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  • Abteilung 3
    13.12.2019
    Betriebsbesichtigung: Innovatives Bauen in der Landwirtschaft und ökologische Tierhaltung
    Regierungspräsident Wolfgang Reimer: „Wir fördern gezielt baulich innovative Projekte in der Tierhaltung“

    Regierungspräsident Wolfgang Reimer besichtigte heute (13. Dezember) den landwirtschaftlichen Betrieb von Alois Brenner in Ellwangen im Ostalbkreis. Familie Brenner hat ihren Betrieb 2016 auf biologische Wirtschaftsweise umgestellt. Eine solche Umstellung wird von der Landesregierung mit dem Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl Baden-Württemberg (FAKT) unterstützt. Außerdem wurden die bestehenden Ställe für mehr Tierwohl umgebaut und ein neuer Abferkelstall gebaut. Regierungspräsident Reimer konnte sich heute erstmals den Betrieb der Familie Brenner nach dem Umbau ansehen: „Wie Lebensmittel produziert werden, ist für immer mehr Bürgerinnen und Bürger von Bedeutung. Eine zukunftsfähige Landwirtschaft braucht gesunde Tiere, gesunde Böden, Wasser, Natur und Luft. Und es braucht engagierte Menschen, die für sich und ihre Höfe brennen und eine nachhaltige Landwirtschaft zum Ziel haben. Ich freue mich, dass wir die Stallumbauten der Familie Brenner fördern konnten.“ Der Zuschuss für den Umbau des Betriebes wurde aus dem Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP) und über die Europäische Innovationspartnerschaft „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit“ (EIP-AGRI) finanziert.

    Regierungspräsident Reimer lobte das Engagement von Landwirt Alois Brenner, der in der Arbeitsgruppe des Projektes „EIP-Schwein“ zentrale Fragestellungen mit Kolleginnen und Kollegen und Akteuren aus Wirtschaft und Forschung diskutiert und innovative bauliche Lösungen umgesetzt hat: „Die Familie Brenner geht mit ihrem Betrieb neue Wege. Gemeinsam mit der EIP-Arbeitsgruppe setzen sie sich mit Themen auseinander, die immens wichtig und wegweisend für eine moderne Tierhaltung sind.“

    Das EIP-Projekt „Schwein“ verfolgt das Ziel, den Tier- und Umweltschutz in der Schweinehaltung durch baulich innovative Lösungen zu verbessern. Die neuen Ställe von Familie Brenner werden seit Anfang 2018 genutzt. Jeder der EIP-Ställe besitzt potenzielle Lösungen für die vier Handlungsfelder Tierwohl, Emissionsminderung, Schaffung verschiedener Funktionsbereiche für die Tiere und Öffentlichkeitsarbeit. Die Öffentlichkeitsarbeit ist ein fester Bestandteil der EIP-Projekte. In der Regel ist der Besuch einer Schweinehaltung aus tierhygienischen Gründen tabu. Im Betrieb von Alois Brenner ist das anders – über eine durch Glas vom Stallinneren abgetrennte Besucherplattform kann in den Abferkelstall Einblick genommen werden. Die Ferkelaufzucht kann so von interessierten Besucherinnen und Besuchern beobachtet werden. Familie Brenner veranstaltet außerdem regelmäßig Hoffeste, bei denen sie überwiegend Erzeugnisse aus dem eigenen Betrieb anbieten. Auch bei solchen Veranstaltungen haben Interessierte die Möglichkeit sich über die Schweinehaltung im Betrieb zu informieren.

    Ziel des Projektes „EIP-Schwein“ ist es außerdem, mögliche Zielkonflikte zwischen Tierwohl und (Arbeits-)Wirtschaft, Tierwohl und Emissionen sowie zwischen artgerechter Haltung und Tiergesundheit sollen durch baulich innovative Stallbaukonzepte möglichst minimiert werden. Über die derzeit geltenden gesetzlichen Anforderungen hinaus gibt es viele Maßnahmen, mit denen das Tierwohl gesteigert werden kann – beispielsweise mehr Stallfläche, Stroh, Heu und Spielzeug zur Beschäftigung der Tiere, Bereiche zum Suhlen sowie geheizte und gekühlte Liegebereiche. Gleichzeitig können durch sogenannte Kot-Harn-Trennung die Geruchs- und Ammoniakemissionen vermindert werden.

    Hintergrundinformationen:
    Im Rahmen der EIP-AGRI sollen Anreize für die projektbezogene Zusammenarbeit von verschiedenen Akteurinnen und Akteuren aus der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft geschaffen werden. Insbesondere soll eine Brücke zwischen Praxis und Forschung geschlagen werden. In Projekten sollen innovative Lösungen für praktische land- und forstwirtschaftliche Frage- und Problemstellungen gefunden werden.

    In der EIP-Projekt-Gruppe finden sich verschiedenste Akteure zusammen, um gemeinsam für aktuelle Themen in der Branche Lösungen zu erarbeiten. Die Gruppe EIP-Schwein – auch OPG Schwein genannt – setzt sich beispielsweise aktuell aus 60 Mitgliedern zusammen. Darunter sind 47 Mitglieder aktive Landwirte, drei Wissenschaftliche Institutionen, ein Beratungsunternehmen, zwei Erzeugergemeinschaften, zwei Vermarkter und fünf Stallbauer/Architekten.

    Die OPG Schwein hat zum Ziel innovative Baukonzepte in Bezug auf Tier- und Umweltschutz zu entwickeln, zu bewerten und in die Praxis umzusetzen. Landwirte, Berater, Vermarktung und Wissenschaftler haben hier die Möglichkeit miteinander auf Augenhöhe zu kommunizieren und so innovative, aber auch funktionsfähige und arbeitswirtschaftlich günstige Lösungen zu finden. Dieser Bottom-Up-Ansatz ermöglicht es, innovative bauliche Ansätze aus der Forschung schon in der Planungsphase mit der Praxiserfahrung der Landwirte zu kombinieren und unter praxisnahen Bedingungen zu erproben. Im Falle eines positiven Fazits sichert dies die rasche Verbreitung in der Praxis. Weitere Informationen finden Sie auf www.eip-schwein.de.

    Im AFP kann für Investitionen in der Schweinehaltung bei Einhaltung von Premiumanforderungen ein Zuschuss von 40 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben gewährt werden. Zusätzlich kann für Mitglieder der OPG Schwein nach Vorlage eines vom Regierungspräsidium Stuttgart genehmigten Testats ein zusätzlicher EIP-Aufschlag von 20 Prozent hinzukommen, um Mehraufwendungen für die innovativen baulichen Lösungen zu kompensieren.

    Die Basisförderung des AFP sieht einen Fördersatz von 20 Prozent Zuschuss vor. Die Anforderungen an die Haltung von Schweinen gehen über die gesetzlichen Anforderungen, insbesondere der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung hinaus. Die Premiumförderung baut auf der Basisförderung auf und umfasst noch höhere Anforderungen an die Haltung.

    Weitere Informationen zum AFP finden Sie auf der Internetseite des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (Förderwegweiser).

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