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  • Abteilung 3
    24.04.2019
    46. Weissacher Imkertag
    Zentrale Fortbildungsveranstaltung für Imkerinnen und Imker sowie Bienenfreundinnen und Bienenfreunde
     Dr. rer. nat. Peter Rosenkranz, Leiter der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim (links) und Dr. Kurt Mezger, Abteilungspräsident der Abteilung Landwirtschaft, Ländlicher Raum, Veterinär- und Lebensmittelwesen im RPS

    „Wir freuen uns sehr, dass wir die Tradition des Weissacher Imkertags fortsetzen. Der Weissacher Imkertag ist die zentrale Fortbildungsveranstaltung für Imkerinnen und Imker sowie Bienenfreundinnen und Bienenfreunde“, erklärte Dr. Kurt Mezger, Abteilungspräsident der Abteilung Landwirtschaft, Ländlicher Raum, Veterinär- und Lebensmittelwesen im Regierungspräsidium Stuttgart, bei der Eröffnung des 46. Weissacher Imkertag. Dieser war mit rund 300 Zuhörerinnen und Zuhörern wie in den Vorjahren gut besucht.

    „Geimkert wird längst nicht mehr nur um Honig zu erhalten, sondern viele Imkerinnen und Imker wollen einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt von Kultur- und Wildpflanzen leisten“, erklärt Mezger das gestiegene Interesse an der Imkerei. Viele Imkerinnen und Imker stehen vor Herausforderungen durch Klimawandel, Bienenkrankheiten und Parasiten. Daher unterstütze das Land diese gezielt, beispielsweise durch Fördermaßnahmen über FAKT (Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl des Landes Baden-Württemberg), über das im Jahr 2018 rund 18.000 Hektar Blühfläche gefördert wurde, sowie über das Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt. Alleine über das federführende Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) stehen rund 13,5 Millionen Euro für Projekte für die Jahre 2018 und 2019 zur Verfügung. „Auch die Bienengesundheit steht bei der Imkereiförderung im Fokus und wurde vom Land mit rund 140.000 Euro gefördert“, so Dr. Mezger weiter.

    Im Anschluss begrüßte der Weissacher Bürgermeister Daniel Töpfer alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Töpfer erläuterte, dass auch die Kommunen einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Bienen, dem nach Rindern und Schweinen drittwichtigsten Nutztier, leisten. Blumenwiesen, alternativer Pflanzenschutz und grüne Inseln können vermehrt in den Gemeinden wahrgenommen werden.

    Manfred Kraft, Obmann für Bienenweiden des Landesverbandes badische Imker e. V. und Leiter des vom Land geförderten Projekts „Blühende Naturparke“, eröffnete die anschließenden Fachbeiträge. Kraft stellte in seinem Vortrag seine Arbeit des Projektes „blühende Naturparke“ vor und gab Anreize, wie mehr Artenvielfalt geschaffen werden kann. Er betonte außerdem wie wichtig es sei, für die Artenvielfalt bei allen Generationen zu werben. Weiter appellierte Kraft, dass man nicht nur an die Honigbiene, sondern an alle Bestäuber denken müsse.

    In seinem Bericht „Aktuelles aus der Landesanstalt für Bienenkunde“ ging Dr. rer. nat. Peter Rosenkranz, Leiter der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim, auf die Ergebnisse aus einigen laufenden oder abgeschlossenen Forschungsprojekten ein. Dazu gehören Analysen aus dem Langzeitprojekt „Deutsches Bienenmonitoring“, in dem seit fast 15 Jahren der Einfluss von Bienenkrankheiten, Pflanzenschutzmittelrückstände und imkerliches Management auf die jährlichen Winterverluste von Bienenvölkern untersucht werden. In einem weiteren Projekt wurden untersucht, ob sich die Bienengefährlichkeit eines als bienenfreundlich eingestuften Insektizides erhöht, wenn es zusammen mit einem Fungizid in blühenden Kulturen appliziert wird. Dr. Rosenkranz appellierte diese Mischungen neu zu bewerten um eine Bienengefährlichkeit festzustellen oder auszuschließen. Weiter berichtete Rosenkranz über Projekte aus dem Bereich der Varroaforschung – beispielsweise über das neue Projekt zur Selektion von Bienenvölkern mit „Varroa Sensitiver Hygiene“ (VSH). VSH beschreibt eine Verhaltensweise der Honigbiene, bei der die Arbeiterinnen die mit Varroamilben befallene Brut ausräumen. Außerdem berichtete Rosenkranz über ein neues Projekt zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Insekten im urbanen Raum (Projekt „Blühinsel“).

