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  • Abteilung 8
    19.12.2018
    Die Schelztorhalle in Esslingen ist ein Kulturdenkmal
    Seltene und geglückte Kombination aus Sportstätten- und Ingenieursbau und überregional bedeutendes Architekturzeugnis der 1950er Jahre
     Schelztorhalle bei Nacht, Quelle: Andreas Dubslaff, Landesamt für Denkmalpflege im RPS

    ​Das Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart (LAD) hat in dieser Woche die Schelztorhalle in Esslingen in die Liste der Kulturdenkmale aufge-nommen. Die Sporthalle mit dem markanten Sheddach am Rande der Altstadt wurde 1957/58 von der Stadt Esslingen erbaut, entworfen von Oberbaurat Hermann Kauß und Stadtbaumeister Richard Baumann.

    „Bei der Schelztorhalle, einer seltenen und geglückten Kombination aus Sportstätten- und Ingenieursbau und einem auch überregional bedeutenden Architekturzeugnis der 1950er Jahre, handelt es sich aus wissenschaftlichen, künstlerischen und heimatgeschichtlichen Gründen um ein Kulturdenkmal gemäß § 2 Denkmalschutzgesetz Baden-Württemberg“, so Martin Hahn, Referatsleiter im Landesamt für Denkmalpflege und zuständig für die Erfassung von Kulturdenkmalen. Seine Kollegin Andrea Steudle, die umfangreiche Recherchen zum Sporthallenbau dieser Zeit und zur Schelztorsporthalle im Stadtarchiv durchgeführt hat, ergänzt: „Wie aus einem zeitgenössischen Zeitungsartikel über das Bauvorhaben hervorgeht, stellte eine solche Halle in den 1950er Jahren ein Novum dar, für das es bundesweit keine Vorbilder gab. Im Gegenteil kamen zahlreiche Kommunen damals Jahren nach Esslingen, um sich die Schelztorhalle als Beispiel für modernen Sportstättenbau anzusehen.“

    Vor allem das vierteilige Schalendach verleiht dem Hallenbau eine skulpturale Qualität und unterstreicht mit seinem nach oben strebenden, dynamischen Charakter die Funktion des Gebäudes als Sportstätte. Zu einem besonderen Blickfang wird die Halle bei abendlichem Sportbetrieb, wenn die hintereinander gestaffelten Fensterbänder der Sheds von innen beleuchtet weithin sichtbar werden.

    Mit dem Bau der Schelztorhalle betraten die Verantwortlichen in zweifacher Hinsicht Neuland: Sowohl als reiner Sporthallenbau, aber auch mit ihrem konstruktiv innovativen, höchst individuellen Entwurf war sie ohne Vorbild in der Architektur der 1950er Jahre. Es entstand ein Bauwerk, bei dem Form und Funktion eine gelungene Verbindung eingehen und dessen architektonischen und ästhetischen Qualitäten sich gerade aus seiner hochgradigen Funktionalität entwickeln. Mit ihrem gewölbten Sheddach, das zu den frühen und zudem außerhalb des Industriebaus realisierten Beispielen des Typs Silberkuhl-Klönne zählt, dokumentiert die Schelztorhalle die Entwicklungen im Ingenieursbau der Nachkriegszeit.

    Auch aus der Sportgeschichte Esslingens ist die Schelztorhalle nicht wegzudenken – als Austragungsort regionaler und überregionaler Wettkämpfe bis hin zu deutschen Meisterschaften etwa im Handball, Judo oder Kunstturnen. Seit 1959 fanden in ihr die jährlichen Hallensportfeste mit Sportlerehrungen des Stadtverbands für Leibesübungen statt. Durch die zahllosen Schülerinnen und Schüler sowie Mitglieder der Sportvereine, die die Halle für Sportunterricht und Trainingszwecke nutzten, ist sie zudem im Bewusstsein der Esslinger Bevölkerung fest verankert.

    Spielfeld mit gewölbtem Sheddach, Quelle: Peter Huber, Landesamt für Denkmalpflege im RPS


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