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  • Abteilung 7
    22.02.2019
    Antisemitismus und Alltagsdiskriminierung: Herausforderung für unsere Schulen

    Thema steht im Mittelpunkt der Veranstaltung des Regierungspräsidiums Stuttgart für Schulleitungen aller Schularten im Landkreis Ludwigsburg in Kooperation mit dem Kultusministerium, dem Staatlichen Schulamt Ludwigsburg und dem Landratsamt Ludwigsburg

    Abteilungspräsidentin Claudia Rugart, Leiterin der Abteilung Schule und Bildung im Regierungspräsidium Stuttgart: Wir müssen uns zuständig fühlen bei antisemitischen und anderen diskriminierenden Äußerungen und Haltungen und pflegen eine Kultur des Hinschauens. Heute wollen wir unsere Schulleitungen im Umgang damit stärken.“

    Bei der heutigen Veranstaltung für Schulleitungen aller Schularten aus dem Landkreis Ludwigsburg begrüßte Landrat Dr. Rainer Haas als Hausherr alle Gäste aufs Herzlichste – insbesondere eine israelische Delegation aus dem Oberen Galiläa sowie Landrat Giora Salz und Gadi Lahav von der Schulverwaltung der Golanhöhen.

    „Ich freue mich darüber, dass wir gemeinsam darüber nachdenken und diskutieren, wie wir den neuen Herausforderungen des Antisemitismus und der Alltagsdiskriminierung an unseren Schulen am wirkungsvollsten begegnen können“, sagte Landrat Dr. Rainer Haas.

    Abteilungspräsidentin Claudia Rugart, Leiterin der Abteilung Schule und Bildung im Regierungspräsidium Stuttgart, betonte, welchen Stellenwert diese Veranstaltung für alle Beteiligte hat: „Ein wichtiges Anliegen, das uns alle verbindet und gleichermaßen beschäftigt: Wie gehen wir an unseren Schulen mit antisemitischen oder anderen rassistischen Äußerungen und Verhaltensweisen um? Wir müssen uns zuständig fühlen und eine Kultur des Hinschauens pflegen. Heute wollen wir unsere Schulleitungen im Umgang damit stärken.“
    Demokratiebildung ist die wesentliche Primärprävention gegen sämtliche Formen von Extremismus und Aufgabe aller Unterrichtsfächer sowie der außerunterrichtlichen Gestaltung des Schullebens. Der Unterricht soll dies in altersangemessener und wirksamer Weise fördern und zu Diskussionen und kritischen Analysen aktueller Themen und Entwicklungen führen.

    Mit seinem Einführungsvortag „Pluralitätsfähigkeit fördern – angesichts religiöser Diskriminierung und Antisemitismus“, machte Dr. Matthias Gronover von der Universität Tübingen deutlich, dass es in unserer Gesellschaft antisemitische Vorfälle gibt und dass es darauf ankommt, wie wir damit umgehen, also welche Reaktionen und Sprache wir als Antwort finden. Die Pluralitätsfähigkeit von Schülerinnen und Schülern soll über eine interreligiöse Sensibilisierung entwickelt und die Perspektivenübernahme soll gefördert werden.

    Anschließend moderierte Prof. Dr. Michael Hermann, zuständiger Stabstellenleiter für Religionsangelegenheiten im Kultusministerium, eine Podiumsdiskussion mit dem Landesbeauftragten gegen Antisemitismus, Dr. Michael Blume, Landrat Dr. Rainer Haas und der Vorstandsvorsitzenden der Israelitischen Religionsgemeinschaft Prof. Barbara Traub. Es zeigte sich, dass nicht nur antisemitische, sondern gruppendiskriminierende Äußerungen häufig von Menschen getätigt werden, die auch Anhänger globaler Verschwörungstheorien sind. Diese Personen bemühen sich eher selten um differenziertere Betrachtungen, sondern verurteilen meist pauschal und ohne Hintergrundwissen bestimmte Gruppen.

    Wie wichtig es ist zu diskutieren, Einstellungen zu hinterfragen, Meinungen zu enttabuisieren, aufzuklären und Stereotypisierungen zu überwinden, zeigten die Erlebnisberichte junger jüdischer Erwachsener. Auf bewegende Weise schilderten sie ihr Engagement für „Likrat“ (hebräisch: aufeinander zugehen), einem Projekt des Zentralrats der Juden in Deutschland, das es ermöglicht, junge jüdische Menschen in den schulischen Unterricht einzuladen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

    Am Nachmittag hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, die Thematik zu vertiefen und Beispiele für die Umsetzung an den Schulen kennenzulernen. Schulen stellten ihr langjähriges erprobtes Austauschprogramm mit Israel vor. Das PKC (Pädagogisch-Kulturelles Centrum) Freudental und die Gedenkstätte Vaihingen informierten über ihr breites Angebot. Informationen zu rechtlichen Rahmenbedingungen zu Religion und Religiosität im schulischen Raum sowie Anleitungen zum Umgang mit Antisemitismus an Schulen rundeten das Programm ab.

    In der Abschlussrunde mit Abteilungspräsidentin Claudia Rugart vom Regierungspräsidium Stuttgart, dem Leitenden Schulamtsdirektor Hubert Haaga vom Staatlichen Schulamt Ludwigsburg und den Partnern aus Israel, moderiert von Prof. Dr. Michael Hermann, wurde nochmals die Bedeutung solcher Veranstaltungen mit ihren konkreten Impulsen für die weitere schulische Arbeit betont. Prozesse müssen angestoßen werden, die Zeit, Interesse, Wissen und geeignete Vermittlungsformen brauchen – Pluralitätsfähigkeit muss sich entwickeln.

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