzeichnet ist. Baden-Württemberg verzeichnet 15 Fundstätten, davon liegen neun am deutschen Bodenseeufer. Alle Fundstellen sind obertägig nicht sichtbar!

    Im Zuge des Managements der Welterbestätte sowie der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Fundstelle führt das Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart im August und September 2018 Sondagen auf der Halbinsel Schreckensee durch. Grabungsschnitte von 1921, die 1979 lokalisiert und überprüft wurden, werden erneut geöffnet, um den Erhaltungszustand zu überprüfen und Proben für die Datierung von Hölzern zu bergen.

    An der Grabung sind Studierende aus Deutschland, aus der Schweiz, aus Spanien und Schweden beteiligt, die hier mit den Techniken der Grabung in Feuchtbodensiedlungen vertraut gemacht werden.

    Das Landesamt für Denkmalpflege bietet dem interessierten Publikum öffentliche Führungen und Informationen zum Welterbe an. Diese finden am 23. August, am 30. August, am 13. September und am 20. September 2018, jeweils ab 16:00 Uhr, statt.

    Die Teilnahme an den Führungen ist kostenfrei. Sowohl die interessierte Öffentlichkeit, als auch Pressevertreter sind herzlich eingeladen.

    Die Fundstelle liegt an der Bundesstraße 32 zwischen Bad Saulgau und Ravensburg, an der Kreuzung zu den Ortschaften Vorsee und Schreckensee. Die Baustelleneinrichtung für die Ausgrabung liegt an der Straße Richtung Schreckensee/Fronhofen, hier ist auch der Treffpunkt zu den Führungen.

    Hintergrundinformationen:

    Die Teilnahme an den Führungen ist kostenfrei.

    Die Fundstelle liegt an der Bundesstraße 32 zwischen Bad Saulgau und Ravensburg, an der Kreuzung zu den Ortschaften Vorsee und Schreckensee. Die Baustelleneinrichtung für die Ausgrabung liegt an der Straße Richtung Schreckensee/Fronhofen, hier ist der Treffpunkt zu den Führungen.

    Das Programm für den Tag des offenen Denkmals am 09. September 2018 wird gesondert bekannt gegeben.

    Mit der Aufnahme der seriellen transnationalen Welterbestätte wurden von den rund 1000 bekannten Pfahlbaufundstellen rund um die Alpen 111 Fundstätten nominell auf der Welterbeliste verzeichnet. Neben der Schweiz als Antragsteller sind Frankreich, Italien, Österreich, Slowenien und Deutschland mit den Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg an diesem Welterbe beteiligt.

    Baden-Württemberg verzeichnet 15 Fundstätten, davon liegen neun am deutschen Bodenseeufer, fünf Fundstellen befinden sich in Mooren und Kleinseen Oberschwabens. Die nördlichste Feuchtbodensiedlung Baden-Württembergs liegt westlich von Ulm im Tal der Blau. Alle Fundstellen sind obertägig nicht sichtbar!

    Der Schreckensee nimmt eine Mittlerrolle zwischen dem Bodensee und dem oberschwäbischen Federsee ein. Die Pfahlbausiedlung auf der Halbinsel im Schreckensee wurde bereits 1921 von Heinrich Forschner, dem bekannten Biberacher Zahnarzt und Archäologen, entdeckt. Im Juli 1921 machte Forschner erste Funde, die ihn veranlassten, im September eine kleine Sondage durchzuführen und der Fundstelle den bis heute gültigen Namen zu verleihen.

    In der Folgezeit geriet die genaue Lage der Siedlung in Vergessenheit, erst 1979 führte das damalige Landesdenkmalamt unter Leitung von H. Schlichtherle erneut Sondagen durch. Die Grabungsschnitte wurden aufgefunden und Beobachtungen Forschners konnten bestätigt werden. Neue Keramikfunde und ein Gusstiegel belegen den Einfluss der in der Nordost-Schweiz beheimateten Pfyner Kultur über den Bodensee hinaus nach Oberschwaben. Der Gusstiegel markiert auch das Aufkommen einer völlig neuen Technologie, der Verarbeitung von Metall.

    Hirschgeweihgeräte (Bild: Regierungspräsidium Stuttgart, Landesamt für Denkmalpflege)

    Junge Studierende auf der Grabung (Bild: Regierungspräsidium Stuttgart, Landesamt für Denkmalpflege)



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