    Leon Wurtz, Fachberater Biodiversität am Regierungspräsidium Stuttgart, stelle seine Arbeit am Regierungspräsidium Stuttgart im Rahmen des „Sonderprogramms zur Stärkung der biologischen Vielfalt“ vor. Er zeigte von Best Practice-Beispielen Wege auf, wie Biodiversität in der Landwirtschaft sowie auf kommunalen und privaten Flächen verbessert werden kann. Unter anderem nannte er die Beispiele Blühbrachen und Blühstreifen, artenreiche Wiesen und Weiden und Biodiversität durch Diversifizierung.

    Thomas Kustermann, Fachberater für Imkerei am Regierungspräsidium Stuttgart, stellte nach der Mittagspause in seinem Vortrag „Neue Präparate zur Varroabekämpfung“ Anwendungshinweise und gesetzliche Regelunge“ vor. Kustermann informierte, dass zur Bekämpfung der Varroamilbe auch in der Imkerei der Einsatz von Tierarzneimitteln erforderlich sei. Für die Verwendung von Tierarzneimitteln bei lebensmittelliefernden Tieren gelten besonders strenge Anwendungsvorschriften, die nicht immer leicht verständlich sind und sich durch Neubewertungen ändern können. Im seinem Vortrag thematisierte er auch neu zugelassene Präparate und deren Einsatzgebiete. Ebenso ging Kustermann auf den Wegfall der Apothekenpflicht für einige Oxalsäurepräparate und die daraus resultierenden rechtlichen Änderungen ein.

    Seit Herbst 2016 begleitet NEsD (Netzwerk Einkommen schaffende Dienstleistungen) die Fachberaterinnen für Bienenprodukte und konnte im Juni 2017 das Netzwerk Fachberaterinnen für Bienenprodukte initiieren. Ziel ist die landesweite Vernetzung und Interessentenvertretung der Frauen. Silvia Heider ist eine dieser Fachberaterin für Bienenprodukte und stellte in ihrem Vortrag ihre Arbeit vor. Frauen mit imkerlichen Hintergrund, die Interesse an der Natur haben, lassen sich gezielt zur Fachberaterin ausbilden. Die Fachberaterinnen für Bienenprodukte möchten Verbraucherinnen und Verbraucher über die Bedeutung der heimischen Honigbiene und die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten ihrer Produkte informieren.

    Am Nachmittag sprach außerdem Friedemann Sigrist, Tierwirt Imker und langjähriger Hobbyimker, über ein „Rückenschonendes Betriebssystem“. Viele Menschen leiden an Rückenschmerzen. Die Gründe sind vielfältig – oft liegt es an einer einseitigen, sitzenden Bürotätigkeit mit zu wenig Bewegung. Häufig werden Rückenprobleme auch durch zu viel oder falsche Belastung, zum Beispiel durch schweres Heben, verursacht. Sigrist warb daher in seinem Vortrag für ein rückenschonendes, imkerliches Arbeiten.

    Hintergrundinformationen:

    Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt

    Der Ministerrat des Landes hat am 21. November 2017 das Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt beschlossen. Angesichts des Rückgangs von Arten und Lebensräumen hat sich das Land mit dem Sonderprogramm zum Ziel gesetzt, die biologische Vielfalt in Schutzgebieten, aber vor allem in der vom Menschen genutzten Kulturlandschaft zu stärken.

    Das Sonderprogramm wurde unter Mitwirkung des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR), des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft und des Ministeriums für Verkehr sowie in enger Abstimmung und unter Beteiligung des Staatsministeriums und der Regierungsfraktionen entwickelt. Die Federführung bei der Umsetzung des Sonderprogramms obliegt dem MLR.

    dem MLR stehen mit dem Sonderprogramm im Doppelhaushalt 2018/2019 zusätzliche Mittel in Höhe von 13,5 Millionen Euro für Projekte und eine Million Euro für Monitoringaufgaben zur Verfügung.

    Informationen zum Projekt „Deutsches Bienenmonitoring“ sind auf der Internetseite der Universität Hohenheim abrufbar. 

    Programmflyer (pdf, 615 KB)


    Der Weissacher Bürgermeister Daniel Töpfer auf dem 46. Imkertag in Weissach

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