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  • Abteilung 3
    24.04.2020
    LEADER-Förderprogramm: EU und Land unterstützen die Erstellung eines Energieerlebnispfades der Gemeinde Wüstenrot
    Regierungspräsident Wolfgang Reimer übersendet Bürgermeister Timo Wolf einen Zuwendungsbescheid über 131.280 Euro

    Regierungspräsident Reimer: „Die Zuwendungsmittel sind gut und zielgerichtet investiert. Die Schaffung des Energieerlebnispfades eröffnet die Möglichkeit, dass sich die Bevölkerung auf verschiedene Arten mit dem Thema „Energie“ auseinandersetzen kann“

    Regierungspräsident Wolfgang Reimer übersandte heute Timo Wolf, Bürgermeister der Gemeinde Wüstenrot, einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 131.280 Euro für die Errichtung eines Energieerlebnispfades. Die Förderung erfolgt über das LEADER-Förderprogramm.

    Mit dem LEADER-Projekt „Energieerlebnispfad Wüstenrot“ sollen die beachtlichen Fortschritte der Gemeinde Wüstenrot hin zur „Energieüberschusskommune“ für interessierte Besucherinnen und Besucher sichtbar gemacht werden. Die Europäische Union und das Land unterstützen dabei die Gemeinde Wüstenrot im Rahmen des Förderprogrammes LEADER mit einem Zuschuss in Höhe von 131.280 Euro für die Erstellung des Energieerlebnispfades. Regierungspräsident Reimer bedauert, dass er in Anbetracht der gegenwärtigen Entwicklungen rund um das Corona-Virus den Förderbescheid für dieses bemerkenswerte Projekt, das sich in die erfolgreichen Bemühungen der Gemeinde auf ihrem Weg hin zur Plusenergiegemeinde einreiht, nicht persönlich überbringen konnte. “Das Projekt ist für eine Förderung durch LEADER prädestiniert, da es modellhaft die ländliche Entwicklung mit den EU-Querschnittsthemen Innovation, Umwelt und Klimaveränderung verknüpft“, erklärt Reimer.

    Die rund 6.600 Einwohner starke Gemeinde Wüstenrot hat sich in den vergangenen Jahren von einer „energiebedürftigen“ Kommune hin zu einer „Energieüberschusskommune“ entwickelt und hat dabei neue, innovative Ideen zur Realisierung einer nachhaltigen, regionalen, CO2freien Energieversorgung der Gemeinde mit Wärme und Strom initiiert und zu großen Teilen umgesetzt. Die Erfolge der Gemeinde auf diesem Weg haben längst große Beachtung bei Fachpublikum und anderen Kommunen geweckt – auch international.

    Eingesetzt werden vielfältige, komplexe Technologien, welche durch ihre jeweilige Neuartigkeit in technischer Wirkungsweise, Anwendung oder Kombination zur Substitution fossiler Energieträger beitragen oder, wenn doch noch erforderlich, deren Bedarf deutlich reduzieren.

    Einwohnerinnen und Einwohner sowie Gäste und Besucherinnen und Besucher können die tägliche Funktionsweise und Leistung dieser Technologien jedoch nur bedingt wahrnehmen oder nachvollziehen. Diese „Nichtwahrnehmbarkeit“ beruht darauf, dass die Technologien unauffällig oder unterirdisch verbaut, lautlos oder sogar unsichtbar und für einen Laien sehr komplex sind.

    Genau hier setzt das LEADER-Projekt an: um eine zielgruppengerechte Aufklärung zum Thema Energie zu bieten, soll ein Energieerlebnispfad mit verschiedenen Stationen umgesetzt werden, der Interessierten eine transparente Visualisierung der Technologien und Systeme bietet und dazu anregt, sich mit dem Thema Energie auseinanderzusetzen. Unterstützt wird das ganze durch den Einsatz einer App in der mittels „Augmented Reality AR“ (deutsch: erweiterte Realität) die Energieflüsse und Technologien erlebbar und greifbar gemacht werden. Auch nicht sichtbare Systeme und Komponenten werden so für den Nutzer visualisiert. An jedem Standort ist daneben noch eine klassische Infotafel vorgesehen, auf welcher bildlich und schriftlich über die Inhalte der Energieversorgungssysteme informiert wird. Besucherinnen und Besucher haben somit die freie Wahl, wie sie sich über die Technologien informieren möchten.

    So kann beispielsweise eine im Boden verbaute Agrothermie-Anlage – eine Technologie, um Wärme aus der Fläche eines landwirtschaftlich genutzten Ackers zu gewinnen, welche weiterhin landwirtschaftlich genutzt und bewirtschaftet wird – mittels AR über das Smartphone für den Nutzer sichtbar gemacht werden, in dem ein Blick in das Feld ermöglicht und die Verlegung des Rohrnetzes und die Anbindung an das kalte Nahwärmenetz sichtbar wird. Neben der Aufklärung weiterer technologischer Anlagen, werden an anderen Stationen beispielsweise auch Energiefahrräder und Energiebänke aufgestellt.

    Die Nutzung der bereitgestellten Systeme soll auch im Schulbetrieb seine Anwendung finden. Dazu soll Lehrmaterial für die unterschiedlichen MINT-Fächer in verschiedenen Leistungsstufen pädagogisch aufbereitet werden. Diese sollen QR-Codes enthalten, welche den Zugang zu allen interaktiven AR-Inhalten ermöglichen, so dass auch im Nachgang alle Informationen des Energieerlebnispfades zugänglich sind und erneut aufgerufen werden können.

    Bürgermeister Wolf betont in diesem Zusammenhang besonders: „Die Umsetzung des Energieerlebnispfades ist ein weiterer erfolgreicher Baustein im Rahmen des energiepolitischen Arbeitsprogrammes der Gemeinde Wüstenrot. Durch die Inhalte dieses Projektes können sich zukünftig diverse Interessengruppen über die energetischen Entwicklungen in unserer Gemeinde auf vielfältige Art informieren. Ferner werden Einrichtungen angeboten, welche eine Erweiterung der vorhandenen touristischen Angebote mit sich bringen werden. Die Mitarbeit der Bürgerschaft ist bei der Umsetzung einzelner Stationen gewünscht und soll bei verschiedenen Veranstaltungen beworben werden. Wüstenrot bedankt sich herzlich für die bereitgestellten Fördermittel, welche von den Projektbeteiligten zielgerichtet eingesetzt werden.“

    Das LEADER-Aktionsgebiet Schwäbischer Wald besteht aus 28 Städten und Gemeinden und liegt in den vier Landkreisen Heilbronn, Ostalbkreis, Rems-Murr-Kreis und Schwäbisch Hall. Im Fördergebiet leben rund 117.000 Einwohnerinnen und Einwohner auf einer Fläche von rund 813 Quadratkilometern. Die LEADER-Aktionsgruppe Schwäbischer Wald hat das Projekt der Gemeinde Wüstenrot als förderwürdig anerkannt und für eine LEADER-Förderung ausgewählt. Der Lokalen Aktionsgruppe wurde für eine integrierte ländliche Entwicklung durch das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg insgesamt 2,645 Millionen Euro an Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) zur Verfügung gestellt. Private Vorhaben unterstützt das Land zusätzlich durch Landesmittel insbesondere aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR). Im Aktionsgebiet Schwäbischer Wald wurden bereits 50 Projekte mit einem Volumen von rund 2,268 Millionen Euro EU-Mitteln und rund eine Million Euro Landesmitteln ausgewählt.

    Hintergrundinformationen zum Förderprogramm LEADER:

    LEADER („Liaison Entre Actions de Développement de l'Économie Rurale“, zu Deutsch: Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft) ist ein Förderinstrument der Europäischen Union zur Stärkung und Weiterentwicklung der ländlichen Räume. EU-weit gibt es LEADER-Aktionsgruppen die nach dem Bottom-up-Ansatz ihre eigene auf ihre Region zugeschnittene Entwicklungskonzepte entwickeln. Vertreter der Wirtschafts- und Sozialpartner sowie die Verwaltung entscheiden anhand selbst festgelegter Kriterien in einem Auswahlgremium über die zu fördernden Projekte. Die Bewilligung erfolgt nach Prüfung der Förderfähigkeit durch die Regierungspräsidien beziehungsweise bei gewerblichen Projekten durch die L-Bank. LEADER ist ein Kulissenprogramm, das bedeutet, dass die Förderung nur in sog. LEADER-Aktionsgebieten möglich ist. In Baden-Württemberg gibt es 18 solcher Aktionsgruppen.

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